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A.M.
24. Januar 2023 15:36

Ich war Mitte der 80er dort und bekomme heute noch Tränen in die Augen wenn ich an diesen Aufenthalt denke. Ich muss so 7-8 Jahre alt gewesen sein.
Zu Beginn weiß ich noch, dass ich sehr enttäuscht war, weil ich mich auf das Pony und den Hund gefreut hatte, womit im Prospekt geworben wurde. Uns wurde gleich gesagt dass das Pony bissig sei und der Hund alt und seine Ruhe wolle. Im Nachhinein war das eher das kleinere Problem.
Zu Beginn wurden erstmal sämtliche Gegenstände die unsere Eltern uns fürsorglich eingepackt hatten eingesammelt. Die eingesammelten Tempos konnte man dann bei Bedarf käuflich erwerben.
Ich weiß noch dass mein Bett gequietscht hat und als ich mich umdrehte Geräusche gemacht hat. Zur Strafe musste ich eine lange Zeit mitten in der Nacht barfuß auf kaltem Fußboden mit dem Gesicht zur Wand stehen und dann hundertmal den Satz schreiben „Ich darf mich im Bett nicht umdrehen“.

Gut war es, dass wir viel an der frischen Luft unterwegs waren, schlecht aber dass es damals im Hochsommer bei Wanderungen nichts zu Trinken für uns gab. Wir hatten wirklich sehr an Durst gelitten, und ich erinnere mich, dass wir sogar unterwegs Leute um einen Schluck Wasser angebettelt hatten.
Da ich damals anscheinend zunehmen sollte, wurde ich gezwungen 7! Teller warmen Pudding (das gab es an den Wochenenden immer zum Mittagessen, ich vermute mal weil es einfach und günstig war) zu essen. Ich hätte mich beinahe übergeben.
Ein junger Erzieher (oder Auszubildender, Praktikant) war dafür zuständig unsere Fingernägel zu schneiden. Dazu verwendete er die Nagelschere verkehrt herum, so dass er uns ins Fleisch schnitt.

Abends trösteten wir Kinder uns gegenseitig und weinten zusammen. Ich weiß, dass viele sehr gelitten haben. Wir durften an bestimmten Tagen Briefe an unsere Eltern schreiben. Doch durfte darin nichts von diesen Vorkommnissen stehen. Stand nur ein Wort von Heimweh darin, wurde der Brief zerrissen und wir mussten ihn neu schreiben.
Ich weiß dass sich nach dieser Kur Eltern miteinander verständigt haben, leider habe ich nichts mehr gehört wie das Ganze weiterging.

Susanne Kühnast
Susanne Kühnast
27. Mai 2022 19:27

Hallo. Ich war etwa 1980 dort.
Ich empfand es für mich schlimm. Ich hatte schlimmes Heimweh. Wurde dann bestraft, indem man mich von meiner Freundin trennte. Wir durften keinen Kontakt mehr haben. Ich musste nachts mehrfach brechen. Nach Wäschewechsel ging es trotzdem weiter. Ich würde es extra machen und man hat mich darin dann liegen gelassen. Das muss für die älteren Mädchen in meinem Zimmer doch auch furchtbar gewesen sein. Sie haben sich so lieb um mich gekümmert. Und es gab noch einige Erfahrungen mehr. Wenn mein Vater das mitbekommen hätte, hätte er mich sofort wieder abgeholt. Unser Nachbar hat uns beim Spaziergang getroffen. Ich war wohl sehr verstört und habe gar nicht auf ihn reagiert. Er war und ist immer noch wie ein zweiter Vater.
Wenn man nicht ganz pflegeleicht war, so empfand ich das, wurde sehr viel psychischer Druck aufgewendet. Noch heute erzählt mir manchmal meine Freundin noch Geschichten, die ich gar wahrgenommen habe. Aus unserer gemeinsamen Zeit dort.
Viele Grüße Susanne

Uta Halm
Uta Halm
7. Dezember 2021 09:25

Als ich 5 bis 6 Jahre alt war, war ich im Kinderheim Schwalbennest in Bonndorf. Das muss ca. 1972 gewesen sein. Würde gern Kontakt zu anderen ehemaligen Verschickungskindern aufnehmen, die dort zur waren.

Stefan Wessel
Stefan Wessel
Reply to  Uta Halm
19. Februar 2022 09:32

Hallo.ich bin Stefan .ich war auch dort ende der 70er Jahre. Kann mich noch so bisschen dran erinnern. Die Erzieherinnen hießen glaub ich Daniela Andrea und Cornelia so weit ich noch weiss. Es war nicht ganz so schlimm wie man von anderen Heimen liest aber schon ist anders. Und 6 Wochen von daheim weg fühlt sich ewig an . Gruss Stefan