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Andrea Eggenweiler
21. März 2022 00:12

Hallo,
1968 wurde ich von Frankfurt am Main nach Sankt Peter Böhl in das Kinderkurheim „Haus in der Sonne“ verschickt . Eine Zeit, die ich bis heute nicht richtig verarbeitet habe und die mich wohl sehr geprägt hat. Während meines ganzen Lebens habe ich immer wieder Phasen an denen ich an meinen Aufenthalt dort denken muss. Ich hatte großes Heimweh, habe sehr viel geweint und wollte nur nach Hause.
Gerne würde ich Kontakt zu anderen bekommen, die evtl. auch in diesem Heim oder auch in anderen Heimen waren.
Übrigens war ich vor 4 Jahren auf Spurensuche in Sant Peter Ording. Ich wollte unbedingt dieses Kurheim sehen, um irgendwie damit abschließen zu können. Durch Archivarbeit in der dortigen Bibliothek habe ich dann aber herausgefunden, dass es dieses Haus nicht mehr gibt.

Schulzi
Reply to  Andrea Eggenweiler
5. August 2022 18:14

Das Haus wurde also abgerissen? Oder meinst Du, es ist heute kein Heim mehr?

Auf meiner Postkarte von damals steht die Hausnummer 121. Die Nummer 313, wie oben angegeben, gibt es nicht. Der Ort endet deutlich vor dieser Hausnummer.

In der Böhler Landstraße 121 steht ein sehr ähnliches Haus, aber nicht identisch. Ist ja auch 55 Jahre her.

Ich war 1967 dort, Juli, 6 Wochen, im Alter von 4,8 Jahren. Es gibt schöne Erinnerungen und furchtbare Erinnerungen. Ich kam sehr verstört nach Hause, sagt mein Vater. Ich habe immer beim Essen gesessen und geweint. Ich wurde mehrfach vor der Gruppe bloßgestellt, wenn ich mich nicht wie gewünscht verhalten habe. Ich war auf der Krankenstation mit Tanten, in der Nacht. Es hatte was von Ärger oder Strafe. Mein Koffer hatte Schlüpfer für 6 Wochen, für jeden Tag eine. Ich kam mit 6 benutzen Unterhosen zurück, die waren dermaßen vollgesaut, dass sie in die Tonne mussten.
Es gab einen Spieleabend, den haben ältere Jungs durchgeführt. Das war lustig. In einem Raum konnte man Souvenirs/Töpferwaren für zuhause auswählen. Das Milchkännchen gibt es noch.
Ich bin daran, das Geschehene aufzuarbeiten. Es macht mich sehr traurig und mir wird schlecht, wenn ich daran denke.

Zurzeit bin ich in SPO und will schauen, ob ich Unterlagen finde. Über Kontakt freue ich mich.

Susanne
Susanne
Reply to  Andrea Eggenweiler
20. Mai 2022 17:36

Hallo, ich war 1978 und 1979 dort. LG Susanne

Karin
Reply to  Andrea Eggenweiler
24. März 2022 09:23

Ich war auch dort

Karin
Reply to  Andrea Eggenweiler
23. März 2022 20:23

Hallo Andrea, ich glaube das ich auch da war so 71 oder 72 ,ich war 11 oder 12 jahre alt. Ich habe eine Frage, stand auf dem Grundstück noch ein kleines weißes Häuschen wo nur die größeren Mädchen schliefen? Kannst du dich erinnern? Gruß Karin

Susanne
Susanne
Reply to  Karin
20. Mai 2022 17:37

Ja, das sog. Mädchenhaus

Andrea
Reply to  Karin
24. März 2022 15:03

Hallo Karin,
ich kann mich auch daran erinnern, dass die älteren Kinder/Jugendlichen in einem separaten Häuschen gegenüber geschlafen haben. Auf der anderen Straßenseite gab es noch ein weißes Reetdachhaus, das als Krankenstation bzw. Quarantäne diente. Hierhin wurden dann Kinder verlegt, die sich mit Windpocken, Masern etc. angesteckt hatten. Da ich während der Kur auch noch Windpicken bekam musste ich auch dort schlafen.
Viele Grüße
Andrea

Karin
Reply to  Andrea
24. März 2022 16:34

Hallo Andrea, hattest du auch im weißen Häuschen geschlafen? Bei uns kam immer ein jüngerer männlicher Betreuer rein wenn wir uns gewaschen oder geduscht hatten. Das fand ich so ekelhaft

Susanne
Susanne
Reply to  Karin
20. Mai 2022 17:42

Ich habe beim zweiten Mal auch im sog. Mädchenhaus geschlafen, bei uns war aber nie ein männlicher Betreuer im Haus. Die waren nur bei Wattwanderungen und beim Ausflug ins Wellenbad dabei

Karin
Reply to  Susanne
20. Mai 2022 19:05

Dann wurde da wohl mal richtig aufgeräumt, dieser Kerl. Ich war nie im wellenbad

Ute Kress
16. Februar 2022 16:58

Hallo zusammen, am 15.02.22 haben ich den Beitrag im Fernsehen im WDR gesehen. Ich bin auch ein Verschickungskind .
Mit 5 Jahren (1965 ) und dem Namesschild um den Hals bin ich mit dem Zug von Hanau in Hessen nach St. Peter Ording gefahren ohne Eltern .
Alles was ich noch weis, dass ich in einem großen Schlafsaal geschlafen habe.
 
Hat jemand Unterlagen oder Bilder von der damaligen Zeit ?
Eventuell Berichte über mich zum Austausch Ich hab ich noch die Bilder von damal im Kopf und bin 61 Jahre alt
Es beschäftigt mich immer wieder.

Christine
Reply to  Ute Kress
29. Mai 2022 05:03

Ich bin auch mit 5 Jahren nach St Peter Ording in das Haus in der Sonne verschickt worden, das war 1972. Ich habe erst durch den Dokukmentarfilm “Das Leid der Verschickungskinder” festgestellt, dass mein ganzes Leben durch das , was dort passier ist, beeinflusst ist. Ich konnte mich aber all die Jahre eigentlich nur an 3 Szenen erinnern, und sonst an gar nichts. nämlich dass ich mit 3 Tanten um mich herum an einem Tisch saß (es war eine Art überdachte Veranda) und gefühlt mehrere Stunden lang heulend versuchte mich zu weigern, den Fisch mit den Gräten zu essen.
Das andere Erlebnis ist nur ganz vage in Bildern vorhanden, der Rest tief vergraben in meinem Unterbewusstsein. Ich habe aber immer wieder Situationen in meinem Leben erlebt, die darauf hindeuten und zurückverweisen. Das ist mir aber auch erst seit 2 Monaten bewusst. Ich erinnere ein einsames Haus, ich meine es war an einem Strand, und dass wir als Gruppe Kinder dorthin gingen, geführt von einem oder zwei größeren Kindern/Jungen. Was dann war, weiß ich nicht. Nur, dass ich in einer Krankenstation aufgewacht bin. Da lagen mehrere Kinder mit mir. Es wurde mir von den Tanten übel genommen, dass ich dort lag und ihnen Arbeit machte. Es wurde gesagt, ich hätte was ganz Schlimmes gemacht und vom Gefühl her wurde ich dafür bestraft, dass ich jetzt dort lag. Ich habe hier in diesem Forum gelesen, dass es ja diese extra Krankenstation gab. Wer kann sich noch genauer erinnern. Vieles in meinem Leben deutet darauf hin, dass ich bei diesem Aufenthalt sexuell missbraucht worden bin. Ich habe später entsetzliche Szenen mit meinen Barbiepuppen gespielt, für die ich mich einschloss, weil ich mich schämte für das was ich spielte. Ich habe es damals nicht verstanden und konnte mit den Erinnerungen auch nichts anfangen. Ich habe immer gedacht, ich bin böse und pervers – erst jetzt sehe und verstehe ich Zusammenhänge. Ich wüsste gern, ob sich noch jemand an so ein einzelnes Haus erinnert, oder noch mehr über die Krankenstation erzählen kann. Ich kann mich an keine der Tanten mehr erinnern.
Ich kann mich nur an die Hagebuttensträucher direkt hinter dem Haus erinnern und dass wir uns die Samen immer hinten in die Pullover reingemacht haben gegenseitig, als Juckpulver…