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Christine Rohrschneider
Christine Rohrschneider
24. Januar 2022 10:49

Hallo, heute will ich einmal etwas genaueres über meinen Aufenthalt in Greiz schreiben. Also ich kann mich erinnern, daß ich zur Kur geschickt wurde, weil ich sehr langsam wuchs und meine 2,5 Jahre jüngere Schwester mit 3 Jahren mich in der Körpergröße schon eingeholt hatte. Ich habe nur eine Erinnerung an Greiz. Ich hatte Heimweh, was aber nicht beachtet wurde. Eines Tages gab es Gemüseeintopf. An sich nichts schlimmes, ich habe auch alles gegessen, denn auch zu Hause wurde gegessen, was auf den Tisch kam. – Allerdings fand ich auf meinem Teller ein ca. 4 cm x 2 cm großes Stück gelbes grobes fettes Bauchfleisch vom Rind (nur Fett, keine Faser mageres daran), und das war mir zu eklig und zu groß. Also schob ich es zur Seite mit der Absicht es nicht zu essen. Da hatte mich aber längst die Strenge Erzieherin Frau Handwagner ( glaube so hieß sie) im Visier. Sie forderte mich mit strengem Ton auf das Fleisch zu essen. Ich durfte es aber nicht zerteilen und auch keine Erbse oder ein Stück Möhre mit auf den Löffel tun. Sie stand hinter mir und wich nicht von der Stelle. Ich durfte von da an nichts anderes von meinem Teller essen, konnte das große Stück Fleisch aber auch nicht schlucken. Da hat mir die Erzieherin das Stück in den Mund geschoben und mich hat es gehoben und gewürgt, die Tränen sind gelaufen, ich brachte das große Stück nicht hinunter. Nun wurde das Essen kalt und es wurde noch ekliger. Alle anderen Kinder waren schon zur Mittagsruhe und ich saß allein am Tisch mit der Erzieherin im Rücken. Als die halbe Zeit der Mittagsruhe vorbei war, durfte ich ohne Essen ins Bett. – Heilich habe ich mich auf`´s Kaffeetrinken gefreut, da gab es 1Tasse Malzkaffee oder Milch und eine Scheibe Brot mit Margarine. Ich bekam nur eine Tasse Malzkaffee, nichts zu essen. Langsam kam der Hunger hoch aber, es wäre wohl meine eigene Schuld. Danach ging es in den Garten zum Spielen. Da wurde ich von einem anderen Mädchen gehänselt. Endlich gab es Abendbrot, ich hatte vielleicht einen Hunger, denn ich war eigentlich ein guter Esser. Aber oh Schreck, stand doch tatsächlich der Mittagessensteller mit dem fetten Stück Fleisch wieder vor mir. ich habe es versucht doch ich konnte das riesigeStück Fett nicht schlucken. Es gab aber für mich nichts Anderes. Es ging ohne essen ins Bett zur Nachtruhe. Mein Magen rumorte und knurrte, ich hatte echt Hunger. – Nachts kam eine andere Erzieherin, die nur nachts kam. Um 1:30 Uhr in der Nacht machte sie einen Rundgang und stellte fest, daß ich nicht schlief. Sie fragte weshalb ich nicht schlafe. – Ich habe ihr meinen Tagesablauf erzählt und das ich Hunger habe, da ging sie in die Küche und machte mir eine Schnitte. Da war glaube ich nichts weiter drauf als Margarine, das war aber nicht wichtig. Dann konnte ich schlafen. Ich habe diese gute Seele nicht verraten. Das war mein Geheimnis. Ich bin dieser Frau heute noch dankbar. Was es sonst zu essen gab weiß ich nicht mehr, nur daß vor dem Fester auf einem großen Baum ein Eichhörnchen rumkletterte. Ich hatte Heimweh und wollte von dort ausreißen, konnte aber nicht. Da habe ich mich ganz weit entfernt von Allen auf einem Hang in einer Zaunecke versteckt und habe sehr geweint. Es hat wohl auch lange gedauert, bis sie mich vermißt haben, denn danach gab es eine Standpaucke und zum Glück aber wenigstens Abendbrot. Was es so noch zu Essen gab weiß ich nicht mehr, nur dass ich ziemlich dick geworden war, so sehr daßß mein Laibchen geplatzt war und mein schöner Trägerrock am Bund nicht mehr zu ging. Gewachsen war ich keinen Centimeter nur in die Breite. Als ich heim kam wurde ich von meinem älteren Bruder gehänselt weil ich so dick geworden war. Danach habe ich bei jeder Gelegenheit alles gegessen was nochauf dem Tisch stand. Das brachte natürlich Pfunde auf die Rippen. Heute habe ich noch immer gegen zu viele Pfunde auf den Rippen. Nur mit Disziplin halte ich mich in Form. Gewachsen bin ich weiterhin langsam und habe nur eine Körperhöhe von 1,46 erreicht. Und darüber wurde mein gesamtes Leben gelästert und Witze gemacht. Heute bin 66 Jahre alt und wem ich so nicht gefalle, der soll woanders hin gucken. Ich habe sehr lange gebraucht, um so viel Selbstbewußtsein zu entwickeln.

Christine Rohrschneider
Christine Rohrschneider
18. Januar 2022 11:40

Hallo Anja,
ich war 1958 oder 1959 in Greiz für 6 Wochen zur Kur. Ich hatte nicht gedacht, daß dieses Heim so lange existiert hat oder gar heute noch existiert? Ich denke wir sprechen vom selben Kinderkurheim. Ich war erst 3 oder 4 Jahre alt und erinnere mich, dass es auf einem Berg war. Ansonsten habe ich wenig Erinnerungen und die , die ich habe sind alles andere als gut. Ich war froh als es wieder heim ging.

AnjaBrenner
7. November 2021 17:09

Hallo

Ich war 1984 im Bergfrieden in Greiz.
Gibt es Leute wo auch da waren?