Forschung

Teilnehmer:innen gesucht!

Kiara Oßwald studiert Kindheitspädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit untersucht sie die subjektiv wahrgenommenen Auswirkungen von Verschickungsmaßnahmen in der Kindheit auf Betroffene. Das Thema hat sie gewählt, da ihre Mutter selbst ein Verschickungskind war. Sie interessiert sich für die (Langzeit)Folgen der Verschickung für die Betroffenen vor allem in Bezug auf mentale Gesundheit, (interfamiliäre) Beziehungen und Bindungsverhalten.

Für ihre Forschung sucht sie ehemalige Verschickungskinder, die bereit sind an zwei separaten Einzelinterviews über Zoom oder per Telefon teilzunehmen und einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Im Fragebogen werden allgemeine biographische Angaben erfragt. In den Interviews werden die Teilnehmenden zu ihrer Zeit im Verschickungsheim befragen, sowie zu wahrgenommenen Folgen dieses Aufenthalts für ihre weitere Entwicklung und Biografie. Eine Voraussetzung für die Teilnehmenden ist, dass sie eigene Kinder haben, da sie untersuchen möchte, ob die eventuellen Folgen sich auch noch auf die nächste Generation auswirken.

Für jegliche Rückfragen kontaktieren Sie bitte Frau Oßwald über ihre Hochschulmailadresse:
kiara.osswald@stud.ph-freiburg.de

Informationen zum Datenschutz kann ich Ihnen Frau Oßwald auf Nachfrage per Mail zukommen lassen.

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Bruno Toussaint
Bruno Toussaint
15. November 2022 05:42

Kiara schreibt: “Insgesamt werden mit jeder teilnehmenden Person zwei Interviews per Zoom oder alternativ per (Video)Anruf durchgeführt. Die ersten Interviews werden hauptsächlich Ihren Kuraufenthalt behandeln. In den zweiten Interviews werde ich dann auch persönliche Beziehungen, vor allem innerhalb der Familie, untersuchen. Die Interviews sind angesetzt für etwa 40-60 Minuten. Die einzige Bedingung zur Teilnahme ist es, selbst ein Elternteil zu sein”.

Ich kann Kiara dazu nur bitten, den nebenstehenden Artikel über die “Forschung” in den Heimen in St. Peter Ording aufmerksam zu lesen. Hier hatte der junge Wissenschaftler Dr. Hertz eine sehr restriktive Befragungsmethodik vorgegeben und gleichzeitig “Wahrheitskriterien” nach teilweise vagen Angaben von mehr oder weniger gewaltbetroffenen Probanden aufgestellt. Bei solchen Forschungen besteht jedoch immer die Gefahr, dass unter Aspekten der scheinbaren Faktizität zu starre Kriterien und letztlich auch Ausschlusskriterien konstruiert werden. Die erlebte Realität in den Heimen war jedoch eine andere, als es die heutige subjektive Erfahrung in der Regel noch beschreiben kann – und das gilt auch für die Langzeitschäden, an denen die Betroffenen heute noch leiden.

Gleiches gilt für die damaligen Erfahrungen in der Familie, die Anfang der 1960er-Jahre durchaus noch von Gewalterfahrungen aus der Zeit vor dem Weltkrieg bestimmt waren, später aber nicht mehr so stark. In den Heimen dauerte dies jedoch noch lange an, so dass es unterschiedliche Folgeschäden der in den 1960er-Jahren und der später Verschickten gab, die oft “aufmüpfig” dagegen revoltierten. Bei denen manifestierte sich die Revolte aber oft, sodass zum Beispiel Ehemalige aus den Kinderheimen (auch soziale Heime) “verhaltensauffällig” oder rebellisch wurden.

Um all das zu verstehen, braucht man aber ein geschultes historisches Verständnis, aber auch ein geschultes psychologisches Verständnis und die Fähigkeit, szenisch interpretieren zu können, wie im Kino oder auf der Theaterbühne. Schließlich braucht man auch die Kraft des gesprochenen Wortes und damit literarische Fähigkeiten. Nur mit “Wissenschaft”, wie sie heute betrieben wird, wird man dieses Urerlebnis von Angst, Demütigung und Entmündigung und letztlich oft nur “systemischer” Gewalt in den Heimen nicht beschreiben können.