8998 Lindenberg Kindererholungsheim Eisenbahn Waisenhort
Verschickungsheime,  Verschickungsheime - Bayern

Eisenbahn-Waisenhort – 8998 Lindenberg

Eisenbahn-Waisenhort
Jägerstr. 9
88161 Lindenberg (alte PLZ 8998)

Internetseite: http://www.ewh24.de

Träger: EWH – Die heutige Stiftungsfamilie BSW & EWH ist zu Beginn des letzten Jahrhunderts von Eisenbahnern für Eisenbahner gegründet worden.

Die Einrichtung wurde vorrangig als Waisenheim geführt, aber auch Kurkinder wurden aufgenommen



Kontakt zum Heimortverantwortlichen bei Fragen zum jeweiligen Heim: vkborkum@verschickungskind.de

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Martina
Martina
13. August 2022 12:41

Ich (geb. 1967) wurde im März 1979 für sechs Wochen in das Kinderkurheim des BSW nach Lindenberg im Allgäu geschickt. Vor Ort wurde ich meiner Altersgruppe (mittlere Mädchen, ca. 10-14 Jahre) zugeteilt. Es gab je drei Gruppen für beide Geschlechter. Unsere Gruppe bestand aus 20 Mädchen. Jede Gruppe hatte einen eigenen Gruppenraum und sollte sich einen Namen geben. Wir waren zeitgeistgemäß die „Discoqueens“. Die altersgleiche Jungengruppe nannte sich nach einer bekannten TV-Serie die „PS-Feuerreiter“. Wir hatten zwei Betreuerinnen, die wir duzen durften/sollten. Alle Kräfte waren entsprechend ausgebildet und qualifiziert. Am Tag nach der Ankunft wurden wir von einem freundlichen Arzt medizinisch untersucht. Da ich Übergewicht hatte, sollte ich abnehmen. Im Speisesaal gab es dann aus organisatorischen Gründen drei oder vier separate „Diät-Tische“. Unser Essen war den Plänen entsprechend kalorienreduziert. Nach sechs Wochen hatte ich sieben Kilo verloren. Es gab natürlich auch Kinder, bei denen eine Gewichtszunahme wünschenswert gewesen wäre. Dennoch wurde niemals jemand zum Essen gezwungen. Da ich keine Erinnerung an die Gerichte habe, muss die Küche wohl durchschnittlich gewesen sein. Dagegen erinnere ich mich an den für alle Einrichtungen dieser Art typischen furchtbaren Hagebutten- und Pfefferminztee. Bei einer Führung durch das Haus wurden wir auf den riesigen Teeboiler in der Küche hingewiesen, an den wir uns bei Durst jederzeit bedienen durften. Die Betten waren, wie damals noch allgemein üblich, in Schlafsälen untergebracht. In unserem befanden sich 10 Betten, durch Sichtschutzwände getrennt, auf denen wir Autogrammkarten unserer Idole aufhängten. WCs und Waschräume befanden sich auf dem Gang genau gegenüber. Geweckt wurden wir um sieben oder acht durch Lichteinschalten. Abends um neun oder zehn Uhr wurde das Licht gelöscht. Ein für Gemeinschaften aller Art typisches Verfahren. Aber niemals wurde jemand daran gehindert, nachts zur Toilette zu gehen. Im Gegenteil: nachts war auf dem Gang für diese Fälle immer die Notbeleuchtung an. Der Vormittag war gemeinsamen Aktivitäten gewidmet: Sport, Spiel, Basteln, Spaziergänge, Besichtigungen. Nach dem Mittagsessen hatten wir in der sogenannten Ich-Zeit drei Stunden zur freien Verfügung. Wer wollte, konnte Mittagsschlaf machen. Ansonsten standen zur Verfügung: eine Minigolfanlage, Tischtennisplätze, ein Bolzplatz, ein Hallenbad, eine Bibliothek, ein Musikzimmer mit Instrumenten und Noten, ein Fernsehraum, eine Turn- und Veranstaltungshalle mit Bühne. Darüber hinaus wurden Ausflüge in die Umgebung organisiert, z. B. an den Bodensee oder nach Füssen. Auch waren wir im Zirkus und natürlich im Ort, wohin der Weg leider etwas weit war. Sonntags und Ostern durfte man die katholische Messe in der örtlichen Kirche besuchen. Jedes Wochenende wurde die Turnhalle zur Disco mit Musik- und Lichtanlage. Dann tanzten wir zu den Village People, Leif Garrett, Blondie oder den Teens. Auch führten wir auf der Bühne dort Theaterstücke und Sketche auf. Ab und zu wurde die Halle abgedunkelt, eine große Leinwand entrollt, und Filme wurden gezeigt. Ich erinnere mich, dort zum ersten Mal die „West-Side-Story“ gesehen zu haben. An Ostern durften wir im Fernsehraum Franco Zeffirellis Monumentalwerk „Jesus von Nazareth“ anschauen. Zwang gab es bei alldem nicht. Wir schrieben viele Briefe und bekamen viele Briefe. Zu Ostern auch Päckchen. Weder unsere Eingangs- noch unsere Ausgangspost wurde jemals kontrolliert oder zensiert. Einmal war mein Vater zu Besuch. Er verband eine Wandertour im Allgäu mit einem kurzen Abstecher zu uns, übernachtete aber natürlich im Ort. Elternbesuch war grundsätzlich nicht verboten. Unsere Betreuerinnen, allesamt Erzieherinnen oder Sozialpädagoginnen, die schon die Liberalisierung und Reformen der späten 60er und frühen 70er Jahre in Ausbildung oder Studium durchlaufen hatten (und das im konservativen Bayern!), waren allesamt empathisch und einfühlsam. Wer Heimweh hatte (und das kam trotz allem häufiger vor) wurde getröstet. Während unseres Aufenthalts erfuhr meine Bettnachbarin vom Tod ihres Opas und war den ganzen Tag in Tränen aufgelöst. Unsere Betreuerin (sie hieß Anneliese) saß lange an ihrem Bett und hielt ihre Hand. Mir wurde ähnliches Mitgefühl zuteil, als ich einmal wegen schwerer Verstopfung zur Ärztin in den Ort gefahren werden musste. Gab es Negatives? Ja. Neben dem schon erwähnten Heimweh gab es kleinere Diebstähle, wie sie leider in solchen Einrichtungen immer wieder vorkommen: kleinere Geldsummen, Briefmarken, Süßigkeiten, Stifte. Natürlich gab es auch die üblichen Hänseleien und die Cliquenbildung in der Gruppe. So habe ich mit der schon erwähnten Bettnachbarin eine Kameradin gemobbt, indem wir ihr Stofftier entwendeten, versteckten und behaupteten, es wäre die Toilette heruntergespült. Aus Rache landete dann der Teddy meiner Freundin tatsächlich in der Toilette. Außerdem bekamen einige Idole auf den Autogrammkarten heimlich Bärte, Brillen und schwarze Zähne aufgemalt, was ihre harten Fans in die Verzweiflung trieb. Der Hausmeister beklagte sich lautstark, dass regelmäßig Klopapierrollen aus dem Toilettenfenster der mittleren Mädchen flogen und das Papier den ganzen Hof bedeckte. Gab es Strafen? Ja. Meine Freundin und ich wurden für unseren Schabernack getrennt, d. h. für die letzten zwei Wochen bettentechnisch auseinandergelegt, was wir natürlich furchtbar ungerecht fanden. Dabei war dort wirklich alles okay. Manche von uns waren sogar auf eigenen Wunsch dort. Für einige war es bereits die zweite (freiwillige) Kur. Bei vielen gab es nach den sechs Wochen Tränen und Trennungsschmerz. Im Gegensatz zur Grundschule, die ich einige Wochen nach dieser Kur im Sommer 1979 beendete, erinnere ich mich an keine einzige demütigende Strafe oder Situation.

Ruth Feld
Ruth Feld
9. August 2022 19:42

Hallo…
Ich war im Winter (ca 1972/ etwa 7jahre alt ) für ca 5 Wochen, als “Eisenbahnerkind” in dem Kurheim…wohl mit der guten Absicht “gepäppelt” zu werden, weil mich alle Kinderkrankheiten umgehauen haben.
Wie bei anderen auch ging es in einer kl Kindergruppe, mit einer (fremden) freundlichen weibl. Begleitperson in Delmenhorst (Nähe Bremen) los.
Noch nie zuvor war ich alleine, so lange und so weit von meiner Familie fort
und ich hatte nie zuvor etwas vergleichbares erlebt.
Aus heutiger Sicht war es sehr aufregend und bei aller Gutmeinung, würde man es heute wahrscheinlich keinem Kind die Heraus/Überforderung zumuten.
Misshandlungen habe ich nicht erlebt !
Doch mit den vielen neuen Eindrücken, der fremden Umgebung und der ” andern Kultur” ( so als Nordlicht) und dem abendlichen Heimweh, den vielen Menschen, kam ich nicht zurecht und habe nachts oft eingenässt. Damit wurde aber von den Betreuern sehr verständnisvoll umgegangen und ich bekam eine Socke ans Bett gebunden und wurde geweckt, um zum WC zu gehen…
Meine kindliche Sorge, das meine Mutter mich nach für mich so langer Zeit, nicht mehr wiedererkennen/vergessen könnte, war groß.
Heute weiß ich, das es mit einem gestörten Bindungsverhältnis zu tun hat.
Auf diese Internetseite bin ich gekommen, weil ich aktiv gesucht habe, denn die Eindrücke von der Natur haben mich nie losgelassen und wenn es die Kinderkur nicht gegeben hatte, hätte ich vielleicht nie im Leben Berge, unglaubliche Schneemengen und so hohe Tannen gesehen.
Mit ca11Jahren war ich nochmal ca 6 Wochen, im Sommer in Marwang Nähe Traunstein am Chiemsee. Weil ich älter war, lief alles einfacher und war eine unglaubliche schöne Zeit und ich weiß, das ich auch die dortigen Wandertage/Ausflüge und unbeschwerte Zeit, ohne die Kinderkur nicht erlebt hätte.
Jetzt, mit 57 Jahren, einem bewegtem Leben, das mir manches “zugemutet” hat, hoffe ich, das ich es nochmal bis in die Berge schaffe. Ich war und bin ein Naturkind geblieben und die Natur, in all ihrer Form hat mich immer Buchstäblich geerdet, wenn das Leben kaum auszuhalten war……
Mit freundlichen Grüßen
Ruth Feld

Karin
7. Mai 2022 16:24

Ich war im August/September 1976 dort, als 12-jährige.

Mir hat es dort prima gefallen. Es wurde viel mit uns Kindern unternommen, Ausflüge, Wanderungen, jeden Tag tolle Spiele draußen auf dem Rasen, so was wie eine Olympiade, abends gab es Theaterstücke die andere Kinder aufgeführt haben oder Indoorspiele bis zum Schlafengehen und auch mal einen “Kinoabend” (Filmvorführung) im Haus.

Mit einem andern Mädchen durfte ich jeden 2. Abend zum Bauernhof unten am Berg laufen um eine kleine Milchkanne voll frischer Milch vom Bauern für die “Heimleiterin?” (eine ältere Dame die im Heim wohnte) holen. Das hat uns immer viel Spaß gemacht. Im Haus gab es auch in den Gruppenräumen Tiere, Meerschweinchen/Hasen und die wir uns kümmerten.

Strafen oder Mißhandlungen von denen viele Verschickungskinder berichten, gab es bei uns keine. Betten mussten selbst gemacht werden und die Schränke aufgeräumt werden, wenn das schlampig war, mußte man das noch mal machen (das war aber daheim auch so, von daher keine Strafe).

Einmal die Woche haben wir Briefe/Karten nach Hause geschrieben. Auch an einen Zwang irgendwas aufessen zu müssen (von dem viele berichten, kann ich mich nicht erinnern (und ich esse durchaus nicht alles). Alle Betreuer die für meine Gruppe zuständig waren, waren sehr nett, verständnis- und liebevoll mit uns Kindern, trösteten auch die, die Heimweh hatten.

Heimweh hatte ich keines, denn ich hatte mich seit vielen Monaten auf den Aufenthalt dort gefreut, weil mein Papa selbst als Kind ca. 1946/47 zur Erholung gewesen war und auch nur gute Erinnerungen hatte und uns oft davon erzählt hat.
Hätte dort liebend gerne noch mal einen Aufenthalt verbracht, die nächsten Sommerferien haben wir dann aber mit zwei befreundeten Familien und deren Kindern im gleichen Alter erstmalig in Italien verbracht.

Mermaid
Reply to  Karin
27. Juli 2022 16:39

1976 war dann schon die Zeit des neuen Heimleiters Rudi Blaul, der 1974 als junger Mann seinen Dienst antrat.

Esther_HG
13. März 2022 11:06

Im Sommer 1967 verbrachte ich als Sechsjährige sechs schreckliche Wochen zum Aufpäppeln in dieser Einrichtung. Meine wenigen Erinnerungen stützen sich auf die noch existierenden kleinen Briefe, die ich mit Hilfe der Gruppenleiterin C. Magerl nach Hause schreiben durfte. Außerdem gibt es noch eine kleine Fotosammlung, die das Haus wahrscheinlich zu Werbezwecken verkaufte, und ein Plüschtier, das ich zu meinem siebten Geburtstag, den ich dort verbringen musste, geschenkt bekam. Ich litt unter fürchterlichem Heimweh und Einsamkeit, das kann ich heute noch fühlen, musste ich doch zu Hause ein neugeborenes Schwesterchen und eine neue Wohnung zurücklassen. Das Nägelkauen, das ich mir dort angewöhnt hatte, konnte ich jahrelang nicht ablegen. An Misshandlungen kann ich mich zum Glück nicht erinnern, aber es stellen sich auch keine wirklichen schönen Bilder ein. Den Mittagsschlaf empfand ich grausam. Man musste ihn mit geschlossenen Augen und einer kratzigen Decke aushalten, ob man wollte oder nicht. Ich glaube nicht, dass ich in den sechs Wochen auch nur ein Gramm Körpergewicht zugenommen hatte.

Petra Schramm
Petra Schramm
5. März 2022 19:08

Hallo mein Name ist Petra, ich war 1971 als 7-jähriges Mädchen 6 Wochen zur Kur in Lindenberg. Ich wurde am Bahnhof in Fulda von einer mir fremden Frau in den Zug verfrachtet. Mit der Angabe meiner Mutter dass ich nicht weinen soll, da sie doch dann auch weinen müsste.
Nach vielen Stunden Zugfahrt sah auf einmal die Gegend ganz anders aus.
In Lindenberg kam ich in ein Zimmer mit vielen Betten und anderen Kindern.
Ich kann mich an den großen Speisesaal erinnern, an Mittagsschlaf im Gymnastik Raum, Sportstunde draußen, Schwimmen, Spaziergänge. Alles war sehr streng organisiert.
Ich hatte sehr starkes Heimweh. Diese Erinnerungen haben mich mein Leben lang nicht losgelassen.
Als ich im Internet auf diese Verschickungsheime stieß war ich erstaunt, dass es so viele Betroffene gibt.

Ursula
Ursula
15. Februar 2022 16:58

Ich war 1968 oder 1969 in Lindenberg und fand es nicht toll dort,insbesondere der Kommandoton und der MittagsschlF

Günter Lippke
Günter Lippke
14. Februar 2022 09:26

Hallo,
ich war dort 1961 für 6 Wochen. Da war ich 9 Jahre alt. Ich kam aus Lübeck und meine Mutter hatte mir noch auf dem Bahnhof in Lübeck einMickey Mouse oder Donald Duck Comic-Heft für die lange Fahrt gekauft.
Bei der Ankunft in dem Kinderheim hat mir eine Wärterin das Heft sofort aus der Hand gerissen, mit den Worten:”So etwas gibt es hier nicht!” O-Ton; werde ich nie vergessen.
Die Mittagsruhe auf den Armeepritschen in der Turnhalle kenne ich auch gut. Die Augen durften tatsächlich nicht geöffnet werden.
Ich hatte mir irgendwo einen kleinen Kompass gekauft. Den hatte ich immer bei mir und guckte, wo es nach Norden geht. Meine Vorstellung war, mich einfach zu Fuß auf den weg nach Hause zu machen. Habe aber dann doch die vollen 6 Wochen dort abgesessen.

volker
volker
Reply to  Günter Lippke
17. August 2022 14:48

ich war auch dort Juli 1961 mit meiner Schwester,möchte sowas nie wieder erleben,Briefe nach Hause wurden kontrolliert usw., Betreuenin(Feldwebel) Frl.Player oderr so.

Mermaid
Reply to  Günter Lippke
29. Juli 2022 07:44

Ein Mädchen aus meinem Schlafraum ist tatsächlich abgehauen, kam auch nicht wieder.

Mermaid
Mermaid
8. Februar 2022 13:32

Ich war 1971 als 12jährige dort, fand es zwar nicht betont liebevoll dort, aber auch nicht belastend, kann zum Glück von keinen Übergriffen oder Misshandlungen berichten, es war wie in einem Ferienlager. Allerdings herrschte ein Aufesszwang bei etwas, was wir nicht essen mochten (dicke Bohnen) und wir mussten unsere Betten selber machen. Wir machten allerdings überhaupt keine Ausflüge. An einem Tag fand ein Sporttag im Freien statt.

In der Beschreibung hier steht, es sei die ganze Zeit vor allem ein Waisenhaus gewesen. Das stimmte zum Zeitpunkt meines Aufenthalts dort aber schon längst nicht mehr.

Karin M.
Reply to  Mermaid
8. Mai 2022 11:07

Genau, ein Waisenhort war das zu der Zeit nicht mehr, sondern nur noch ein Kindererholungsheim.
ich war 1976 im Sommer dort und habe nur positive Erinnerungen. Keine Übergriffe oder Misshandlungen und auch kein Aufesszwang. Bei uns wurden viele Wanderungen und Ausflüge gemacht.
Denke Dein Begriff “Ferienlager” beschreibt es gut und als solches habe ich es auch empfunden. Die meisten von uns waren traurig als die 6 Wochen um waren und wir alle wieder nach Hause fahren mussten.

Sylvia
Sylvia
8. November 2021 14:55

Hallo, ich war in November 1970 mit 5 Jahren zur Kur im Kindererholungsheim Lindenberg / Allgäu für 6 Wochen über das Bundesbahnsozialwerk. Es gibt noch eine Postkarte einer Gruppenleiterin A. Dresche (gut angekommen, Koffer ausgepackt, einmal wöchentlich wird geschrieben / Besuche sind verboten, bitte den Badeanzug nachschicken).

Ich suche Menschen, die mir aus dieser Zeit ggf. berichten könnten. Ich habe nur noch Erinnerungsbruckstücke wie Kopf untertauchen im Schwimmbad (was ich nicht mochte), Kleine Hampelmänner, die ich wohl alle in meinem Fach gehortet habe, lange Krankenzeit, so dass ich mich sehr gut an den Schlafraum mit weißen Emaillebettpfosten erinnern kann. Kinder haben mir Spiele zur Ablenkung gebracht, Es war immer kalt, es lag Schnee und ich habe immer wieder aus dem Fenster geschaut und wollte mit den Kindern draußen spielen und ich habe heute große Angst im Wald im Dunkeln und mag keinen Mittagsschlaf! Bei meiner Rückkehr habe ich ständig Lieder gesungen (What shall we do with the drunken sailer und etwas von einem Esen/Wesel…) . Freue mich über Eure Rückmeldungen!

Mermaid
Reply to  Sylvia
12. August 2022 14:34

Kopf untertauchen im Schwimmbad ist ja abartig, was sollte das? Konntest du denn schon schwimmen?

Mermaid
Reply to  Sylvia
27. Juli 2022 16:43

Das Liedersingen war nach dem Abendessen im Speisesaal, eine Erzieherin spielte Gitarre und sang und wir sangen mit.

Karin M.
Reply to  Sylvia
8. Mai 2022 10:54

Ich war später dort, Aug/Sept. 1976 als 12-jährige. Bei uns im Schlafsaal waren recht moderne Holzbetten immer 2, dazwischen ein Nachtkästchen, dann eine kleine Trennwand und dann die nächsten zwei Betten.
Bei uns wurde viel draußen gespielt, und Ausflüge gemacht, aber auch drinnen wenn’s mal regnete. Ich habe nur gute Erinnerungen.

Das was Du mit Esen/Wesel meinst, ist ein Spruch, der einem ander richtigen Stelle gerufen (Echo) eine Frage geben kann.
Man ruft an einer Stelle wo es ein Echo gibt (oder man eins vermutet). Wie heißt der Bürgermeister von Wesel? Und als Echo kommt dann zurück Esel, Esel, Esel. Das klappt in den Bergen sehr gut.

Ursula
Ursula
Reply to  Sylvia
15. Februar 2022 17:06

War in Lindenberg und kann diese Angaben bestätigen

Christiane
Christiane
7. August 2021 20:54

ich hatte 1967 das zweifelhafte Vergnügen in Lindenberg eine 6-wöchige Kur zu erleben. Wenn abends Bettruhe war, durften die Kinder nicht mehr aufstehen, selbst dann nicht, wenn sie auf Toilette mussten.. DAS WAR VERBOTEN. Da passte es dann gut dazu, dass man die Kinder, die Bettnässer waren, stigmatisiert hat, indem man ihnen für alle sichtbar beim Abendbrot die Becher umgedreht hat. Ich bin fast jede Nacht, mit nackten Füßen über den Steinfußboden geschlichen um heimlich zur Toilette zu kommen. Tolle Methode! Nach dem Mittagessen ging es in eine riesige Turnhalle mit Armeepritschen und Kratzdecken und dann musste man dort mit geschlossenen Augen liegen um Mittagsruhe zu halten. “Die Wärterinnen” haben aufgepasst, dass auch ja kein Kind die Augen geöffnet hatte Wer auch nur geblinzelt hat, wurde angepfiffen! Wir waren doch keine 2 Jahre mehr! Welcher Teenager macht noch Mittagsschlaf und wird gezwungen zwangsweise die Augen zu schließen. Tut mir leid, ich hätte meinen Kinder so etwas niemals angetan und allein der Gedanke an Bayern verursacht mir heute noch Albträume. Schwamm drüber…

Angelika
Angelika
Reply to  Christiane
25. Februar 2022 19:34

Ja auch ich war 1967 in Lindenberg. Ich weiß noch von vielen was die erzählst. Aber ich habe nichts in schlechter Erinnerung. Ich weis von vielen Liedern die wir gesungen haben.

Ursula
Ursula
Reply to  Christiane
15. Februar 2022 14:22

Ja kann ich mich auch daran erinnern

Claudia von Nauman
Reply to  Christiane
15. Februar 2022 11:24

Ich war 1972/1973 mit 5 Jahren hier zur “Erholung”. Leider ist meine Erinnerung daran zum größten Teil verblasst, aber das Heimweh, das ich damals hatte ist immer noch in meinem Bewusstsein. Wir wurden alle von einem Sammelbahnhof abgeholt und in das Heim verfrachtet. In einem Zeitungsbericht habe ich gelesen, dass die Kinder den Berg zum Haus hinauf laufen musste. Daran habe ich noch eine vage Erinnerung. Die Aufpasserin im Heim hat jedoch Woche für mich nach Hause geschrieben, dass es mir gut gehe und dass es mir gefällt. Das habe ich nicht vergessen, da ist wohl der Schmerz zu groß. Ich würde auch gerne wissen was noch alles dort gemacht wurde, Spaziergänge weiß ich noch, denn da habe ich ein “Zittergras” nach Hause mitgebracht. Es ist für mich unerklärlich, wie man sein Kind in die Obhut fremder Menschen geben konnte, vor allem für so eine lange Zeit. 2,5 Jahre zuvor verstarb mein Vater und dann kam ich noch von Zuhause weg… Je älter ich werde, desto mehr holt es mich wieder ein, ich möchte keinen Schwamm drüber machen, ich möchte wissen was geschah.

Karin
Reply to  Claudia von Nauman
7. Mai 2022 16:51

Ich war 1975 (mit 12) im August/September für 6 Wochen dort.

Zu diesem Zeitpunkt wurde viel mit uns Kindern unternommen, Wanderungen, Ausflüge, Spiel und Sport auf dem Rasen vor dem Heim, Schwimmen (leider viel zu selten, bin aber auch ne Wasserratte). Bei schlechten Wetter wurde drinnen gespielt, gesungen, gebastelt. Langeweile gab es keine.

Abends gab es Theaterstücke oder einmal auch einen “Kinoabend” oder es wurde gemeinsam irgendwas tolles gespielt/gesungen/gerätselt

Alle Betreuer meiner Gruppe waren sehr nett und auch liebevoll, gerade mit den Kindern die noch jünger waren und Heimweh hatten, Strafen gab es keine, Wenn man sein Bett nicht ordentlich gemacht hatte oder der Schrank unordentlich war, mußte man es noch mal machen oder eben aufräumen (aber das war daheim nicht anders, von daher empfand ich das nicht als “Strafe”).

Wer nachts mal mußte durfte als ich da war jederzeit auf die Toilette gehen. Und ja, wir wenn Abends im Schlafsaal ewig geflüstert und gekichert haben oder gar ne Kissenschlacht veranstaltet haben, gabs schon mal einen kleinen “Anschiss” dass wir jetzt ruhig sein und schlafen sollten. Aber nicht bösartig und auch nicht mit irgendwelchen schlimmen Strafen behaftet.

Auch zum (Auf-)Essen wurde bei uns niemand gezwungen. Nach den Unternehmungen tagsüber hatten wir alle genug Hunger um aufzuessen. Und wenn einem mal wirklich was nicht so schmeckte, dann schob man es halt jemanden zu der es gerne mochte und den Rest vernichtete. 😉
.
Und ja, vom Bahnhof aus lief man den Berg hoch. War doch zu dieser Zeit normal, dass man nicht überall vor die Tür gefahren wurde., sondern selbst laufen musste.

Für mich waren die Kindererholungen immer das Highlight des Sommers und Ersatz für einen “richtigen” Urlaub den sich meine Familie nicht wirklich leisten konnte.

Ein Waisenhort war es zu meiner Zeit schon nicht mehr, sondern ein reines Kindererholungsheim.

Ursula
Ursula
Reply to  Claudia von Nauman
15. Februar 2022 13:36

Ich glaube,dass ich 1967 oder 1968 da war,an den Schlafsaal kann ich mich erinnern, besonders an den verhassten Mittagsschlaf und die bestimmende Erzieherin und kalte Heimleiterin

Jörg
Jörg
Reply to  Christiane
22. November 2021 11:22

Hallo,

1987 war ich zur sechswöchigen Erholung dort. Die Erinnerung ist zweispältig. Wir haben tolle Ausflüge gemacht (Pfänder, Lindau, Reptilienpark, Jahrmarkt Lindau). Tolle Spiele draußen, Verstecken, eine Lagerolympiade.
Die Strafen waren drastisch (einmal bettgenässt -bloßgestellt vor der Gruppe). Nasses Handtuch auf das Bett gelegt -> Stubenarrest. Die Trennung von den Eltern war für mich als siebenjähriger sehr belastend. Wäre interessant, wenn sich noch andere melden würden, die in den 80ern/90ern dort Kuren gemacht haben.

Grüße

Jörg

Bibi
Reply to  Jörg
5. Juni 2022 03:47

Hi Jörg und an freundliches Hallo an alle Mitlesenden,

sehr lange habe ich schon nach einem solchen Forum gesucht, wo sich ehemalige „Bahnkinder“ über ihre Ferienaufenthalte austauschen können. Jetzt bin ich soeben auf diese Seite gestoßen und habe mich direkt angemeldet, um mich anzuschließen.

Ja, Lindenberg im Allgäu, die Aufenthalte dort haben wohl nicht nur meine Kindheit geprägt, sondern sind jetzt noch seit Jahrzehnten mir sehr präsent in Erinnerung. Ich war insgesamt 3x dort.

Kurz zur Erklärung: Ich bin bei meinen Großeltern groß geworden, mein Opa war Eisenbahner, ich war nie krank. Aber wir hatten immer einen tollen Hausarzt, der einen Antrag auf Kur wegen „Schwererziehbarkeit“ für mich gestellt hat, damit sich meine Großeltern einmal im Jahr ausruhen konnten. Ich war in verschiedenen DB-Unterkünften, aber nach Lindenberg hat es mich immer hingezogen und meistens wurde dieser Wunschort für mich bei der Krankenkasse auch berücksichtigt.

Das erste Mal in Lindenberg war ich mit 5 Jahren für 6 Wochen, das war 1980:
Wir hatten eine ganz furchtbare Aufseherin. Damals gab es im Gang rechts noch diese großen Schlafsäle mit Trennwänden zwischen den Betten. Ich wollte eines Abends einfach nicht schlafen und habe die anderen Kinder geneckt. Der „Drache“ von Aufseherin kam rein, hat mich erwischt und ich musste eine gefühlte Ewigkeit barfuß im Flur stehen und durfte mich nicht bewegen. Meine Füße waren eiskalt. Toll war es aber immer im Keller, wo die Gummistiefel und Regenjacken bei Schmuddelwetter Ihren eigenen Stellplatz hatten. Von dort ging es auch direkt zum Schwimmbad. Einmal in der Woche durfte man Briefe diktieren, die nachhause geschickt worden sind. Kennt einer noch die kleine Gebäuderuine oben im Wäldchen?

Mein zweiter Aufenthalt dort war 1986:
Es gab keine Gruppensäle mehr sondern Mehrbettzimmer, die Mädchen auf einer Etage und die Jungs auf der anderen. Wir hatten eine Lesung im Türmchen oben, da wurde auch zu Reinhard May gesungen. In das Türmchen durfte man offiziell nicht, deshalb war das etwas ganz besonderes für mich. In der Turnhalle hatten wir einen Kinoabend, den ich sitzend auf der Bühnenerhöhung verfolgt habe, es lief STARMAN mit Jeff Brigdes. Ich hatte einen weißen Jogginganzug mit dem Logo von „Miami Vice“ mit, der war damals sehr teuer und ich habe ihn mit Stolz getragen 🙂

Mein letzter Kuraufenthalt in Lindenberg war 1988:
In Lindenberg wurden die Gruppen nach Alter aufgeteilt. Wenn man nach dem Haupteingang den Flur rechts entlang lief, waren die ersten Türen zu den Gruppentüren rechts auch die Räume, in denen die jüngsten Kinder untergebracht waren. Je höher man dem Flur kam, desto älter wurden die Altersgruppen.
Ich hatte das große Glück, dass ich im DB-Kinderabteil auf der Hinfahrt nach Lindenberg mich mit den ältesten Kindern anfreunden konnte. Das war nicht geplant. Jedenfalls hatte es sich ergeben, dass ein Mädchen davon in die jüngere Gruppe wechseln wollte und mit mir getauscht hat. Ab da an war alles super! Wir durften vom Gruppenraum auf die Terasse davor, wann wir wollten. Wir wurden nur in 3-4Bett-Zimmer untergebracht …

Eins hatte sich aber in den Jahren nie geändert: Um seine Kleidung nach dem Waschen zurückzubekommen musste man Namensschilder einnähen 🙂

Vor vier Jahren war ich das letzte Mal als Besucher im ehemaligen Kurortaufenthalt Lindenberg.
Es ist vieles noch wie damals, vor allem die Bodenbeläge und der bekannte Weg zum Schwimmbad.

LG

Bibi

Mermaid
Reply to  Bibi
28. Juli 2022 09:27

In dem Türmchen war 1971 das Fernsehzimmer, wir durften dort 1 oder 2x die ZDF Hitparade schauen mit Daniel Gerard ” Butterfly”…
Ruine im Wäldchen sagt mir nix. Mit uns wurde überhaupt nicht viel unternommen. Ich kann es gar nicht glauben, wenn ich hier von den vielen Ausflügen lese.

Mermaid
Reply to  Bibi
28. Juli 2022 08:07

Ja, aber heute ist es doch eine Art Sprachschule mit Hostel. Schön, dass man dich reingelassen hat.

Bibi
Reply to  Mermaid
30. Juli 2022 19:41

Hallo, da reinzukommen war nicht schwer. Rechts im Gebäude nach dem Haupteingang (ich sage mal im großen Empfangs-Saal) gibt es heute einen Informationsstand. Direkt dahinter liegen Büroräume. Als ich erklärt hatte, worum es mir geht, wurde gleich eine ältere Frau aus dem Büroraum geholt. Sie war schon zu DB-Zeiten dort angestellt und konnten sich an Erzieherinnen erinnern, die dort gearbeitet haben und in Lindenberg gewohnt haben. Sie sagte mir, dass ich überall hin dürfte, außer in die Schlaftrakte, ich wusste ja wo die waren.
Richtig toll war der Weg durchs Treppenhaus nach unten, wo sich immer eine riesige Schlange nach dem Abendessen gebildet hatte, weil dort eine Telefonzelle war und alle zu Hause anrufen wollten. Wer also nochmal nach Lindenberg hinmöchte, um Erinnerungen aufzufrischen, der wird dort bestimmt nicht abgewiesen. LG

Mermaid
Reply to  Bibi
31. Juli 2022 06:35

Ich war ja ca. 1991 im Winter, vor Silvester, dort. Ich habe Urlaub in Oberstaufen-Steibis gemacht und bin an einemTag nach Lindenberg gefahren, Da war das Verschickungsheim noch in Betrieb, aber in Feiertagsruhe. Ich bin um das Haus gelaufen. Das wurde von einer Frau im Haus bemerkt, die das Fenster öffnete. Ich sagte, dass ich hier zur Verschickung war. Daraufhin hat sie mich eingeladen hereinzukommen, aber ich wollte das nicht. Es wäre mir ein bisschen unheimlich gewesen.

Susanne
Susanne
Reply to  Jörg
16. Dezember 2021 23:58

PS: ich meine auch, dass wir nur jeweils 3 Wochen dort waren.

Susanne
Susanne
Reply to  Jörg
16. Dezember 2021 23:57

Hallo Jörg,
ich war auch da, die Jahre weiß ich nicht mehr. Das müsste aber zwischen 1988 und 1996 gewesen sein, 3-4 mal. Ich fand es toll da. Es gab damals aber schon die Möglichkeit für einige Mütter mitzukommen. Meine war das erste Mal auch mit und hat „aufgepasst“. Da mag also schon das Phänomen der „Kontrolle durch Angehörige“ gewirkt haben.
dennoch erinnere ich mich an eine ältere Erzieherin, die ein Drache war. Aber auch an einen, der richtig toll war.