Kinderkurheim Bethesda 4902 Bad Salzuflen
Verschickungsheime,  Verschickungsheime - Nordrhein-Westfalen

Kinderkurheim Bethesda – 4902 Bad Salzuflen

Kinderkurheim Bethesda

Telefon 3023

Höhe 100 m

Träger: Stiftung; keine Kassen

Betten: 320

Aufnahme: Kn und M von 3-14, ganzjährig; nicht aufgenommen werden akute Infekte, debile Kinder, Epileptiker

Preis: DM 7.25 bis 10.50

Kurmittel: Sol- und Thermalbäder, Inhalationen, Höhensonne, Heilgymnastik, Atemgymnastik, Massage

Ärztliche Behandlung: durch Facharzt für Kinderkrankheiten im Haus, psycho therapeutische Behandlung durch Fachkraft auf der Abteilung für psychogene Störungen

Indikation: Lymphatische und exsudative Diathese, chronische Bronchitis, Asthma, Herz- und Kreislaufschäden, Entwicklungsstörungen.

Abteilung für psychogene Störungen: umwelteinflußbedingte Verhaltensstörungen

Gegenanzeigen: Aktive Tbc, Epileptiker, Diabetiker

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Doris V.
27. Mai 2022 11:20

War 1963 für 6 Wochen im Bethesda. Schlimmste Zeit meines Lebens. Schläge, Erniedrigungen, Medikamenteneingaben zum Ruhigstellen, Ecke stehen, 6 Wochen lang Milchsuppe, Erbrochenes Essen müssen, Kalt abgeduscht zu werden zur Strafe, Erniedrigungen vor anderen Kindern. War dort wegen chronischer Bronchitis, starke Gewichtsabnahme durch mehrmals tägliches Erbrechen- hat niemand interessiert. Keinerlei Kontakt zu Eltern, Pakete wurden mir nicht ausgehändigt, Post nicht weitergleitet- Besuche verboten. Netteste “Tante” war Elvira, die hatte noch ein wenig Verständnis, alle anderen waren Sadisten.

Ute
Ute
Reply to  Doris V.
28. Mai 2022 14:13

Ich vermute, dass ich auch im Behesda-Heim war, bin mir aber nicht sicher. Es war 1961 und ich habe ähnliche Folter erlebt. Der Name Elvira sagt mir allerdings nichts, ich erinnere überhaupt keine Namen. Hast du vielleicht ein Foto des Heims?

Doris V.
Reply to  Ute
28. Mai 2022 16:53

Ich müsste irgendwo ein Gruppenfoto haben welches am letzten Tag gemacht wurde. Nur bin ich mir nicht sicher, ob ich das veröffentlichen darf- Persönlichkeitsrechte usw.

Ute
Ute
Reply to  Doris V.
28. Mai 2022 19:13

Du könntest es mir auch per Mail schicken, aber ich weiß nicht, wie das hier möglich ist, ohne dass ich meine Adresse veröffentliche. Selbst habe ich auch ein Gruppenfoto, das ich nur noch nicht eingescannt habe, mit einer Schwester und einer “Tante”.

Jens
Admin
Reply to  Ute
29. Mai 2022 07:17

Hallo Ute!

Hier kann ich helfen…..
Falls ihr Kontakt wünscht, schicke ich euch per Email jeweils die Emailadresse des anderen.

Ute
Ute
Reply to  Jens
6. Juni 2022 16:33

Hallo Jens, danke auch hier! Leider hat der Austausch bisher kein Ergebnis gebracht. Kann ich hier irgendwo ein Gruppenfoto hochladen, um möglicherweise von den anderen, die im Bethesda waren, zu erfahren, ob ich auch dort war? Angeblich wurde es von einer Diakonisse geführt und bei mir war auch eine Schwester zugegen, bei anderen gab es nur die “Tanten”.
LG und noch einen schönen zweiten Pfingsttag,
Ute

Jens
Admin
Reply to  Ute
7. Juni 2022 08:56

Guten Morgen Ute!

Ja, kannst du.
Wenn du einen Kommentar schreibst, ist unterhalb des Textfeldes mehrere Symbole zu sehen. Ganz rechts ist ein kleines Rechteck (das letzte Symbol) abgebildet.
Darauf klicken und es öffnet sich ein kleines Fenster in dem du das Bild auf deinem PC auswählen kannst.

Sollte das bei dir nicht funktionieren….schick es einfach an meine Emailadresse und ich lade es hoch.

Ute
Ute
Reply to  Jens
17. Juni 2022 22:23

Lieber Jens, das Hochladen des Fotos hat offenbar nicht geklappt. Also würde ich gern auf deinen Vorschlag zurückkommen, es dir an deine E-Mail-Adresse zu schicken. Doch die kenne ich leider nicht, kannst du sie mir bitte mitteilen?

Danke und einen schönen Abend,

Ute

Jens
Admin
Reply to  Ute
18. Juni 2022 09:51

Hallo Ute!

Einfach an webmaster(at)verschickungskind.de senden

Ute
Ute
Reply to  Jens
18. Juni 2022 10:28

Danke, Jens, habe ich gerade gemacht.
Liebe Grüße
Ute

Jens
Admin
Reply to  Ute
18. Juni 2022 12:21

Hier das Foto von Ute

Gruppenfoto-Bad-Salzuflen1.jpg
Ute
Ute
Reply to  Jens
18. Juni 2022 12:28

Danke dir! Vielleicht erkennt ja jemand anhand des Hintergrunds (Gradierwerk) oder der Schwester und Tante, wo das gewesen ist. Es war 1961 um Ostern herum.

Ute
Ute
Reply to  Jens
17. Juni 2022 22:15

Hallo Jens,
danke für deine Antwort! Ich sehe sie gerade zufällig, weil ich per Mail darüber keine Benachrichtigung bekam.
Ich lade nun also das Gruppenfoto von 1961 hoch mit der Schwester und der Tante, die uns quälten, im Hintergrund ein Gradierwerk. Wäre schön, wenn jemand die Schwestern oder das Motiv wiedererkennt und mir sagen könnte, ob es sich um Bethesda handelt oder nicht. Meine Reise nach Bad Salzuflen habe ich verschoben, fahre erst Anfang Juli hin.
Danke und liebe Grüße
Ute

Doris V.
Reply to  Jens
29. Mai 2022 15:12

Hallo Jens, von meiner Seite aus – gerne 🙂

Danke dir

Gruß
Doris

Barbara
Barbara
28. Oktober 2021 11:36

Die gestrige TV Sendung Kinderverschickung ermutigt mich zu meiner hiesigen Schilderung der Ereignisse im Kinderkurheim Bethesda in Bad Salzuflen.
Ich war kurz vor meiner Einschulung mit meiner 4 Jahre älteren Schwester dort. Sie aufgrund ihrer chron. Bronchitis und Verdacht auf Asthma, ich wegen eines angeborenem Herzfehlers durch Frühgeburt und Untergewicht.
Wir wurden vom 1. Tag an getrennt und ich sah sie erst nach mehreren Wochen nach einem für mich traumatischen Vorfall wieder. Die ganze Zeit dachte ich sie wäre schon „verkauft“ worden, so wie es von einer „Tante“ mit Namen Pekrun immer wieder angedroht wurde, wenn Kinder sich ihrer Ansicht nach nicht regelkonform verhielten, wobei wir dazu nicht zwingend eine Regel kannten und es auch willkürlich geschah. Da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht lesen konnte, glaubte ich daran auch verkauft zu werden, zumal ich bei unserer Abreise auf dem Heimatbahnhof sah, wie unsere Mutter Geld von der uns begleitenden Person erhielt, die vermutlich eine Mitarbeiterin der Bahnhofsmission, oder der Caritas war, die uns zum Zielort Bad Salzuflen begleitete, wobei es sich im Nachhinein raustellte das es sich um das Rückgeld des für den Aufenthalt limitierten Taschengeldes handelte, das die Eltern zur Verfügung stellen sollte für etwaige besondere Ausgaben/ Ausflüge, die es jedoch nicht geben sollte. Am Bahnhof in Bad Salzuflen wurden von „Tanten“ vom Kinderkurheim Bethesda abgeholt. Die Hausordnung und Regeln wurden nur anfangs nur einmal aufgezählt und wer in der Aufregung nichts verstand, geschweige denn behalten, oder wie ich noch nicht lesen konnte hatte Pech.
Eine der Regeln bestand darin nachts nicht austreten zu dürfen. Für das „kleine Geschäft“ stand ein großes Blechfass im vorderen Teil vom Schlafsaal, davor ein Hocker auf den man steigen konnte wenn man zu klein war. Wir Kinder mussten uns, um nicht in das Fass zu fallen am Blechrand festhalten, durften kein Licht machen und hatten ständig Angst ins Fass zu fallen. Toilettenpapier wurde nicht zur Verfügung gestellt. „Schwamm“ am nächsten morgen „ein großes Geschäft“ auf dem halb mit Wasser gefüllten Fass, mussten alle Kinder antreten, um den/die Verursacher/in auszumachen und zu bestrafen. Mitunter opferte sich ein Kind und gab es zu, auch wenn es, es nicht getan hatte, um ein andere zu schützen. Auch ich habe mich mal gemeldet, um den Kleinsten von uns, Jörg zu schützen, der immer wieder in den Fokus geriet und grundlos bestraft wurde u.a. mit Schlägen auf den Hinterkopf, Po, mit Kniffen in die Arme mit Entwertungen und Co. Eine weitere Regel bestand darin, nicht mit den Köpfen zueinander gewandt schlafen zu dürfen. Wenn das unweigerlich durch Umdrehen geschah wurde man beim Mittagsschlaf und Nachts sogar mit Taschenlampenlicht aufs Gesicht gerichtet geweckt und aufgefordert barfuß um das Bett zu laufen, um sich so auf die andere Seite wieder hineinzulegen. Ich werde demnächst 60 Jahre alt und wache seitdem immer noch nur auf der von jenen „Tanten“ vorgeschrieben Bettseite auf.
Der für mich dramatischste Vorfall bestand darin, dass ich bei einem Rückweg von der Saline, was stets in 2’ er Reihen, Hand in Hand mit einem anderen Kind zu erfolgen hatte, als letzte aus der endlosen Kinderreihe, ausscherte, ganz nach vorn zur einzig allein uns begleitenden „Tante“ eilte, um meine Notdurft kundzutun, die sich nicht mehr aufhalten ließ. Sie herrschte mich an, „aus der Reihe getanzt zu sein“ und katapultierte mich zurück ans Ende mit den Worten gefälligst zu warten bis wir wieder „zu Hause“ sind, was bei genau der Wortwahl in mir die Bestätigung fand, längst verkauft worden zu sein, zumal unsere Mutter oft genug erwähnt hatte, dass zu wenig Geld da sei. Es kam, wie es kommen musste. Ich konnte bei dem nun durch jene „Tante“ vorgegebenem Tempo nicht mehr einhalten, nässte und kotete ein. Da ich mich so schämte vertraute ich mich auch keiner anderen „Tante“ an, konnte auch keine Wäsche wechseln, da der Spind auf dem Flur mit meiner Kleidung abgeschlossen war und der Schlüssel zum Öffnen nur den „Tanten“ an ihrem dicken Schlüsselbund vorbehalten war. So blieb mir nichts anderes übrig, als mich so, wie ich war an den Mittagstisch zu setzen, wo mein Malheur natürlich sofort auffiel. Zur Strafe wurde ich von jener „Tante“ vor den Augen der anderen aus dem Speisesaal gezerrt, musste im Flur in der Ecke so lange warten, bis die anderen Kinder das mir vorenthaltene Mittagessen auf hatten. Dann wurde ich vor den anderen Mädchen und leider eben auch Jungen in den großen Waschraum gezerrt und vor ihrer aller Augen mit kalten, harten Wasser aus einem Schlauch abgespritzt. Es gelang mir mich aus der Ecke der Waschkaue und jener mich abspritzenden „Tante“ zu entkommen, indem ich Splitterfasernackt an ihr und den beschämten Mädchen und z.T., mich auslachenden Jungen vorbei lief, wobei ich meine Not lauthals ausschrie. Diesen markerschütternden Schrei vernahm meine Schwester, wohl zeitgleich in dem Gebäudetrakt verlaufen hatte auf der Suche nach mir, da wir ein Päckchen von unsere Eltern bekommen hatten, das sie mit mir teilen wollte. Im Gegensatz zu mir konnte sie lesen, wusste dass wir nicht verkauft waren und bekam auch unsere Post, die mir bis dato vorenthalten wurde, immer mit der Bemerkung sie erst zu bekommen wenn ich die stets überfüllten Teller leer essen würde. Ich lief meiner Schwester direkt in die Arme. Ihre „Tante“ kam hinzu, wickelte mich in ein großes Badetuch, brachte uns in den Schlafraum meiner Schwester. Nachdem ich mich beruhigt hatte, erzählte ich meiner Schwester, was mir widerfahren war. Obwohl sie nur 4 Jahre älter war als ich und noch dazu viel schüchterner nahm sie all ihren Mut zusammen und setzte durch, das ich an diesem Mittag bei ihr bleiben durfte, wo ich auch Kleidung und zu essen und auch etwas aus unserem Päckchen bekam, was jedoch nicht ohne bissige Kommentare jener „Tante“ geschah, die auf meine Frage, warum ich meinen Anteil vom Päckchen nie bekommen habe, sich vor mich stellte und die angeblich aus unserem Päckchen stammenden Pralinen aß, mit der Rechtfertigung das ich selber schuld sei, weil ich ja meine Teller nie leer gegessen hätte. Daheim stellte sich raus das keine Pralinen in unserem Päckchen gewesen sind, die unsere Eltern sich auch nicht hätten leisten können. Ferner setzte meine tapfere Schwester durch mich jeden Tag nach dem Mittagessen besuchen zu dürfen und verhinderte auch die Verlängerung meiner Kur, die erfolgen sollte, weil ich statt zu, massiv abgenommen hatte. Sie bestand darauf, mit mir zu bleiben, oder nach Hause zu kommen, was letztendlich, wie durch ein Wunder geschah. Mit ihr an der Hand und meiner Schlummerle Puppe im Arm, lief ich am Abreisetag zunächst vorbei an jenem Jungen , der angestachelt von jener „Tante Pekrun“ am lautesten im Waschraum über mich gelacht hatte und ein paar Tage zuvor in ihrem Beisein meiner Puppe den Bauch aufgeschlitzt hatte, ohne das sie einschritt. Als ich an ihr vorbei musste entgegnete ich in meiner kindlichen Verzweiflung, ihr vergiftete Pralinen zu schicken, wofür ich hämisch von ihr ausgelacht und mit der Drohung verabschiedet wurde, dass sie mich „kleine Kröte“ überall finden und dafür sorgen würde, dass ich bestraft werde. Wieder zuhause strafte ich in meine Eltern mit lang andauerndem Schweigen und Ignoranz dafür, was sie uns in vermeintlicher Fürsorge „angetan haben“. Sie waren entsetzt über unser Aussehen, meiner Gewichtsabnahme und den Schilderungen meiner mutigen älteren Schwester, der ich nach wie vor dankbar bin, dass sie sich so jung wie sie war, so für uns beide, vor allem mich eingesetzt hat. Unsere Mutter kontaktierte den Kostenträger und brauchte viel Überzeugungskraft mich einige Jahre später vorm Wechsel von der Grundschule zur Realschule nochmal zur Kur zu schicken, wo ich auf der Insel Wangerooge im „Haus Meerestern“, eine Kind gerechte Kur erleben durfte, in der ich mich so wohl fühlte, dass ich eine Verlängerung durchsetzte und in der ich, aus NRW stammend, eine gute Freundin aus Baden-Württemberg fand, mit der mich seitdem eine Brieffreundschaft verbindet. Meine Schwester hingegen hat erst wieder als Erwachsene den Mut gefunden, Reha Maßnahmen zu unternehmen.
Vor einigen Jahren habe ich mit meinem Lebensgefährten im Zuge einer Fahrt nach Vlotho, in Bad Salzuflen einen Abstecher gemacht, als das Gradierwerk gerade restauriert wurde. Es war ein beklemmendes Gefühl dort zu sein und ich bin erleichtert, dass sich nun eine Initiative der Schicksale von uns Verschickungskindern annimmt. Gefreut hat mich auch, dass die Kurverwaltung von St. Peter Ording, wo ich als Erwachsene eine Reha machte, offen für den Blick in diese beschämende Vergangenheit gezeigt hat und bereit ist zu einer Gedenktafel und der Ausstellung, wie sich auch die anderen Kurbäder dem Thema stellen müssen, die allesamt zu genügend wirtschaftlichen Aufschwung, Wohlstand gelangten und Geld am Schicksal von Verschickungskindern verdient haben.
Mit Dank für Ihre Bemühungen verbleibe ich mit hoffnungsvollen Grüßen
B. Noras

Kornelia Marx
Kornelia Marx
Reply to  Barbara
3. April 2022 10:30

Ich war 1965 in Bad Salzuflen und auch im Kinderheim Bethesda. Ich kann alles nur bestätigen, es waren die schlimmsten Wochen meiner Kindheit. Was die Nonnen den Kindern angetan hatte und wieviel Kinderseelen sie zerstört hatten, ist an Grausamkeit nicht zu übertreffen. Ich war 10 Jahre alt und bin nie wieder in eine Reha gewesen.