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Hoppelhaase
7. Januar 2023 10:49

Hallo, bin überrascht, dass nicht nur ich es als schlimm und grausam empfunden habe. Heute Morgen hatte ich mit meiner Frau darüber gesprochen, keine Ahnung wie ich darauf gekommen bin. Ich “durfte” 1978 im besagten Etablissement mein Quartier für 6 Wochen beziehen. Bei mir wurde damals eine Lungenentzündung diagnostiziert. Meine Eltern waren bei der BEK und somit wurde ich damals mit gefühlt 200 weiteren Kindern in Bietigheim-Bissingen in einen Sammelzug der DB gesteckt und da hochgekarrt, alleine… mit 7 Jahren… Ich kann die Aussagen von Wolfgang und Stefan und all den andern bestätigen. Man wurde gezwungen zu essen, wenn man Liedtechnisch etwas vorgetragen hat, durfte man sich aus dem Süßigkeiten Lager etwas raussuchen. Dies wurde ja eifrig von den Eltern der “Inhaftierten” aufgefüllt (Care-Pakete wurden von den Betreuerinnen gleich beschlagnahmt). In der Mitte des großen Speisesaals war dann der Tisch für die “Dicken” welche auf Diät waren, während außen rum alle anderen mit widerlichem fettigem Essen schikaniert und zum Essen gezwungen wurden. Heutzutage würde ich sagen “pädagogisch wertlos”.
An das von Pater-Captain erwähnte Menschenfresserlied kann ich mich auch noch erinnern. Während des Aufenthaltes, hatte dann ein Kind Läuse, von da an wurden die Briefe an die Eltern zensiert / quergelesen, damit ja nichts Falsches drinsteht. An und für sich kann ich mich nur an negative Dinge dieser Zeit erinnern. Eigentlich schade…

Helmut Ketteler
Helmut Ketteler
Reply to  Hoppelhaase
17. Januar 2023 18:36

Ich war ca, 1970 dort für 6 Wochen ( mein Vater war Bezirksgeschäftsführer der BEK und wollte mich wohl für eine Zeit loswerden ).Ich empfand den Aufenthalt dort eigentlich als super. Ich war gerade in der Pubertät ( 14 Jahre alt ) und wir hatten fast nur junge Erzieherinnen/Betreuerinnen. Auch das Essen ( zum Beispiel Fisch mit Kartoffeln ) fand ich sehr gut. Wir haben auch viel unternommen ( Schnitzeljagd, Turnen in der heimeigenen Turnhalle und natürlich sehr oft am Strand/Meer. Meines Wissens hab ich sogar geheult, als ich nach 6 Wochen wieder nach Hause musste.

Wolfgang
7. Oktober 2022 12:25

Hallo an alle Betroffenen. Ich war dort für 6 Wochen, denke es war mitte der 1960er Jahre. Ich erzähle noch heute von meinen Erlebnissen zum aufessen müssen. Ich mochte schon damals keine Milch musste sie aber trinken oder mochte nie Tomaten musste sie aber essen. Man musste solange sitzen bleiben bis alles weg war , oft stunden. Würde gerne mal mit ebenfalls betroffenen ein Treffen ausmachen um sich aus zu tauschen.

Liebe Grüße Wolfgang

Stefan1965
3. Oktober 2022 19:42

Hallo miteinander,
ich war im “Schloss am Meer” von Anfang August bis Mitte September 1974 dort “einsitzend”. Habe es damals wie heute als Bestrafung empfunden dort zur “Kur” gewesen sein zu müssen. Angeblich Lungenspitzenkatharr. Ich war neun Jahre alt,
Das Schlimmste war Heimweh, dass widerliche unappetitliche Essen und eine übergewichtige cholerische Tante mit ihrem penetranten Kasernenhofton. Die schlimmsten sechs Wochen meines Lebens. Ich denke selbst heute noch täglich den Aufenthalt damals.

Die Betreuerinnen müssen Kinder damals echt gehasst haben, kann mir das Handeln der Frauen von damals nicht anders erklären. Das es heute die Mutter-Kind-Kur gibt, ist ein echter Segen und Fortschritt.

Stefan 1964
Reply to  Stefan1965
4. Dezember 2022 23:10

Hallo Stefan, auch ich war zur gleichen Zeit wie du im Schloss am Meer. Erinnerst du dich an eine jüngere Erzieherin, deren Freund während unserer Kur mit dem Motorrad tödlich verunglückte? Erinnerst du dich an Gurkenpflanzen im Garten? Erinnerst du dich an das Naturmuseum oder Inselmuseum mit den Walrosszähnen? Ich würde gern Erinnerungen austauschen, damit ich selbst wieder mehr erinnere. Ich bin aus der Pfalz und wir sind in einem Zug über Nacht bis Niebüll gefshren. Gruß, Stefan

Pater-Captain
27. Mai 2022 23:01

Hallo zusammen,
ich war 1979 in den Sommerferien vor meiner Einschulung in irgendeinem (ich meine) weißen Gebäude…riesen Speisesaal…zich Kinder und eine Betreuerin “Gudrun” oder “Gertrud”…
In diesem Wellenbad im Ort hab’ ich damals schwimmen gelernt…
Naja…ich hab’s nicht als eine oder 2 Wochen (keine Ahnung, wie lange das damals war…) Tortur erfahren… das Einzige was ich ‘n bisschen schräg fand, war dieses “Menschenfresser-Lied”, das damals da im Umlauf war…hatten die Betreuerinnen ab und an mit uns gesungen glaub’ ich mich erinnern zu können…”Lied vom Häuptling” oder so…naja gut…hab mir als fast 7-Jähriger damals kein’ Kopp drum gemacht…heute natürlich textlich politisch völlig unkorrekt…

Meine Frage ist jetzt aber…was war der Sinn dieser Kinderkur oder -freizeit…so kurz vor der Einschulung…? War das zu verstehen als “1…2 Wochen Ruhe vor dem Kind”? Oder wie muss man das verstehen? Und waren diese Ferienveranstaltungen auch irgendwie als fragwürdig zu sehen?

Gruß an alle!

Det
Det
Reply to  Pater-Captain
14. Januar 2023 12:44

Ich war auch im Sommer 1979 dort (vielleicht gleichzeitig mit Dir?). Die Erfahrungen waren für mich nicht anders, als was man auf der Schule in der Zeit erlebte. Mir war nur nie klar, was das ganze sollte, also warum man so lange von der Familie getrennt wird.

Essens sowie Tagesablauf- und Freizeitgestaltung war jetzt nicht der ultra-brüller (außer dem Wellenbad). Der Umgang durch das Personal war nicht übergriffig, aber durchaus punktuell grenzwertig. Andererseits war der pädagogische Standard zu der Zeit noch etwas hilflos beim Führen von Kindergruppen.

Dass man sich ein größeres Dessert durch Vorsingen vor Allen ergattern konnte, würde ich heute auch etwas ambivalent sehen, aber mir hat das Spaß gemacht, zu singen (und auf dem Klavier vorzuspielen, das im Speisesaal stand).

Am übelsten war tatsächlich “Gertrud” (so hieß sie übrigens), aber ebenfalls nicht übergriffig. Post von und nach zu hause wurde nie zensiert. Es gab abseits von Essen, Schlafen/MIttagsschlaf, und Körperpflege erstaunlich wenig Reglement.

Das “Lied vom Häuptling” ist im typischen “Mundorgel”-Stil. Ich würde es heute nicht mehr singen, aber indoktrinierend war das nicht.

Kinder mit Heimweh wurden umgehend von Eltern abgeholt. Nachts nicht auf Toillette, Aufessens-Zwang und die üblichen “Klassiker”, von denen man so hört: nein, das hat es dort nicht gegeben. Die Berichte verwundern etwas, vielleicht aber aus einer anderen Zeit oder das Haus wird verwechselt. Auf Wyk ganz es ja mehrere Kinderheime.

Sabine Herbst
Sabine Herbst
6. April 2022 15:51

Oh mein gott, wie grausam es da war, kann bis heute mit meiner Schwester darüber nicht sprechen was wir da erlebt haben. Ich hatte solche Angst.
Danach, das weiß ich heute war ich traumatisiert. Die Heimleiterin und ihre Untertanen (Erzieherinen) so was grausames, meine Eltern wollten mich mich danach nochmal hinschicken da habe ich denen ihr wohnzimmer zerlegt so habe ich mich dagegen gewehrt

Solveig Stoltenberg
Solveig Stoltenberg
14. Februar 2022 19:31

Ich war 2 x mal dort, 89 und 90 es war schrecklich!als Kind wusste man es nicht besser und dachte,es sei ok …heute weiss ich es besser..
Duschen in Gruppen danach kalt abspritzen ,grausam ….ich sollte zunehmen, zusatzessen …etc .Bestrafungen …

Wer war zur der Zeit noch da??

Corina Thümmler
Corina Thümmler
Reply to  Solveig Stoltenberg
20. September 2022 16:11

Ich meine Anfang der 90er dort gewesen zu sein. Ich weiß nur noch das ich im Zug am Fenster saß wir zu einer fremden Frau Tante sagen sollten …ich nächtliches Ereignisse das in kaltem abduschen und Wüsten Beschimpfungen endete und es der eigentlich schönste und im Nachhinein traurigste Moment gewesen ist. Im Schrank eingesperrt zu sitzen und die anderen kinder klopften ab und an an die Tür um zu steigen sie denken an dich.
LG an alle

Britta Schlögl
Britta Schlögl
Reply to  Solveig Stoltenberg
20. Juli 2022 20:46

Hallo ich war 1986 im Schloss am Meer. Kann mich auch noch an ein paar Sachen erinnern.
Mag sich jemand zum Austausch melden?
Liebe Grüße Britta

Manuel Wittig
Manuel Wittig
Reply to  Britta Schlögl
10. November 2022 22:36

Hallo Britta, ich war im April 1986 da für 6 Wochen, wovon 3 Wochen damals in den Osterferien lagen. Tschernobyl passierte während des Aufenthaltes, weswegen wir plötzlich nicht mehr an den Strand konnten… Erinnerungen hab ich jedoch kaum…

Manuel Wittig
Manuel Wittig
Reply to  Manuel Wittig
10. November 2022 22:38

Achja… 1990 war ich auch nochmal da… müsste wieder im Frühjahr gewesen sein…

Kerstin
Kerstin
Reply to  Solveig Stoltenberg
13. April 2022 06:29

Hallo Solveig,
ich war 1987 im Schloss am Meer. Gerne kannst du mich bezüglich Austausch kontaktieren.
Ich habe noch einige Unterlagen aus dieser Zeit und kann mich noch an einiges gut erinnern.

Caroline Bahri
Caroline Bahri
3. Dezember 2021 21:45

Ich könnte noch einige Fotos des Schloß am Meer anfügen. Auch von anderen Mädchen. Wie mache ich das, ist das erlaubt?

Caroline Bahri
Caroline Bahri
Reply to  Caroline Bahri
3. Dezember 2021 22:56

Ich habe Fotos an webmaster@verschickungskinder.de gemailt und das klappt nicht. Der Adresse, die du mir geschickt hast, fehlt der „r“. Dort steht verschickungskinde.de
Was ist denn jetzt richtig?

Caroline Bahri
Caroline Bahri
3. Dezember 2021 21:33

Ich war im November/Dezember 1963 im Schloß am Meer in Wyk auf Föhr, verschickt aus Aachen, ich war fast 10 Jahre alt und in der Gruppe der großen Mädchen. Erinnert sich auch jemand, wie die Tante in die „Mädchenveranda“ kam und sagte: Heute ist Präsident Kennedy erschossen worden“?
Heimweh, Mittagsschlaf, zensierte Brief, Essen bis zum Erbrechen – diese Erinnerungen teile ich mit allen. Aber ich erinnere mich auch an Völkerball spielen im Wald, Strandspaziergänge, Basteln, Singen, Besuch vom Nikolaus

Brigitte Becker
Brigitte Becker
Reply to  Caroline Bahri
23. Oktober 2022 09:53

hallo Caroline
ich war zur selben Zeit da und habe die gleichen Erinnerungen

Ulrich
Ulrich
27. Oktober 2021 21:24

Ich war ca 1955 im Heim “Schloss am Meer” auf Föhr gewesen. Für sechs Wochen. Ich war in einem Schlafsaal untergebracht .Mehr weiß ich von der Zeit nicht mehr.

Ursel Petersen
Ursel Petersen
Reply to  Ulrich
21. März 2022 14:22

Die “Schlafsäle” hatten jeweils 6 Betten, einige auch nur 4.

Gabi
Gabi
Reply to  Ulrich
28. Oktober 2021 12:36

Ich (Jahrgang 1955) war 1964 im „Schloss am Meer“, für 6 Wochen. Auch für mich war der Aufenthalt grausam, Willkür der „Tanten“, ungewohntes Essen, Mittagsruhe unter Zwang (1 Stunde nicht reden und nicht bewegen, Strafen bei Zuwiderhandlung), wir waren nie am Strand, nur 1x für ein Foto. Weiß noch, dass ich immer gedacht habe, bei der nächsten Ebbe laufe ich weg, zum Festland. Immer wieder habe ich mir ausgemalt, wie ich meinen Eltern von den Schikanen erzähle und wie die „Tanten“ dann geschimpft werden-ist natürlich nie passiert! Sie haben mir nicht geglaubt.

Volker Löser
Volker Löser
23. September 2021 09:26

Ich war 1961 dort wegen Bronchitis, die ich mir im gesunden Schwarzwald geholt habe. Vorher deswegen schon 2 x in Wittdün / Amrum. Jeden Tag nach dem Mittagessen eine Stunde angezogen und in Decken gehüllt in der Liegehalle still liegen – Folter. Konsequenz: Erkältung. Konsequenz: 1 Woche Krankenstation – die schönste Zeit des ganzen Aufenthalts – Ruhe, Spielsachen und Bücher, umsorgt von den Schwestern.