Verschickungsheime,  Verschickungsheime - Bayern

Kindererholungsheim Marwang – 8221 Grabenstätt

Marienstift Marwang
Daxbinderweg 5
83355 Grabenstätt

Das Marwanger Benefiziatenhaus diente als Domizil für Pfarrer, die in Ruhestand waren, die, wie es bei Max Huber, heißt, »in Marwang Ruhe und Frieden für ihr Alter suchten«. Einer von ihnen war Paul Hofmeister, früher Pfarrer in Frasdorf, der hier von 1918 bis 1925 lebte. Er hatte die Idee, eine ambulante Krankenpflege in Marwang einzurichten, was »als gemeinnütziges Werk durchaus der Situation Marwangs angemessen« sei. Er nahm Verhandlungen auf mit dem Mutterhaus der Niederbronner Schwestern in Neumarkt in der Oberpfalz. Deren Ergebnis war, dass am 24. April 1920 die ersten drei Schwestern nach Marwang kamen und ihr Quartier in der ehemaligen Organistenwohnung nahmen. Seit dem Einzug der Schwestern existiert der Name »Marienstift«.

Die Schwestern kauften kurze Zeit später das so genannte Kaltenegger-Anwesen, um dort ein Erholungsheim einzurichten. Weitere Niederbronner Schwestern kamen nach Marwang, 1927 wurde das Erholungsheim eröffnet, in das in den Jahren danach zahllose Kinder strömten. Dieses Heim wurde aber bald danach von der Eisenbahndirektion Regensburg erworben. Bis zum Jahr 1988 blieb es Kindererholungsheim der Bundesbahn, wurde 1988 an privat verkauft, danach als Durchgangsstelle für Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR und später als Wohnheim für Aussiedler genutzt. Schließlich wurde es abgerissen, und an seiner Stelle entstand eine Wohnsiedlung.

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anonym
anonym
11. April 2022 17:35

Guten Tag, ich bin auf der Suche, habe eine alte Postkarte gefunden, die für mich geschrieben wurde. Bundesbahn Erholungsheim Marwang, Grabenstätt. Ich selbst konnte noch nicht schreiben, war danach ein anderes Kind. Grüße von Schw. Adele, “sind sie ganz ohne Sorgen, es geht beiden recht gut” (mein Bruder war offenbar auch dabei und von mir getrennt.
Ich muss vieles verdrängt haben.
Gibt es noch andere, die in Grabenstätt waren? Es war eine sehr düstere und beängstigende Zeit.

B. Voigt
B. Voigt
Reply to  anonym
5. August 2022 20:17

Hallo.
ich war im Sommer 1975 mit 9 Jahren im DB-Kinderkurheim Marwang in der Nähe von Traunstein und vom Chiemsee.
Ich war immer ein eher schmächtiges Kind – im Gegensatz zu meinen drei älternen Geschwistern. Deshalb hat man mich zum “aufpäppeln” zweimal in Kur geschickt. Das erste Mal mit 5 Jahren, rechtzeitig vor der Einschulung und nach einer Mandel-OP. Das fand ich so toll, daß ich noch einmal in Kinderkur fahren wollte. Reiselustig und neugierig war ich schon damals, ansonsten sehr schüchtern.
In Marwang war’s dann eher gemischt. Leider ist nach kurzer Zeit eine kleine Masern-Epidemie im Heim ausgebrochen und mich hat’s auch voll erwischt mit bis zu 40/41 Grad Fieber, wenn ich mich recht erinnere. Heimweh und krank sein war nicht sehr lustig. Obwohl wir recht nett betreut wurden. Wadenwickel zum Fiebersenken etc.
Morgens im großen Schlafsaal (nicht im Krankenzimmer) wurde das Radio angestellt. Ich erinnere mich gut an den Schlager “Griechischer Wein” von U. Jürgens, der oft gespielt wurde. Hat so was von Heinweh-Song. Die Betreuerinnen waren teils jung und lustig, aber sehr beschäftigt.
Aufessen müssen, was einem aufgetischt wurde, war ein Gräuel für mich. Aber ich sollte ja zunehmen. Ich erinnere mich an Schokopudding, den ich fast wieder erbrechen musste. Den kann ich bis heute nicht leiden.
Briefe an die Eltern wurden grundsätzlich vor dem Versand überprüft (zensiert). Nachdem mir das beim ersten Brief passiert war, habe ich den nächsten einfach (aus Versehen) zugeklebt und er wurde tatsächlich abgeschickt. Darin habe ich von meinem großen Heimweh berichtet und meine Eltern gebeten, mich schnell abzuholen.
Nachdem ich von den Masern genesen war, kamen meine Eltern mit dem Bruder tatsächlich den langen Weg aus Hessen, um mich zu besuchen. Das war so toll und ich werde es Ihnen nie vergessen. Wir machten mit der Gruppe eine Wanderung zum Chiemsee und ich ging Hand in Hand zwischen meinen Eltern und war glücklich.
Die Kur hat mir nicht geschadet und ich kann mich auch an keine richtig üble Behandlung erinnern. Gott sei Dank. Es herrschte halt Zucht und Ordnung, wie damals üblich.
Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es anderen Kinder in anderen Einrichtungen schlechter erging. Auf die kindliche Seele und das Individuum wurde nicht unbedingt Rücksicht genommen. Schlimm.
Herzliche Grüße von Barbara aus Mittelhessen

Inge Jahn
Inge Jahn
Reply to  anonym
14. Juli 2022 00:52

Hallo, ich war auch als 14-jährige Ingeborg aus Hessen im Kindererholungsheim Marwang bei Schwester Adele, die ich sehr verehrt hatte. Nach dem Ende der 6-wöchingen Erholung hatte ich noch Jahre eine schriftliche Verbindung mit ihr. Es war 1952, es war auch eine Schwester Edith dabei. Habe von Schwester Adele noch immer 2 Gebetsbildchen im Gesangbuch.
Dadurch erinnerte ich mich und schaute ins Internet.
Vielleicht willst du Kontakt mit mir. Meine E-Mail Adresse ist. inwein@t-online.de
Wäre schön, ich war 1952 dort un damals 14 Jahre alt. Habe noch Bilder von der Gruppe und Schwester Adele

Heike Richter
Heike Richter
Reply to  anonym
27. Juni 2022 16:55

Ja ich war auch da. 1975
Schlechte aber auch gute Erinnerungen.
Den Ort will ich dieses Jahr noch besuchen.
Gruß Heike

Michi
Reply to  anonym
19. Mai 2022 10:56

Hallo
Ich besitze noch einen Flyer. Ich selbst war 1980- ca. 1986 dort jedes Jahr im Sommer.

Herzliche Grüße aus dem Rheinland
Michi

auch anonym
auch anonym
Reply to  anonym
16. April 2022 07:34

Hallo, ich war für 6 Wochen in Marwang – erst als junge Erwachsene konnte ich meinen Eltern erzählen wie schrecklich der Aufenthalt für mich war….

anonym
anonym
Reply to  auch anonym
27. April 2022 14:04

Danke für deine Antwort. Meine Eltern leben nicht mehr, ich denke, wir haben auch nie darüber gesprochen.
Heute (ich bin fast 60 Jahre alt) kommen bei mir Erinnerungen hoch, wenn ich hier im Forum lese. Ich versuche mich
zu sortieren, es ist gerade sehr schwierig für mich.
Auch meine Mutter hat für uns Namensschilder schreiben müssen, die in die Kleidung genäht wurden.
Es war auch nicht der einzige “Kur”Aufenthalt für uns Geschwistser. Es gab in der vererbten Fotokiste meiner Eltern
noch andere Karten. Ich wollte erst mit Marwang starten.