Kindererholungsheim Jagdhaus Dr. Stäcke 5421 Weisel über St. Goarshausen
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Kindererholungsheim Jagdhaus Dr. Stäckel – 5421 Weisel

Kindererholungsheim “Jagdhaus Dr. Stäckel”

Telefon: Kaub 282

H 430m

Träger: Frau Erna Stäckel; Vertragsheim der Barmer Ersatzkasse

Betten: 50

Aufnahme: 20 Knaben und 30 Mädchen von 6-12, ganzjährig

Ärztliche Behandlung

Indikation: Erschöpfungszustände, Schlaflosigkeit, Neurosen, sekundäre Anämien, Infekte der oberen Luftwege, ReKonvaleszenz

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Waltraud W.
Waltraud W.
9. Juni 2022 16:22

Ich war vom 13.8. – 20.9.1968 im Jagdhaus Dr. Stäckel in Weisel über Sankt Goarshausen. Ich war 10 Jahre alt. Ich war nach einem schweren Unfall zur Erholung von der Barmer Ersatzkasse dorthin geschickt worden und wurde von einer Mitarbeiterin der BEK begleitet.
Bei der Ankunft im Heim wurde sofort ein gutes Kleid und Mantel für die Rückreise weggehängt. Das Sachenverzeichnis wurde von einer K. Buntrock unterschrieben. Ich hatte noch einen blauen Trägerrock mit .Den musste ich immer anziehen. Außerdem hatte ich Kniestrümpfe und Gummistiefel mit, die wir jeden Tag beim Wandern tragen mussten. Nach meiner Rückkehr “standen” die Strümpfe vor Dreck. Die konnte man nicht mehr waschen.
Wir gingen jeden Tag in den Wald und wanderten lange. Zweimal machten wir einen Ausflug zur Lorelei und nach Kaub. Dort kaufte ich mir Ansichtkarten und ein Bettelarmband mit Anhänger, das ich heute noch besitze. An einem Sonntag gingen wir zu Fuß zum Gottesdienst. Ich bin katholisch erzogen und daher daran gewöhnt, jeden Sonntag zur Messe zu gehen. Daher kam es mir komisch vor, nur einmal in 6 Wochen zur Messe zu gehen. Einmal hatten wir auch eine Party, auf der ich mit einem dickeren Jungen tanzte.
Ich hatte eine Freundin dort, die Cornelia H. hieß und aus Nordhorn kam. Diese habe ich 1971 in Nordhorn auf der Kirmes noch einmal wiedergetroffen. Wir saßen in der gleichen Gondel im Riesenrad.
An das Essen erinnere ich mich nicht mehr genau. Nur einmal gab es Forelle. Ich mochte keinen Fisch außer Fischstäbchen. Ich aß nur die Beilagen und musste danach noch ganz lange sitzenbeiben, bis ich etwas davon gegessen hatte. Abends bekam ich die Reste dann noch einmal vorgetzt. Ich mag heute noch keine Forelle.
Nachts durften wir nicht zur Toilette, weil die Böden dann so knarrten. Wenn jemand ins Bett gemacht hatte oder sonst einen Fehler gemacht hatte, musste sie dann eine Stunde nachts im dunklen Flur auf einem Stuhl sitzen. Ein anderes Mädchen musste das sehr oft.
Die Post wurde zensiert. Als ich meiner Mutter geschrieben hatte, dass ich Heimweh hätte, wurde das durchgestrichen und kommentiert. Das wäre gar nicht so schlimm.
Nach meiner Rückkehr habe ich zu meiner Mutter gesagt, wenn ich später Kinder hätte, würde ich sie nie in Kur schicken. Das habe ich auch gehalten.

Roland Brömmelkamp
Roland Brömmelkamp
3. April 2022 21:05

Habe heute eine alte Postkarte wiedergefunden, die mir meine Volksschullehrerin im April 1965 nach Weisel/ Jagdhaus Dr. Stäckel geschickt hat. Das hat mich bewogen, mich im Netz nach dem damaligen Kurort umzusehen.So habe ich diese Seite gefunden.
Ich war dort auf Anraten unseres Hausarztes, obwohl mir nichts fehlte. Mein Bruder war seinerzeit schwer asthmakrank und verbrachte zweimal im Jahr seine Kuren auf Norderney und in Bad Reichenhall. So kam man wohl auf die gloreiche Idee, dass eine “Freßkur “für mich auch mal ganz schön sei.
Ich wurde von einem jungen Mitarbeiter der BEK per Zug dorthin begleitet. Morgens gab es immer Haferflocken und man konnte sie trocken essen oder mit Milch mischen, wenn man mischte gab es nicht mehr zu trinken.
Merkwürdig fand ich (damals 7 J.), dass alle Jungen zusammen nackt duschen mußten und wir von zwei Frauen, die sichtlich Spaß daran hatten , mit einem kalten Schlauch abgespritzt wurden. Auf Schamgefühl wurde keine Rücksicht genommen und die älteren Jungen zeigten schon deutlich pubertäre Sekundarbehaarung.
Ein Junge in unserem Schlafzimmer, der etwas älter und kräftiger war, kotete manchmal nachts ein und tauschte dann seine vollbepinkelte und kotverschmierte Bettdecke gegen meine aus. Ekelig.
Im Rahmen der heutigen Mißbrauchsdebatten sind Gedanken an den damaligen Aufenthalt schon mehrfach “wieder hochgekommen”, aber damals dachte ich mir, das wäre normal.

Karin
Karin
24. März 2022 12:23

Ich war während der Sommerferien 1975 für 6 Wochen im Jagdhaus Dr. Stäckel. Ich kann mich gut daran erinnern, dass die Dame von der Barmer Ersatzkasse mir vorgeschwärmt hat, wie toll das wird und dass ich dort mit vielen Kindern den ganzen Tag spielen und Spaß haben würde. Es war einfach nur grauenhaft und verfolgt mich mein ganzes Leben lang. Ich hatte 6 Wochen lang schreckliches Heimweh, wurde in der ersten Nacht von Schwester Karin angeherrscht, ich könne ja nach Hause laufen zu meiner Mutter, Sie würde mich vor die Tür setzen, ob ich das wolle?
Ich habe ebenfalls eine große Aversion gegen Milch, warme Milch führt bei mir ebenfalls zu Brechreiz. Die morgendlichen Milchsuppen waren schrecklich und die Tanten haben gut aufgepasst, dass ich alles aufesse. Ich habe mitbekommen, dass ein Kind Erbrochenes wieder aufessen musste. Mir ist das nicht passiert.
Statt miteinander zu spielen mussten wir ständig durch den Wald spazieren und täglich einen Mittagschlaf abhalten. Während der Bettzeiten war der Toilettengang verboten.
Das Wichtigste war das Wiegen am Anfang und am Ende. Ich hatte 2 kg zugenommen, damit waren sie nicht sonderlich zufrieden.
Ein paar Kinder bekamen ein Mittel auf einem Esslöffel verabreicht. Ich habe auch dazugehört. Keine Ahnung was das war. Ich hoffe nur harmloses Sanstol o.ä.
Die böse Tante Karin war kurz vor der Rückfahrt nach Hause sch…freundlich zu mir. Das kam mir seltsam vor.
Ich kann mich auch nur an Tante Karin und die Chefin, Frau Netz erinnern. Frank, bist Du sicher, dass Du 1965 dort warst?
Gibt es noch jemanden, der im Sommer 1975 dort war?

Jörg W.
21. Februar 2022 22:54

Im Zeitraum ca. 06.04.1971 – 11.05.1971 wurde ich im Alter von 8 bzw. 9 Jahren über die BARMER Ersatzkasse nach St.Goarshausen verschickt. Hintergrund war, dass es meinem älteren Bruder, der eher gesundheitlich etwas aufgepeppelt werden mußte, bei seiner Verschickung in ein Kinderheim auf Borkum sehr gut gefallen hatte. Ich hingegen war recht gut beieinander und eigentlich kerngesund. Dennoch wurde ich verschickt. Der Zeitraum von 6 Wochen zog sich über meinen Geburtstag, den meines Bruder und meiner Mutter sowie die Osterfeiertage hin. Keine schöne Zeit, um nicht zu Hause zu sein. Was allerdings viel, viel schlimmer war, war die Behandlung dort im Heim. Wir alle mußten zum Frühstück Milchsuppe essen. Noch nie konnte ich den Geruch von warmer Milch ertragen. Er löste – genau wie die Milch selbst – Brechreiz bei mir aus. Dennoch mußte ich die Milchsuppe löffeln, was ungehend dazu führte, dass ich mich (glücklichweise auf der Toilette) erbrechen mußte. Der schwer ausgehandelte Kompromiß war, dass ich jeden morgen ein Glas kalte Milch trinken mußte. Eine echte Qual, da ich immer kurz vorm Erbrechen war. Szenen, die ich auch 50 Jahre später noch minutiös vor Augen habe. Diese Folterqualen werde ich nie vergessen.
Drastische Strafen waren im Falle von “Ungehorsam” angesagt: Da wurde dann eben dauerhaft das Stofftier weggenommen. Hört sich vielleicht nicht schlimm an, war es aber! Vermutlich gab es auch noch andere Strafen, an die kann ich mich glücklicherweise nicht mehr erinnern.
Natürlich wurde die ausgehende Post kontrolliert. Es durfte nichts Negatives geschrieben werden. Ich habe vor kurzem die gesamte Post gefunden und es ist – aus heutiger Sicht – kaum zu glauben, was ich geschrieben habe bzw. was man mir geschrieben hat.

Frank
Frank
14. Februar 2022 11:05

Im Alter von 7 Jahren wurde ich verschickt und oberhalb von Kaub einquartiert. Es waren meine erstern Sommerferien, und das Heimweh war schrecklich! Die Heimkinder sollten keine Pakete erhalten, um den Neid der anderen nicht zu erwecken. Dennoch wurden einem Mädchen regelmäßig Puppen geschickt. Die Post wurde während des Frühstücks verteilt, und ich freute mich über jede Karte. An die vielen Haferflocken kann ich mich auch noch erinnern, und die schönen Ausflüge in den Wald zu den Köhlerhütten. Es wurde viel gewandert, und in den Bachläufen stauten wir das Wasser. So schrecklich, wie hier teilweise geschildert, empfand ich den Heim-Aufenthalt aber nicht. An die Schwestern Karin und Frau Netz habe ich eine Erinnerung. Ich besuchte das Anwesen 1985 (20 Jahre danach). Ein Kinderheim gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr…

thomas
thomas
Reply to  Frank
5. Juli 2022 14:30

hallo frank,

ich war gestern mit dem 9 euro ticket in st. goar und konnte mich noch einigermaßen daran erinnern, das ich damals in kur in st. goarshausen war. wie alt ich damals war, für wieviele wochen, welches jahr, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. bin geboren 1961, vor kurzem 61 jahre geworden und würde gerne wissen, wo genau dieses jagdhaus gewesen war? frank hast du eventuell eine genaue adresse für mich, auch falls dort nix mehr stehen sollte, wäre sehr nett von dir. meine eltern waren auf jeden fall auch in der barmer (mein vater beamter bei der bundeswehr). ich hatte glaube ich damals auch essensprobleme und bei mir war das heimweh glaube ich auch sehr groß gewesen. ich freuen mich auf antworten von euch, leiben dank im voraus. grüße aus köln von thomas

Michaela Enders
Michaela Enders
23. November 2021 22:27

Hallo,
ich war im Herbst 1967 wenige Wochen nach dem Tod meiner Mutter auf Vorschlag der Barmer Ersatzkasse für 8 Wochen im Kinderheim St. Goarshausen auf Kinderkur. Ich habe gelitten wie ein Hund, habe jede Nacht ins Bett gemacht, danach jahrelang Nägel gekaut, dort bis auf’s Nagelbett runter und in Folge dessen eitrige Nagelbettentzündungen bekommen. Meine Schwester hat mir täglich eine Mecki-Post-Karte geschickt, was mein Heimweh und meine psychischen Qualen etwas gemildert hat. Ohne dieses tägliche Zeichen dass man mich zuhause nicht vergessen hat, hätte ich vermutlich heute ein massives Trauma.
An explizite Misshandlungen kann ich mich aber nicht erinnern.
Ich war offiziell wegen Untergewicht dort hin geschickt worden. Seit meiner Pubertät habe ich jedoch immer mit Übergewicht zu kämpfen.

Michaela Enders
Michaela Enders
Reply to  Michaela Enders
23. November 2021 23:11

Ach ja, ich war damals knapp 7 Jahre alt. Das hab ich vergessen zu erwähnen!

matchris
9. November 2021 17:38

Hallo, ich war für 6 Wochen ca 1968 oder 1969 im Jagdhaus Dr. Stäckel, St. Goarshausen. Ich suche weitere Menschen, die in diesem Zeitraum, vermutlich Sommer, dort zur Gesundung auf Einladung der Barmer Ersatzkasseoben waren, um mich auszutauschen. Was mir dort widerfuhr, ergeht extra, ich bin gerade erst am aufarbeiten.
Gruß, Christian

Heike
Reply to  matchris
5. Februar 2022 09:42

Ich bin auch in der Zeit dort gewesen! Auch von der Barmer für 6 Wochen im Sommer verschickt. Es war die Hölle!!

Liebe Grüße Heike

Sascha Müller
Sascha Müller
Reply to  Heike
13. Februar 2022 03:58

Hallo ,
Da hast du recht ,vorallem das Duschen und das Essen !
Mussste damals zuhnehmen!,am aller schlimmsten war der sccheiss ATZENBACHER rundweg