Verschickungserlebnisse

Auf dieser Seite schreiben Mitmenschen ihre traumatischen Verschickungserlebnisse, die sie als Kind in Kinderkurheimen erlebt haben.

Diese Berichte dienen in erster Linie dazu das wir alle zusammen ein Zeitdokument erschaffen, das die Grausamkeiten und Misshandlungen von damals dokumentiert.

Durch die geschilderten Erlebnisse und der Preisgabe an die Öffentlichkeit wollen wir einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit gewinnen und unsere Schilderungen können nicht als “Einzelfall” dargestellt werden!

Die hier geschilderten Erlebnisse können auf Wunsch auch anonymisiert werden. D.h. ihr müsst keinen Realnamen preisgeben!
Eure Daten werden keinesfalls an Dritte ausgegeben!!! Sollte jemand mit euch Kontakt aufnehmen wollen, fragen wir bei euch zuerst an und geben die Kontaktdaten nur an euch weiter. Somit könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr Kontakt aufnehmen wollt oder nicht.



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Groschopp schrieb am 29. Mai 2022
Ich hatte über Jahre chronische Bronchitis und daher wurde ich erstmals 1984 mit 9 Jahren für 6 Wochen in eine Kinderkur nach Bad Sulza in das Sanatorium August Fröhlich geschickt. Ein zweites Mal 1986, auch wieder für 6 Wochen. Beide Kinderkuren haben langfristig keine gesundheitlichen Verbesserungen gebracht, aus der Bronchitis entwickelte sich später letztlich ein allergisches Asthma.
Die Erinnerungen an diese Zeit sind für mich immer sehr bedrückend gewesen und doch habe ich große Gedächtnislücken, die ich bisher leider noch nicht schließen konnte. Auch nicht als ich vor zirka 25 Jahren nochmal in Bad Sulza gewesen bin, um mir die Umgebung und das Heim anzusehen, wo ich insgesamt ein viertel Jahr meines Lebens verbracht habe.
Viele Jahre habe ich nicht mehr an diese unschöne Zeit gedacht, bis ich Anfang diesen Jahres in meiner Tageszeitung einen Bericht über Verschickungskinder las, der mich innerlich so sehr berührt und getroffen hat, daß mir die Tränen kamen. Warum ? Nach und nach kamen vereinzelte Erinnerungen zurück die sich sehr traurig angefühlt haben.
Das unendliche Heimweh nach meiner Familie, das abendliche Beten für meine Eltern und meine kleine Schwester und das tiefe Weinen unter der Bettdecke. Der riesige Schlafraum und der Waschraum. ….täglich gründlich auszuführende Bürstenmassagen am eigenen Körper und auf dem Rücken anderer Kinder und Wechselduschen die sicherlich als gesundheitsfördernd gelten, waren an der Tagesordnung. Schuhe putzen, Ordnung halten und körperliche Sauberkeit wurden sehr streng genommen.
Briefe durften wir an unsere Familie schreiben, aber es durften keine Telefonate oder Besuche stattfinden. Zum Sole inhalieren mussten wir in das Inhalatorium gehen und dort mit Gummimänteln bekleidet im Kreis laufen, das empfand ich als gruselig mitten im Solenebel. Unterrichtet wurden wir in einem Nebengebäude oberhalb des Heimes, Spaziergänge machten wir im Park und Umgebung. Ich kann mich nur an 2 Erzieherinnen erinnern. Eine war nett, die Andere sehr streng und unfreundlich. Ich kann mich erinnern, daß mich meine Eltern 1987 nochmals zu einer Kur schicken wollten, ich habe mich extrem geweigert und die Ärztin empfahl ihnen es zu akzeptieren, damals war ich etwa 13 Jahre alt.
Ich denke ich hatte Scham und Angst als Jugendliche vor fehlender Privatsphäre.
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