Kinderkurheim Battenfeld 4502 Bad Rothenfelde Battenfeld 4502 Bad Rothenfelde
Verschickungsheime,  Verschickungsheime - Niedersachsen

Kinderkurheim Battenfeld – 4502 Bad Rothenfelde

Kinderkurheim Battenfeld

Telefon: 721

Träger: Grete Battenfeld prK

Betten: 50

Aufnahme: Kinder von 4–14, ganzjährig


Im Jahr 1900 errichtet, befand es sich ursprünglich auf Erpener Gebiet und diente in den Anfängen als Familienpension und Mädchenpensionat „Daheim“: Aufnahme fanden „junge Mädchen und Kinder“ für die auf Wunsch auch Unterricht erteilt wurde. Leiterinnen waren Frl. Margret von Graffen und die Lehrerin Frl. Lina Krollmann.

In den folgenden Jahren wechselten die Namen in kurzer Zeit: aus „Pensionat Daheim“ wurde zunächst die „Villa Schöning“ (1905) und dann „Villa Erika“ (1907), die von der Krankenpflegerin Frl. Müller und der Lehrerin Frl. Walbaum geleitet wurden. Das Grundkonzept der Einrichtung als Familienpension für „junge Mädchen und Kinder ohne Begleitung“ blieb. Die Fräuleins Müller und Walbaum waren übrigens zeitgleich auch die Eigentümerinnen der gleichnamigen „Villa Erika“ an der Bahnhofstraße – dem späteren Haus Haller und Kleine-Tebbe.

Nach dem 1. Weltkrieg wuchs Bad Rothenfelde immer stärker als Kinderheilbad heran. So bot nun auch in diesem Gebäude die Familie Stahmer bis Anfang der 1930er Jahre unter der Aufsicht des Badearztes Dr. Alfred Bauer Kinderkuren an. Das Kindererholungsheim Stahmer warb mit dem „schönen Garten“ hinter dem Haus, einem großen Spielplatz mit Halle und Sport-Gymnastik sowie vorzüglicher Verpflegung und liebevoller Aufsicht.

Aufnahme fanden hier Kinder bis zum 14. Lebensjahr. Die Kinder konnten hier mit ihren Eltern kuren, wobei die Eltern getrennt von den Kindern in eigens dafür vorgesehenen Zimmern nächtigten und klassisch kurten. Die Kinder hatten hingegen ihr eigenes Kinderkur-Programm und wurden von Krankenschwestern betreut.

Anfang der 1930er Jahre kaufte die Familie Battenfeld das Gebäude auf und führte das Kinderkurwesen weiter. Dr. Bauer blieb weiterhin der zuständige Badearzt. In der Nachkriegszeit wurde das Haus durch die britischen Besatzungsmächte beschlagnahmt. Die Familie Battenfeld durfte dennoch in dem Haus bleiben, da auch die Familie des Badearztes Bauer dort wohnte. Nach Abzug der Besatzung konnte der Kinderheim-Betrieb Anfang der 1950er Jahre wieder aufgenommen werden.

Das Heim wurde zunächst durch Grete und Herbert Battenfeld geleitet. Nach dem frühen Tod von Herbert Battenfeld übernahm seine Frau Grete die Leitung der Einrichtung, während deren Tochter Gunhild Halm (geb. Battenfeld) ihre Ausbildung als Erzieherin absolvierte. Nach erfolgreichem Abschluss leiteten Mutter und Tochter das Heim gemeinsam, in dem in Hochzeiten bis zu 60 Kinder für 6 Wochen zur Kur untergebracht waren.

Noch heute erinnern sich viele ehemalige Heimkinder an die glücklichen Zeiten „ihrer“ Kinderkur in den wechselvollen Jahrzehnten der Nachkriegszeit im Haus Battenfeld…

1970 wurde das Gebäude an Fam. Hüser verkauft und auch als Wohnheim für die Schülerinnen der Gymnastik- und Physiotherapieschule „Eva Hüser“ benutzt. Es folgten weitere Eigentümerwechsel und eine Nutzung als reines Wohn- und Mietobjekt.

Bekannt wurden auch die Restaurationen, die in einem Anbau des Gebäudes untergebracht waren: u.a. die Kultkneipe „Piranha“ der 1980er Jahre, ein Fisch-Restaurant oder nun das Pizza-Restaurant „Collo“.

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Heinz Meienburg
16. Januar 2022 23:16

Heinz Meienburg
Ich bin es nochmal,
Abgenommen habe in dieser Hölle Bad Rotenfelde, nicht zugenommen wie es angedacht war.
Wenn ein Gericht nicht schmeckte, wurde es einem trotzdem eingetrichert, schrecklich.
Haus des Grauens. 1964 ca
Nasse Schuhe vom Schnee, welche nicht trocken waren, wurden wieder angezogen, Mutter hatte kein Geld uns somit nur ein Paar mitgegeben.

Heinz Meienburg
16. Januar 2022 23:04

Hallo , ich bin Heinz Meienburg 1954 geboren , 1963 bzw 1964 war ich in diesem Kinderheim von unserem Hausarzt und meinen Eltern guten Glaubens dort hin verschickt worden.
Einfach nur schrecklich, in der heutigen Zeit unvorstellbar! Ich fasse mal kurz die schlimmsten Erlebnisse zusammen:
Der Toilettengang nur in der ganzen Gruppe möglich, Toilettenpapier wurde pro Kind ausgeben, 2 Blatt Papier !! ja das ist so Schrecklich 😢 gewesen ! Mein Po bekam ich gar nicht sauer, wurde von der Erzieherin beschimpft für die Verschmutzung in der Unterhose.
In der Mittagspause musste geschlafen werden, ich habe eher geweint vor Heimweh und Traurigkeit. Nur Mittwochs durften Briefe geschrieben werden, wo ich dann meine Nöte meiner Mutti berichten habe ….. es wurde zensiert und nie abgeschickt. Einmal hatte ich Mittwoch Küchendienst, auf meine Frage ob ich noch danach meiner Schulklasse auf einen langen Brief meiner Mitschüler anwurzeln darf , hieß es nein…. Du warst zu langsam uns ich solle nächste Woche Mittwoch schreiben.
Mein Vater hatte mir vor der Anreise eine 5 DM Stück mitgegeben, falls ich unterwegs mal Appetit auf ein Stückchen Kuchen hätte , Geld mussten wir zusammen mit unseren Süßwaren des Elternhauses abgeben. Habe ich gemacht, aber nicht die 5 Mark , die habe ich in meinem Nachtschränkchen, war so ein Hocker mit Sitzklappe , versteckt unter ein Tüchlein.
Jeden Tag habe ich die 5 Mark auf den Spaziergängen mitgenommen, aber wir liefen an der Hand eines Kameraden in der Gruppe, zum Bäckergeschäft rein….. unmöglich.
Es kam schlimmste Tag meines Lebens: Im Speissaal wurde vor ca 60 Kindern verkündet, das in der Hauskasse 5 DM fehle und man den Dieb finden werde!
ich hatte nicht gestohlen, sondern nur das 5 DM Stück meines Vaters nicht abgegeben.
ich bekam große Angst , habe ins Bett genässt, geweint und nach 2 Tagen der Erzieherin gebeichtet, das ich 5 DM von meinem Papa nicht abgegeben hätte und mit Nachtschränkchen unter dem Deckchen hätte. Das Geld wurde mir sofort weggenommen, nach Kontrolle im Schlafraum.
Ich war nun beruhigt, dann der Schock, welchen ich nie verarbeitet habe: Am anderen Morgen im Frühstücksraum Battenfeld in Bad Rotenfelde wurde von der Heimleiterin verkündet, das der Dieb gefunden sei!! Und ich musste aufstehen von meinem Platz uns sie rief der Heinz sei der Dieb. Ich versank seelisch in den Boden, schrieb sofort Mittwoch einen Brief nach Hause , ist nie angekommen. Ich leide heute noch , wenn ich an all diese Begebenheiten denke. Als junger Mann 22 Jahre bin ich hingefahren, aber das Heim war geschlossen 😰
Heinz Meienburg , 26419 Schortens