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SabineH
31. Mai 2022 23:55

Hallo zusammen, ich war im Jahr 1962 für 6 Wochen in Hirschegg als 5-jähriges Verschickungskind. Ich habe nicht viele Erinnerungen, außer dem erzwungenen Mittagsschlaf und dem Verbot zur Toilette zu gehen. Aus den Aufzeichnungen meiner Mutter weiß ich jetzt, dass ich mich dort weinend in der Toilette eingeschlossen hatte und mich weigerte herauszukommen. Ich habe während meiner Aufenthalts damals mit 5 Jahren begonnen, meine Nägel so abzukauen bis das Nagelbett anfing zu bluten. Heute bin ich 65 und kämpfe immer noch mit diesem Zwang. Auch hat es das Vertrauen in meine Mutter nachhaltig gestört. Trotz meiner Verhaltensauffälligkeiten nach dem Aufenthalt in Hirschegg musste ich kurz danach wieder in ein Verschickungsheim. Als Mutter hätte ich das meinem Kind nie angetan.

Darmstadt1975
27. Oktober 2021 22:53

Martina sucht Menschen die in den 70er Jahren im Kinderkurheim Kleinwalsertal Haus Sonnegg waren und ob jemand genauso schlechte Erfahrungen gemacht hat. Keine ungelesene Post, Teller leer essen, wenn nicht dann musste man sitzen bleiben. Wir mussten unsere Süssigkeiten und Geränke abgeben. Den kleinen Pool mussten wir auch putzen usw.

Helga Borlinghaus
Helga Borlinghaus
Reply to  Darmstadt1975
26. Mai 2022 12:11

Liebe Martina, war Anfang der 70 er Jahre in diesem Haus für 6 Wochen als Erzieherpraktikantin zusammen mit einer Freundin. Unsere Vorgesetzte war Tante Angebote und wir waren erschüttert über die Regeln und Strafen in diesem Haus, die wir versuchten zu umgehen, bzw. milder zu gestalten. ZwangsESSEN (Dickmilch), zur Strafe in die Besenkammer, Post Zensur…usw. Auch wir waren vielen Auflagen ausgesetzt, als billige Arbeitskräfte missbraucht, zuerst im Keller einquartiert, etc. Eine bedrückende Erfahrung, die lange Nachwirkungen hatte und den Wunsch, Kinder niemals so zu unterwerfen und zu demütigen!

Anja
Anja
Reply to  Darmstadt1975
13. November 2021 08:17

Hallo Martina! Ich war vom 11.8.-21.9.1978 dort. Auch ich habe den Aufenthalt als fürchterlich in Erinnerung (im Fotoalbum habe ich “Horror” unter die Bilder geschrieben 😉 Mir ist in Erinnerung, dass wir mittags immer Mittagsschlaf in einer halboffenen Scheune halten mussten, auf Pritschen mit kratzigen Wolldecken. Aufs Klo durfte man nicht. Inhalte von Paketen (meine Oma hat mir manchmal Süßigkeiten geschickt) durfte man nicht behalten. Post wurde in beide Richtungen zensiert. Beim schönsten “Event” damals (Ausflug auf den Hohen Ifen) hatte ich Hausarrest – ich glaube, weil ich in einen Brief an meine Oma etwas “Ehrliches” geschrieben hatte…