Verschickungserlebnisse

Auf dieser Seite schreiben Mitmenschen ihre traumatischen Verschickungserlebnisse, die sie als Kind in Kinderkurheimen erlebt haben.

Diese Berichte dienen in erster Linie dazu das wir alle zusammen ein Zeitdokument erschaffen, das die Grausamkeiten und Misshandlungen von damals dokumentiert.

Durch die geschilderten Erlebnisse und der Preisgabe an die Öffentlichkeit wollen wir einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit gewinnen und unsere Schilderungen können nicht als “Einzelfall” dargestellt werden!

Die hier geschilderten Erlebnisse können auf Wunsch auch anonymisiert werden. D.h. ihr müsst keinen Realnamen preisgeben!
Eure Daten werden keinesfalls an Dritte ausgegeben!!! Sollte jemand mit euch Kontakt aufnehmen wollen, fragen wir bei euch zuerst an und geben die Kontaktdaten nur an euch weiter. Somit könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr Kontakt aufnehmen wollt oder nicht.



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walterix aus Berlar Kinderkurheim Caritas - Sauerland schrieb am 13. Juli 2022
Ich bin derzeit 56 und dabei, Traumata unter anderem aus der Kindheit zu verarbeiten. Ich war ca. 1971 mit 5 Jahren dort. Den Grund und wie ich dort hin kam, weiß ich nicht. Es war mindestens einer meiner beiden größeren Brüder dabei, aber die Erinnerung fehlt, weil wir von Anfang an voneinander getrennt worden sind. Ich kann mich an keinen Kontakt mit ihnen erinnern. Ich habe nur sehr wenige Erinnerungen, die aber bedrückend sind und mich vermuten lassen, dass dort beiweitem mehr Mißhandlung stattfand, als ich bislang dachte. Ich war einsam, hatte keine für mich sprechende Person. Liebe und Zuneigung sind mir - insbesondere im Zusammenhang mit der Kinderkur - fremd.
Die Tage waren langweilig und endlos: Erzwungene gefühlt lange Mittagsschlafzeiten im Schlafsaal; ein täglicher viel zu kurzer Spaziergang, der nach meinem heutigem Gefühl niemals länger, als 15 Minuten war, immer die gleiche Runde "um das Haus". Es gab langweilige Lieder und Bastelarbeiten, pampiges Essen. Ich war weder "sauber" noch "trocken" und erinnere mich schemenhaft an "Vorführungen", Isolation, "Ohren langziehen", Entblößung und Beschimpfung vor und von erwachsenen (zum Teil männlichen) Personen. Das Kinderkurheim wurde von strengen (bösen) Nonnen geführt. Eine der Nonnen war nett, allerdings kann ich mich an keinen Wortwechsel erinnern. Ich weiß von Einsamkeit, unterdrückten und verbotenen Tränen, zensierten und diktierten Postkarten (konnte selber nicht schreiben). Mir fehlen die Erinnerungen an Hin- und Rückweg. An sexuellen Mißbrauch kann ich mich nicht erinnern, sehr wohl aber an körperlicher und vor allem emotionaler Bestrafung.

Ich habe heute noch massive Probleme mit Klinik-Umfeldern, großen Gebäuden, Behörden und ähnliches. Ich bekomme in einer Klinik (sei es Reha, Augenklinik oder sonstiges) Angstzustände und Blutdrucksteigerungen bis zu 200 zu 110, die oft nur mit Notfallmedikamente auszugleichen sind.
In einer Traumatherapie konnte ich einen Teil der Erinnerungen an das Berlar Caritas Kinderheim "entmachten", aber vieles ist noch "im Dunkeln" und unverarbeitet.

Gibt es hier Teilnehmer, die ebenfalls Erfahrungen mit o.g. Einrichtung habenf?
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