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Erinnerungen an die Kinderverschickung


Dieses virtuelle Kurheim enstand auf Basis persönlicher Erinnerungen verschiedener Betroffener. Durch ein eigenständiges Erkunden der Einrichtung, kann ein Eindruck von den Erfahrungen der Verschickungskinder gewonnen werden.
Triggerwarnung: Die Ausstellung enthält explizite Schilderungen von körperlicher und seelischer Gewalt.

Link zum virtuellen Kinderheim


Das virtuelle 360 Grad Kinderkurheim haben erstellt:
Esra Dogan, Lena Dagenbach, Manuela Fröschle, Meike Kirner, Hannah Renninger, Luisa Vogel

Dieses Projekt ist im Rahmen der Veranstaltung „Digitale Erinnerungsräume” an der Hochschule der Medien Stuttgart entstanden

Urheber :

Studierende der Hochschule der Medien Stuttgart , jetziger Rechteinhaber “Aufarbeitung Kinderverschickungen Baden-Württemberg e.V. ( www.verschickungsheime-bw.de )” Diese Inhalte veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung.

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Bruno Toussaint
Bruno Toussaint
28. Februar 2022 04:03

In dem Video wird der Punkt der wenigen Freundschaften unter den Kindern in vielen Punkten ausführlich beschrieben. Es fehlt jedoch ein möglicher Punkt, der mit den Toilettengängen und anderen Hygienemaßnahmen einherging.

Toilettengänge, Waschen, Baden, Desinfizieren, etc.
erfolgten immer zur gleichen Zeit und in Gruppen. Das Waschen erfolgte mindestens halbnackt (in Pyjamahosen) und das Baden in einer großen Wanne völlig nackt – vom Personal mit kaltem Wasser und Schlauch abgespritzt. Die Toilettentüren konnten nicht verschlossen werden, ständig standen Kinder vor der Tür, schauten hinein, lachten, drängten sich vor.

Aus heutiger Sicht waren die Kinder einem ständigen “Schamstress” ausgesetzt, es gab keinen intimen Rückzugsraum, so dass sich gegenseitiges Misstrauen breit machte, Kinder reagierten untereinander in reflexartiger Alarm- und Abwehrhaltung. In ihrem frühkindlichen Bewusstsein waren sie daher einer zunehmenden Depersonalisierung bzw. Deprivation ausgesetzt und suchten Schutz im letzten, was sie an Identität von sich kannten.

Zu der Sache mit der Anwendung von Psychopharmaka gibt es auf der Seite AG Verschickungskind mehrere Texte und auch Beweismittel, die den Einsatz und die Wirkung von Atosil sehr realitätsnah belegen.

1.) https://verschickungskind.de/wp-content/uploads/2022/01/Der-Fall-des-Hans-Dominik-Bell.pdf
2.) Eines der Beweismittel:: https://verschickungskind.de/wp-content/uploads/2022/01/Bericht-zur-Behandlung-von-Frank-M.-im-Seehospiz-Atosil.pdf
3.) Aktueller Beipackzettel zu Atosil, der klipp & klar darlegt, dass das Mittel nur für Erwachsene mit echter psychiatrischer Indikation zugelassen ist: https://verschickungskind.de/wp-content/uploads/2022/01/Beipackzettel-des-Neuroleptikums-Atosil_Tropfen_Tropfflasche_30-50ml_GI-1.pdf
4.) Betriebliche Hintergründe, wie und warum Atosil eingesetzt wurde, siehe Absatz 7: https://verschickungskind.de/wp- content/uploads/2022/01/Auswertung-der-Dokumentation-der-Diakonie-in-Niedersachsen-zu-ihren-frueheren-Kinderkurheimen3.pdf

Insgesamt zeigt das Video leider immer noch nicht den vollen Realitätsgehalt eines Aufenthaltes in einem Kinderkurheim. Man merkt recht schnell, dass 25-jährige “forschende” Studenten sich immer noch auf die üblichen subjektiven und oft verniedlichenden Allgemeinbeschreibungen der Betroffenen beziehen, wie sie auch in den Büchern veröffentlicht wurden oder in den kurzen Filmen bei NDR, WDR und BR. Mit einem Wort: Von “Triggergefahr” sehe ich hier keine Spur, die Wirklichkeit in den Kinderheimen war wesentlich brutaler.