Verschickungserlebnisse

Auf dieser Seite schreiben Mitmenschen ihre traumatischen Verschickungserlebnisse, die sie als Kind in Kinderkurheimen erlebt haben.

Diese Berichte dienen in erster Linie dazu das wir alle zusammen ein Zeitdokument erschaffen, das die Grausamkeiten und Misshandlungen von damals dokumentiert.

Durch die geschilderten Erlebnisse und der Preisgabe an die Öffentlichkeit wollen wir einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit gewinnen und unsere Schilderungen können nicht als “Einzelfall” dargestellt werden!

Die hier geschilderten Erlebnisse können auf Wunsch auch anonymisiert werden. D.h. ihr müsst keinen Realnamen preisgeben!
Eure Daten werden keinesfalls an Dritte ausgegeben!!! Sollte jemand mit euch Kontakt aufnehmen wollen, fragen wir bei euch zuerst an und geben die Kontaktdaten nur an euch weiter. Somit könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr Kontakt aufnehmen wollt oder nicht.



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Anonym schrieb am 19. Juni 2022
Ich war 1975 (Januar/Februar ?) als 5 jährige auf Amrum Wittdün.
Ich wurde mit anderen Verschickungskinder in Hamburg in den Zug gesetzt. Eine ältere Dame begleitete uns während der Zugfahrt.
Mein Vater hatte vor der Abfahrt noch Fotos gemacht…das sind die einzigen Bilder die ich aus der Zeit kenne.
Ich kann mich nicht mehr an die Zugfahrt erinnern noch wie ich auf Amrum angekommen oder in welchem Kurheim ich gewesen bin.
Ich weiss, dass ich in der ersten Nacht furchtbares Heimweh hatte und elendig geweint habe. Eine Erwachsene war bei mir und sagte mir, jetzt könnte ich nicht nach Hause, da in der Nacht keine Fähren mehr fahren.
Ich habe keinerlei Erinnerungen an Gesichter, Personen oder Kurkindern.
Erinnerung Speisesaal ein großer lichtdurchfluteter Raum. Es gab Kaiserschmarrn oder warmer Kuchen mit Vanillesauce als Nachtisch.
Obwohl ich nur bruchstückhafte Erinnerungen habe, war das Gefühl von eingesperrt sein und Einsamkeit gegenwärtig.

Ein Ausflug zum Strand verstärkte das Gefühl, wir mussten zu zweit Hand in Hand in einer Reihe gehen. Als uns eine Reiterin entgegenritt war mein verzweifelter Wunsch ich würde dort auf dem Pferd sitzen und einfach von dieser schrecklichen Insel davonreiten.

Meine letzte Erinnerung, ich bin mit einigen Mädchen beim Umziehen. Der Raum wirkt klein, eine schmale Treppe führt nach oben, vielleicht eine Art Kleiderzimmer im Keller, wo unsere Kleidung aufbewahrt wird. Wir fangen an uns gegenseitig durch zu kitzeln, lachen und sind ausgelassen. Die Tür oben geht auf und ein Schäferhund rennt die Treppe hinunter dahinter eine Frau. Sie ist wütend und gibt mir eine Ohrfeige.
Das ist alles woran ich mich erinnern kann. Die Rückreise und das Wiedersehen mit meiner Mutter liegt im Dunkeln. Meine Mutter hat mir sehr viel später einmal erzählt, dass ich total verändert wieder gekommen bin, habe nichts erzählt und war auch meiner Mutter gegenüber verschlossen.
Bis heute habe ich mit Ängsten zu tun…

Wie ich erfahren habe, wurden viele Heime auch privat geführt. Die Kur bei mir wurde aufgrund vieler Kinderkrankheiten, die ich im Sommer hatte, von einer Ärztin aus Hamburg veranlasst. Die Krankenkasse war derzeit die DAK.

Vielleicht war ja jemand auch in dem Jahr dort und kann sich an eine Heimleiterin/Personal mit Hund erinnern.
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