Forschung,  News,  Seehospiz

Petition zur erneuten Aufarbeitung der Geschehen im Seehospiz / Norderney an die Fraktionen im niedersächsischen Landtag

Aufarbeitung der Geschehnisse in der Kurklinik Seehospiz/Norderney der 60er- bis 80er-Jahre“.

Die Diakonie Niedersachsen veröffentlichte eine Dokumentation über sechs ihrer Kinderheime – mit dem Seehospiz ab S. 120 – 138. Das Exposé stammt von Bruno Toussaint, Moderator “Seehospiz Forum“.

https://www.diakonie-in-niedersachsen.de/pages/presse/presseinfo/dokumentation_kinderkurheime/index.html

Bruno Toussaint ist ehemaliger Kulturmanager des Kunsthaus Rhenania in Köln und Farbentwickler und gelegentlicher Autor für Kunsttexte, heute lebt er in Berlin. In den 1960er-Jahren verbrachte er vier Aufenthalte von je drei Monaten im Seehospiz auf Norderney und erlebte: “das ganze Programm, was das Kurheim überhaupt zu bieten hatte”. Seit 2017 moderiert er gelegentlich den Blog: “Seehospiz im Forum Romanum”, der ein einzigartiges digitales Archiv unter den deutschen Kinderkurheimen darstellt.

Diese Erfahrung eines Quasi-Langzeitaufenthaltes im Seehospiz der 1960er-Jahre nutzt er nun, um auf unserer Website die im August 2021 veröffentlichte und in faktisch-quantitativer Methodik erstellte Dokumentation zum Seehospiz detailliert auszuwerten und so eine neue als „Blaupause“ zu erstellen.

Gleichzeitig beschloss er in Zusammenarbeit mit einigen “Kollegen” aus dem Seehospiz, eine Petition an die Fraktionen im niedersächsischen Landtag zu richten, damit die in “wissenschaftlicher” Sprache formulierte Dokumentation der Historiker Stefan Kleinschmidt und Dr. Nicole Schweig in neuer Form als unabhängige und unparteiische und vor allem als interdisziplinäre Forschung neu aufgelegt wird.

Alles zusammen wurde mit Datum 17. Januar 2022 den Fraktionen CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landtag Niedersachsen zugestellt. Ab Mittwoch 02.02. fand schon die erste Anhörung mit Mitgliedern der Sozialausschüsse der CDU-Fraktion statt. Weitere Gespräche mit dem Fachreferenten der SPD-Fraktion folgten am Mittwoch 16.02. Beide Fraktion stellen die Regierung in Niedersachsen Votum ab, sodass das anstehende Gesamtpaket als öffentliche Petition bei der Landtagspräsidentin Frau Dr. Gabriele Andretta eingereicht werden kann, die sie dann wiederum ca. drei Monate später, also im Mai 22 im Landtag zur Beschlussfassung bringen wird. Ziel ist also eine erneute und diesmal gründliche empirische Forschung des Seehospiz in Abstimmung mit der Diakonie.

Das Konvolut umfasst insgesamt sechs Texte, die jeweils als PDF vorliegen.

1.) Anschreiben an die vier Landtagsfraktionen in Niedersachsen – an GRÜNE, SPD, CDU, FDP. -> PDF-Datei

2.) Die aktuelle neue Dokumentation, zugleich: “Auswertung der Dokumentation der Diakonie … ff”. -> PDF-Datei

3.) Die “Petition … ff” mit den einzelnen Forderungen zur erneuten Aufarbeitung, dazu Diskussions-punkte und Arbeitsmaterialien zu den im Seehospiz aufgetretenen Krankheiten. -> PDF-Datei

4.) Exposé zu: “Der Fall Hans-Dominik Bell und die illegale Vergabe des Neuroleptikums Atosil”. -> PDF-Datei

5.). Beglaubigte Originalbelege des Seehospiz mit scheinbar korrekter Mengenangabe von Atosil. -> PDF-Datei

6.) Aktueller Original-Beipackzettel des Neuroleptikums Atosil der Firma Desitin in Hamburg. -> PDF-Datei

Eine kurze Präambel zur folgenden Dokumentation.

Die Arbeit ist das Ergebnis monatelanger Recherchen und Interviews mit Betroffenen, mit Therapeuten und Historikern sowie von Recherchen bei Nachfolgeunternehmen ehemaliger Hersteller, welche die Psychopharmaka produzieren, die früher Kindern im Seehospiz (anderen Heimen) verabreicht wurden.

Das Erschreckende ist, dass derartige Neuroleptika eigentlich nur für Erwachsene mit psychiatrischer Indikation zugelassen sind, bei Kindern aber elementare Schäden verursachen, wie im PDF: „Der Fall des Hans-Dominik Bell und die illegale Vergabe des Neuroleptikums Atosil“ dokumentiert ist.

Im eigenen Interesse der Betroffenen des Seehospiz:

Auffällig ist die Häufung von pflegerischen und von medizinischen “Ausreißern” im Seehospiz, wo – laut „Seehospiz Forum“ bis zu „Kurkind“ auf Facebook – Betroffene lange Zeit mit fast tödlichen Krankheiten und Spätschäden zu kämpfen hatten. Wer Ähnliches erlebt hat, auch Vergewaltigungen erleiden musste oder mit Psychopharmaka vollgepumpt wurde (Belege?), möge sich bitte bei Toussaint melden.

Wenn aufgrund der Petition tatsächlich ein neuer Untersuchungsausschuss eingesetzt wird, ist auch einBeirat erforderlich. Wer hat analytisches und fachliches Know-how und politischen Durchblick dafür?

Veröffentlichungen durch Medien sind erwünscht – Regisseur / Autoren für Semi-Doku gesucht.

Das Thema der strukturellen Prozesse in einem historischen Kinderheim ist sehr komplex, hat aber wenig mit Klischees wie “schwarze Pädagogik” oder “Nazi-Pädagogik” zu tun. Gesucht werden daher Autoren oder Filmemacher, die in der Lage sind, die historische Un-Kultur aller Ereignisse in präziser Schreibe oder Bildsprache darzustellen.
Stoff &Stoff & Material auch für längere Dokus oder Filme gibt es genug.

Wir bitten an dieser Stelle, die Urheberrechte des Autors zu achten und Veröffentlichungen anzufragen.

https://350928.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_350928.2.1137292721.1137292721.1.petition_zur_erneuten_aufarbeitung_des_seehospiz_norderney_vom_januar-ehemalige_kurkinder_des.html?onsearch=1

Aufrufe: 617

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments