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Kinderheilstätte Haus Datzellehen – 8232 Bayerisch-Gmain

Kinderheilstätte “Haus Datzellehen”

Telefon: Bad Reichenhall 2314

Höhe: 550 m

Träger: Kinderarzt Dr. med. E. Keyser; Vertragsheim des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen und Landsdtaftsverbandes Rheinland; AOK (RVO), Ersatzkassen

Betten: 34

Aufnahme: Knaben und Mädchen von 4-14, ganzjährig; nicht aufgenommen werden infektiöse Kranke

Preis: DM 9.40 bis 11.-

Kurmittel: Badeeinrichtungen, Einzelund Rauminhalationen, Krankengymnastik

Ärztliche Behandlung durch Facharzt für Kinderkrankheiten im Haus

Indikation: Asthma, Bronchitiden, exsudative Diathese, orthostat. Kreislaufschwäche

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Wilfried Weber
Wilfried Weber
26. März 2022 11:16

Ich war im Alter von 6 Jahren im Jahr 1962 (Jahrgang 1955) im Haus Datzellehen. Naturgemäß ist in dieser langen Zeit die Erinnerung doch etwas verblasst. Aber an viele Sachen kann ich mich noch gut erinnern. Insbesondere zwei Betreuerinnen sind mir gut in erinnerung geblieben. “Tante Liesel” (Liesel Weber, zufällig mit dem gleichen Nachnamenm wie ich) und “Tante Bärbel” (Barbara Kappes). Diese beiden Frauen sind mir gut in Erinnerung geblieben, weil sie sich wirklich sehr viel Mühe gegeben haben, uns Kindern das Leben so angenehm wie möglich zu machen.

Ich konnte damals naturgemäß noch nicht lesen und schreiben. Um den Kontakt zu den Eltern aufrecht zu erhalten, haben die beiden Frauen in ihrer Freizeit Briefe an die Eltern geschrieben und ihnen mitgeteilt, was die Kinder den Eltern zu sagen hatten. Und umgekehrt haben sie die Briefe, die von den Eltern kamen, den Kindern vorgelesen.

Als Kind, das bis dahin in einem kleinen Vogelsbergdorf gelebt und noch nie eine etwas größere Stadt gesehen hatte, war der Aufbruch in diese “Kinderkur” etwas überwältigendes aber auch zugleich zutiefst verstörendes. Da wird man spätabends nach Stockheim zum Bahnhof gebracht und dort von den Eltern einer wildfremden Frau (der Begleitperson) übergeben. Ein letztes Winken – und die Eltern sind verschwunden. Bis dahin noch nie in einem Zugabteil gesessen, fährt man plötzlich nachts in eine vollkommen fremde Umgebung. Man muss in den “riesigen” Bahnhöfen (Frankfurt und München) nachts umsteigen. Und man hat niemanden bei sich, den man vorher auch nur einmal gesehen hatte. Alles total fremde Leute. Man kann es nicht anders sagen, das war damals für mich schon “Horror pur”.

Doch wie es bei Kindern so ist, man gewöhnt sich sehr schnell an alles was neu ist. Die anderen Kinder, denen es ja ebenso erging wie mir, und die netten Betreuerinnen im Haus Datzellehen haben es geschafft, dass ich mich schon nach wenigen Tagen recht wohl fühlte. Und so gingen diese sechs Wochen ruck zuck vorüber. Wenn ich mich zurückerinnere, kann ich mich über das Haus Datzellehen mit allem druim und dran nur äußerst positiv aussprechen.

Zurück daheim sorgte ich bei meinen Eltern für ziemliches Staunen. Vor der Abreise waren sie es gewohnt, mit mir “Vogelsberger platt” Dialekt zu sprechen. Als ich nach sechs Wochen wieder zurück kam, sprach ich plötzlich eine Mischung aus hochdeutsch und bayrischem Dialekt. Aber das hat nur ein paar Tage angehalten, dann war wieder alles wier vorher. Und ich kann auch sagen, dass ich durch diese sechs Wochen sehr viel für mein späteres Leben gelernt habe.

Insgesamt gesehen kann ich sagen: Ich möchte die Zeit im Haus Datzellehen nicht missen!!!

Geli
18. Februar 2022 19:24

Hallo,

ich war mit sechs Jahren (Jg 1969) im Sommer 1975 als Vorschulkind für sechs Wochen zur “Erholung” dort.

Wir sind mit dem Bus durch ganz Bayern dorthin gefahren, ich kannte keinen Menschen und fühlte mich total verlassen.
Ich habe schon im Bus geheult, die Busfahrt hat unwendlich lang gedauert und gefühlt habe ich die ganzen sechs Wochen wieiter geheult. Da hat allerdings niemanden interessiert, ich sollte aufhören, wurde mir gesagt…

Wir haben in einem großen Schlafsaal in Metallbetten geschlafen, die Waschräume waren kalt.

Die Tanten haben uns immer vom Wolperdinger erzählt, das hat mir Angst gemacht. Im Flur war ein Art Schlafkoje, da hat eine Tante nachts geschlafen.

Im Keller gab es Inhalationen, evt. Kammern mit kaltem Nebel…ich kann mich nur duster erinnern…

Wir haben tagsüber auch Spaziergänge gemacht und uns auf dem Spielplatz beim Haus aufgehalten. Da war ein Spielhaus, da haben wir ein Foto gemacht.

Für mich war der Aufenthalt einfach nur schrecklich, es berührt mich immer wieder, dann kommt auch das Gefühl von damals wieder.
Ich habe den Beitrag vom WDR in der Mediathek gesehen, danke, dass die Aufenthalte zum Thema gemacht werden.

Ich würde niemals ein sechsjähriges Kind alleine für sechs Wochen irgendwo hinschicken. Meine Eltern waren aber wohl der Meinung, dass mir der Aufenthalt gut tun würde.

Gulden Angela
Gulden Angela
6. Juli 2021 22:44

Wer war im Frühling 1974 im Haus Datzellehen? Die Kinder hießen Dagobert, Mechthild, Erdmann, Nicola, Gabriele. Es gab immer Tee in großen Metallkannen und Brot mit Mettwurst. Wir besuchten das Salzbergwerk und Salzburg.