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Erforschung der Verschickungsheime

Forschung…ein schwieriges Thema. Gerade in unserem Fall besteht die Problematik das es kaum noch Akten gibt.

Sich nur auf sogen. “Fachbücher” (in diesem Fall Folberth) zu verlassen ist schon einmal falsch. Denn in dem genannten Buch ist nur eine persönliche Aufzählung des Autors Sepp Folberth von Kureinrichtungen UND anderen Einrichtungen wie zum Beispiel Säuglingsheime oder Säuglingskrankenhäusern gelistet.

Als “Starthilfe” zur eigenen Forschung bedingt geeignet, um eventuell Anschriften (falls vorhanden) oder Informationen zum jeweiligen Träger zu bekommen. Mehr nicht. Aber ein Ansatz.

Zu den Zahlen:
Filtert man dieses alte Werk, so ergibt sich eine Zahl von 839 Kureinrichtungen für Kinder (Stand 1964). Nimmt man dann noch die Zahl der Einrichtungen der ehemaligen DDR dazu (118 – Quelle FDGB-Unterlagen 1953/1958, wobei es später keine spezifische Markierung extra für Kinderkureinrichtungen gab, nur im Werk bis 1958 / Sächsisches Staatsarchiv) so haben wir letztendlich 957 bestätigte Kureinrichtungen (Bestätigt duch Zahlen einer Erhebung in den 60er und 70er Jahren durch die damalige Regierung der Bundesregierung) in gesamt Deutschland.

Allerdings darf man die unzähligen Einrichtungen im Ausland (Schweiz/Österreich/Italien/ehem. Tschechoslowakei/Polen/ehem Jugoslawien) nicht vergessen, in die ebenfalls Kinder aus Deutschland verschickt wurden. Hier besteht noch eine größere Problematik: Es gibt nach derzeitigem Stand keinerlei Akten mehr, lediglich Berichte ehemaliger Verschickungskinder (ältester Bericht mit Fotografien sogar von 1947, eine Verschickung in die Schweiz durch das DRK).

Das es eine “Erforschung” erst seit 2018/2019 gibt ist ebenfalls nicht richtig wie von anderer Stelle beschrieben.

Es gibt eine Anzahl von Quellen, die bereits eine Erforschung im Auftrag der Bundesregierung im Jahr 1977 belegen.
Ebenfalls wurde duch Professor Dr. U.Köttgen bereits auf der Bundestagung des DACV 1967 in Koblenz auf eine begonnene Aufarbeitung und Erforschung der Kureinrichtungen hingewiesen. Hier liegen leider keine bekannten Ergebnisse einer Forschung vor, trotz mehrmaliger Anfrage. Lediglich die Bestätigung, das es so eine Aktion gab.

Aus solchen Gründen ist die Vernetzung untereinander so wichtig. Nur wir Verschickungskinder können unsere Informationen sammeln und teilen. Sei es durch die eigenen Erlebnisse oder durch die Pflege der Informationen in der Heimdatenbank.


Teilt euer Wissen! Macht mit!



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