Verschickungserlebnisse

Auf dieser Seite schreiben Mitmenschen ihre traumatischen Verschickungserlebnisse, die sie als Kind in Kinderkurheimen erlebt haben.

Diese Berichte dienen in erster Linie dazu das wir alle zusammen ein Zeitdokument erschaffen, das die Grausamkeiten und Misshandlungen von damals dokumentiert.

Durch die geschilderten Erlebnisse und der Preisgabe an die Öffentlichkeit wollen wir einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit gewinnen und unsere Schilderungen können nicht als “Einzelfall” dargestellt werden!

Die hier geschilderten Erlebnisse können auf Wunsch auch anonymisiert werden. D.h. ihr müsst keinen Realnamen preisgeben!
Eure Daten werden keinesfalls an Dritte ausgegeben!!! Sollte jemand mit euch Kontakt aufnehmen wollen, fragen wir bei euch zuerst an und geben die Kontaktdaten nur an euch weiter. Somit könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr Kontakt aufnehmen wollt oder nicht.



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sabineausrems schrieb am 22. Mai 2022
Hallo zusammen. Ich war, bevor ich eingeschult wurde, in Norderney zur Kinderkur. Ich war immer sehr dünn, ich denke, man schickte mich zum aufpäppeln . Ich habe kaum Erinnerungen daran. Ich weiß aber noch genau, wie der Schlafsaal aussah. Wir wurden gezwungen, uns zum einschlafen auf die rechte Seite zu legen, und wir durften uns auch nicht mehr umdrehen. Samstags gab es eine komische Suppe, wie Milch mit einigen Hörnchennudeln. Ich mochte sie nicht und habe sie nicht gegessen. Das gab beim ersten mal Ärger. Meine Tischnachbarin hat sie geliebt, und so konnte ich ihr immer meinen Teller rüber schieben. Sonntags gab es einen langen Fußmarsch in die Kirche. Da ich nicht wusste, welcher Religion ich angehörte, schleppte man mich mit in irgend eine Kirche. Ohne Socken in den Schuhen. Ich hatte dicke Blasen die auf gingen. Aber ich hab mich nicht getraut, zu jammern. Meine Bettnachbarin hatte den Namen Eva. Sie und ich bekamen einen Tag vor Abfahrt nach hause, die Masern. Wir mussten in einen Raum, ich glaube wir waren sogar getrennt, zur Isolation. Es kam immer nur eine Nonne und brachte uns Essen. Sonst gab es nichts. Kein Spiel, keine Bilderbücher und aufstehen durfte man erst recht nicht. Ich bin heute 60 Jahre alt und habe erst vor kurzem , rein zufällig, von den Verschickungskindern gehört. Nun interessiere ich mich dafür, was denn da wohl los war, in den Jahren. Leider kenne ich nicht den Namen des Heimes. Aber es war ein altes Steinhaus, mit dicken Mauern. An vieles kann ich mich nicht mehr erinnern. Vielleicht habe ich es auch verdrängt. Aber an Eva denke ich immer noch. Sie tat mir sehr leid, sie hatte viel geweint.
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