Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

3 Kommentare
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Birgit Bieschke
Birgit Bieschke
7. Mai 2022 05:06

Genau dort war ich auch , im Winter 69 und ich habe sehr schlechte Erinnerungen daran.
Die schönsten waren spielen , singen , spazieren gehen.
Da weiß man gar nicht wo man anfangen soll .
Es musste alles gegessen werden , ansonsten wurde es warm gehalten und man bekam es nach dem Mittagsschlaf wieder vorgesetzt.
Toilettengang nach dem Essen mit Stoppuhr, jede Minute die länger war, musste man länger im Bett bleiben .
Unterhalten im Bett ging gar nicht, da wurde wieder die Zeit hinten dran gehängt .Auch zur Toilette durfte man nicht.
Abends das gleiche Spiel und wehe man hatte gequatscht , was ja mit10 Kindern und einem Zimmer , nicht ausbleibt, wurde man rausgeholt, der Kilt ( Wolldecke) musste mitgenommen werden , man wurde in die Ecke eines Raumes gestellt , die Decke über den Kopf und da stand man dann , auch wurde man mal vergessen , dann stand man halt Stunden da und hörte wie sich die Daumen in ihrem Raum amüsierten.😢. Die Karten für zu Hause wurden kontrolliert und stand etwas negatives drauf , musste man eine neue schreiben .
Geduscht wurden wir fast jeden Abend mit einem abscheulich brennendem Zeug , heute denke ich es war Läusemittel , so stand und brannte es🙈.
Niemals werde ich diese Erlebnisse vergessen .

Susanne
Susanne
19. Januar 2022 21:11

Ich war hier im Sommer 1970 vor meiner Einschulung.
Das Heim lag in der heutigen Bürgermeister Lafrenz Str. und ist heute ein Kindergarten.
Wir waren nur Mädchen, die Älteste 15. Die Großen hatten ein Zimmer mit nur 4 oder 6 Betten, wir Kleinen waren mindestens 10. Toilettengang in Mittags- oder Nachtruhe war untersagt. 1x die Woche habe es frische Wäsche. Gegessen werden musste alles, mir wird heute noch schlecht beim Geruch bzw Geschmack von Zimt.
Heimweh kannte ich nicht bis dahin, ich hatte mich auf Ferien am Meer gefreut. Das hat sich dort schnell geändert. Ich war eher schüchtern und dort versuchte ich ganz unsichtbar zu werden. Zurück kam ich ziemlich verstört, trotzdem wurde meine kleine Schwester ein Jahr später ebenfalls dorthin verschickt.

Andreas
Reply to  Susanne
2. Mai 2022 21:58

Ich war glaube 1974 mit 9 oder 10 Jahren in dem Heim auf Burg. Ich habe nur schlechte Erinnerungen an die Wochen.
Wir waren ausschließlich Jungen. Ich glaube ich war einer der Jüngsten. Gegessen werden musste alles was auf den Tisch kam. Wer nicht aufgegessen hat war „krank“ und wurde ins Bett gesteckt. Ich erinnere mich an einen Jungen, der keine Leber essen konnte, welcher bei mir mit auf dem Zimmer lag. Er musste mehre Tage im Bett verbringen, bis er aufgegeben hat und die Leber gegessen hat. Was anderes zum Essen bekam er in der Zeit nicht.
Wir mussten alle mit dem Gesicht zur Wand schlafen, was in regelmäßigen Kontrollgängen Nachts überprüft wurde. Einmal in der Woche war Badetag. Da mussten alle im Flur anstehen und wurden dann von den Schwestern gewaschen und anschließend mit einem Schlauch mit kaltem Wasser abgespritzt.
Das „Unsichtbar-Machen“, welches Susanne beschrieben hat, kann ich nachvollziehen. Am Besten nicht auffallen. Ich glaube nicht, das hier ein Kind erholt nach Hause gekommen ist.