Verschickungserlebnisse

Auf dieser Seite schreiben Mitmenschen ihre traumatischen Verschickungserlebnisse, die sie als Kind in Kinderkurheimen erlebt haben.

Diese Berichte dienen in erster Linie dazu das wir alle zusammen ein Zeitdokument erschaffen, das die Grausamkeiten und Misshandlungen von damals dokumentiert.

Durch die geschilderten Erlebnisse und der Preisgabe an die Öffentlichkeit wollen wir einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit gewinnen und unsere Schilderungen können nicht als “Einzelfall” dargestellt werden!

Die hier geschilderten Erlebnisse können auf Wunsch auch anonymisiert werden. D.h. ihr müsst keinen Realnamen preisgeben!
Eure Daten werden keinesfalls an Dritte ausgegeben!!! Sollte jemand mit euch Kontakt aufnehmen wollen, fragen wir bei euch zuerst an und geben die Kontaktdaten nur an euch weiter. Somit könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr Kontakt aufnehmen wollt oder nicht.



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Birgit schrieb am 22. Juni 2022
Ich war 1975 März- April für 6 Wochen als neunjährige in dieser Einrichtung.
Ich war untergewichtig, sehr blass und litt an allgemeiner Konstitutionsschwäche.
Der Kinderarzt stellte einen Antrag auf eine Kinderkur bei der LVA.
Dieser wurde genehmigt und so wurde ich nach Schillig verschickt.
Erster Eindruck: Barackenbau, dunkel, muffiger Geruch, herunter gekommene sanitäre Anlagen.
Die Erzieher:innen waren sehr streng, ihnen rutschte häufiger mal die Hand aus!
Die Zivis waren ganz ok, konnten sich aber gegen diese "Drachen/ Furien" nicht durchsetzen.
Da ich auf Gedeih und Verderb zunehmen musste, zwang man mich den Teller leer zu essen.
6 Wochen- Tag für Tag!
Das Essen war meistens pampfig und fett. Gemüse und Salat gab es kaum. Bei mir wollte der Zeiger der Waage einfach nicht nach rechts gehen.
35kg waren das Ziel, es wurden aber nur 33. Ständig gab es Drohungen und Strafen wie z.B.: Keine Bücher ausleihen, Nichtteilnahme an der Wattwanderung, keinen Nachtisch, Termin beim Heimleiter, der dann aufgrund des "Ungehorsams" die Eltern kontaktierte, etc.
Ich fühlte mich insgesamt sehr einsam und nicht ernst genommen.
Wirklich schöne Momente gab es kaum. Spontan fallen mir da nur die Wanderungen ein. Aber wirklich geborgen fühlte ich mich zu keiner Zeit.
Aber resümierend betrachtet, waren wir dort lauter Kinder, die von Ihren Eltern gerne mal ein paar Wochen abgeschoben wurden.
Eltern die Ihre Kinder wertschätzen und lieben, geben sie nicht in derartige Einrichtungen. Auch damals nicht!
Das habe ich meinen Eltern nie wirklich verziehen.
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