Verschickungsheime,  Verschickungsheime - Schleswig-Holstein

Caritaskinderheim Haus Nordmark – 2280 Westerland

Caritaskinderheim Haus Nordmark

Bismarckstr.

Telefon:2259

Träger: CV Schleswig-Holstein

Betten: Sommerhalbjahr 150, Winterhalbjahr 130

Aufnahme: Knaben und Mädchen von 3-14

Indikation: Chronische Bronchitis, Anfälligkeit für Erkältungsinfekte,Asthma, Entwicklungsstörungen, Ekzeme

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Ulla Grube
Ulla Grube
12. April 2022 09:58

Habe keine problematischen Erinnerungen an die Zeit im Haus Nordmark Frühjahr 1966….wir haben viel gemacht. Waren schwimmen im Wellenbad, buddeln am Strand haben Fauna beobachtet Wanderungen mit Zielen auf der ganzen Insrl. Hatten für unser Alter spannende Angebote. Keiner mochte den sog. Mittagschlaf. Bei eher zurückhaltender Aufsicht haben wir die Zeit auch gefüllt…..hab noch Bilder von anderen Kindern. Alles s/w….
Bin grad für ein paar Tage auf Sylt und grabe etwas in der Geschichte. Heute würd niemand mehr sein Kind oder Enkel allein in so eine fremde Welt schicken. Aber so war es. Wünsche allen gute Erinnerungen an die Seeluft und die Verschickung für recht lange Zeit in die Ferne.
Ulla

Kick
Kick
Reply to  Ulla Grube
11. Juni 2022 15:17

Kann ich so bestätigen. War im Juni 1966 für 6 Wochen dort. Heimweh war schon stark, aber sonst meist gute Erinnerungen.

Heinz Schmitt
Heinz Schmitt
Reply to  Ulla Grube
21. Mai 2022 21:33

Ich war Nov./Dez. 1961 im Haus Nordmark. Die ersten 2oder 3 Tage konnte ich vor Heimweh nichts essen und war nur am weinen. Die Betreuerinnen waren ganz verzweifelt und haben schon überlegt, mich heim zu schicken, weil sie Angst hatten, ich würde ihnen verhungern. Dann hat sich sich so eine ganz liebe junge Schwester vor mich gekniet mit einem Tellerchen Pudding und ihn mir schmackhaft gemacht mit dem Versprechen, mich persönlich damit zu füttern. Da war der Bann gebrochen.
Wir waren fast immer draußen, wenn es nicht in Strömen geregnet hat. Und hatten eine wunderbare Betreuerin/Schwester. Sie hat uns jeden Abend aus Detektivgeschichten vorgelesen, wenn wir im Bett waren. Ich kann mich heute noch an eine Verbrecherjagd erinnern, die sie vorgelesen hat. Nach einer gewissen Zeit sagte sie, morgen geht es weiter und das Licht ging aus. Den nächsten Abend konnte man kaum erwarten.
In dem kleionen Wäldchen in Strandnähe waren die alten Wehrmachtsbunker für uns Jungen interessant, was aber verboten war. Im Advent besuchten wir alle Mann ein altes Ehepaar in seinem Haus. Der Mann mit einem langen weißen Bart sah original aus wie ein alter Seebär, seine Frau hatte Plätzchen und Kakao für uns bereit. Wir saßen zum Teil auf dem Boden und der Mann erzählte uns alles mögliche, Das war ein toller Abend. Sonst gingen wir wandern bis List und haben die alten Hügelgräber besucht. Als es nach 6 Wochen plötzlich hieß , übermorgen geht es nach hause, wollte ich garnicht mit, weil meine Muschel und Seeigelsammlung mir noch zu mikrig schien. So sind Kinder, erst heimwollen und dann dableiben wollen. Meine Seeigel hatte ich noch viele Jahre in einem Karton, nur nach einiger Zeit haben sie etwas gemüffelt. Von den Muscheln habe ich heute noch welche.
Wir hatten einen richtigen Affen, der seinen Käfig auf einem schön warmen Heizkörper hatte und von allen Kindern geliebt und verwöhnt wurde.
Selbst beim tiefsten Grübeln kann ich nichts Schlechtes über meinen Aufenthalt im Haus Nordmark sagen.