Verschickungsheime,  Verschickungsheime - Baden-Württemberg

Kindererholungsheim Lindenfirst-Schönblick – 73527 Schwäbisch Gmünd

Name der Einrichtung: Kindererholungsheim Lindenfirst-Schönblick,
Schwäbisch Gmünd
Ort: Schwäbisch Gmünd
PLZ: 73527
Straße: Franz-Konrad-Straße 63
Heimträger: Schönblick gGmbH
von: 1921
bis: 1974
Kategorie: Kindererholungsheim
Einrichtung heute: Einrichtung existiert nicht mehr. Heute befindet sich dort ein Seniorenpflegeheim.

Kontaktdaten der aktenführenden Stellen

Kontakt 1:

Staatsarchiv Ludwigsburg
Arsenalplatz 3
71638 Ludwigsburg
Tel.: 07141/64854-6310
E-Mail: staludwigsburg@la-bw.de
Homepage: www.landesarchiv-bw.de/web/47251


Bei Überbelegung der Kinderkureinrichtung Lindenfürst-Schönblick wurde aber auch Kinder im Erholungsheim Schönblick aufgenommen (outsourcing).


Geschichte

Die Geschichte des Schönblick reicht zurück bis zum März 1914, als der Altpietistische Gemeinschaftsverband in Württemberg unter seinem damaligen Vorsitzenden Rektor Christian Dietrich zum Bau eines Christlichen Erholungsheimes aufrief. Im Mai 1915 erfolgte dann die Grundsteinlegung und schon im Juli 1916 konnte das Erholungsheim Schönblick – heute das Gästehaus – eingeweiht werden, das 2003 umgebaut und 2018 umfangreich saniert wurde.[2]

Vier Jahre später wurde die Gastwirtschaft Lindenfirst für die Einrichtung eines Kinder-Erholungsheimes erworben, das im November 1921 eröffnet werden konnte.

Mit der Aufstellung der ELIM-Baracke am Schönblick im August 1924 konnte dann das Jugend-Freizeitheim, das 1992 zum Freizeit- und Schulungszentrum und 2006 zum Seminarhaus umgebaut wurde, eingeweiht werden.

Im August 1939 wurde der Schönblick erstmals beschlagnahmt – „zur vorsorglichen Einrichtung eines Reservelazarettes“ (Aufhebung zum 25. Oktober 1939).

Ab August 1941 erfolgte die Übernahme des Schönblick durch die Landesversicherungsanstalt (LVA) für die Einrichtung einer Lungenheilanstalt. Erst im Juni 1952 erfolgte die Rückgabe der gesamten Schönblick-Einrichtungen durch die LVA. Daraufhin folgte im Oktober 1952 die Wiedereröffnung des Erholungsheimes.

Im Juli 1985 wurde der Beschluss gefasst, den Lindenfirst auf dem Schönblick zu einem Heim für pflegebedürftige Gäste – dem heutigen Alten- und Pflegeheim – umzubauen, das bereits im Mai 1986 eingeweiht und 1999 erweitert werden konnte.

Seit Januar 1998 steht Martin Scheuermann dem Schönblick als Hausvater und Geschäftsführer vor. Unter seiner Leitung kam es dann im Januar 2002 zur Gründung der Evangelischen Gemeinde Schönblick, welche als Gemeinschaftsgemeinde einen Sonderstatus innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg genießt.

Bereits im Herbst 2001 war die Christliche Gemeindemusikschule Schönblick ins Leben gerufen worden. Im August 2002 zogen die ersten Bewohner in die neue Seniorenwohnanlage am Schönblick ein – nach nur 15 Monaten Bauzeit. Das Forum, eine Kongress- und Tagungsanlage für mehr als 1000 Menschen, wurde im Februar 2007 nach weniger als zwei Jahren Bauzeit seiner Bestimmung übergeben.

2018 zählte das Gästezentrum mit seinen 200 Mitarbeitern 555 Betten sowie 24 Tagungsräume. Es kann bei Tagungen und Konzerten bis zu 1.000 Besucher aufnehmen.

Quelle: Wikipedia / LVA

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Jan
Jan
31. Januar 2022 17:44

Düstere Erinnerungen, das war mein 5-Wochen Alptraum im Sommer 1971 im Alter von 6, zusammen mit meinem Bruder:
Brutale Nonnen, die uns die Köpfe aneinander geschlagen haben, um uns zu massregeln. Die uns zum Essen gezwungen haben, wobei man erst aufstehen durfte wenn man fertig gegessen hat.
Hat man trotzdem nicht aufgegessen, hat man den gleichen Teller am Abend wieder vorgesetzt bekommen.
Das eklige Müsli… seitdem habe ich grundsätzlich Vorbehalte gegen Müsli.
Toilette nur nach Plan.
Ging’s dann nachts doch mal “ins Bett”, (man durfte ja nachts nicht aufstehen) dann gab’s halt am nächsten Morgen Geschrei und Geschimpfe.
“Isolationshaft” war auch nicht selten.
Kontakt nach draußen gab’s nicht.
Die einzige Abwechslung waren gelegentliche Spaziergänge hinterm Haus in die “Schlucht” und durch den Wald unter Aufsicht einer etwas jüngeren, “toleranteren” Kindergärtnerin.
Im Knast kann’s nicht schlimmer sein.
Das Bild ist ein bisschen irreführend, das war doch eher so ein riesiger alter schauriger Kasten: das Bild auf Wikipedia (Schönblick) dürfte die Erinnerung eher treffen, wobei das damals nicht so gepflegt war: ogy.de/rz78

Jens
Admin
Reply to  Jan
1. Februar 2022 10:07

Moin Jan,

Das von dir verlinkte Erholungsheim ist NICHT das “Kindererholungsheim Lindenfirst-Schönblick”. Es ist das “Christliche Erholungsheim Schönblick”

SIeht man auch auf dieser anehängten Postkarte:

Schwaebisch_Gmuend-Christliches-Erholungsheim-Schoenblick-Jugend-Bibelhaus-Kindererholungsheim-Lindenfirst-Schwaebisch-Gmuend.jpg
Jan
Jan
Reply to  Jens
2. Februar 2022 12:02

Also ich kann mich noch ziemlich gut an das große Gebäude erinnern, das Portal, der große Speisesaal. Wir beide waren links davon, irgendwie ein Anbau, im Dachgeschoss untergebracht. Und an die “Nonnen” (oder waren’s “Diakonissen”) mit ihren weißen Hauben kann ich mich auch noch gut erinnern. Damals nannte man lieblose, gewalttätige Erziehung noch “streng”.
An ein kleines Häuschen, wie das, das ganz oben abgebildet ist, kann ich mich nicht erinnern. Könnt schon sein, dass wir (viiiele Kinder in dem Speisesaal!) irgendwie nach nebenan in das große Gebäude “outgesourct” waren (geburtenstarke Jahrgänge 😉 )

Jens
Admin
Reply to  Jan
2. Februar 2022 12:37

Hallo Jan,

exakt!
Laut LVA wurde damals bei Überbelegung des Lindenfirst Kinder auch im großen Gebäude untergebracht.
Ich werde noch einen zusätzlichen Datensatz extra für das große Haus anlegen.

zu finden unter diesem Link:

https://verschickungskind.de/erholungsheim-schoenblick-73527-schwaebisch-gmuend/

Beate
Beate
11. September 2021 23:04

Lindenfirtst/ Schönblick in Schwäbisch Gmünd war mein Albtraum im Sommer 1970, mit 7 Jahren, weil ich ein nervöses Kind war und zu dünn. Ich kann mich noch an den Vorschlag des Arztes erinnern, erst fand Ichs cool, aber als ich hörte, es sollen 4 Wochen werden wurde mir bange. Von der Familie sehr bestärkt “so klein und schon so weit fort” hatte ich nichtsdestotrotz ab dem ersten Tag furchtbares Heimweh und das änderte sich auch nicht. Ich weinte viel und wurde von den anderen Kindern ausgelacht. Schlimm war auch die Mittagsruhe – 2 Stunden regungslos im Bett liegen, weil, wenn man sich nur umdrehte quietschten die Bettfedern und die Aufseher schimpften. Zum Frühstück gab es abwechselnd pappige Haferflocken – bis heute habe ich eine tiefsitzende Abneigung gegen Haferflocken – und Brote, dünn mit Marmelade beschmiert, aber ohne Butter, die mir ebenfalls nicht schmeckten. Die Briefe an zuhause schrieben die Erzieher, ich sagte sie sollen schreiben, “bitte holt mich ab, ich habe Heimweh..” aber sie schrieben, Beate hat heute was nettes gebastelt”..
Zum Ende gab es 2 Abholtage, die Eltern wussten nicht genau, ob sie am ersten Tag kommen. Ich weiß noch, welch eine Not es war, als ein Kind nach dem anderen abgeholt wurde, meine Eltern aber nicht kamen. ich hatte große Angst, dort für immer bleiben zu müssen.
Der einzige Lichtblick war eine Praktikantin, die meinen Dialekt sprach und der Wald hinter dem Haus, in dem wir manchmal spazieren gingen. .