Verschickungserlebnisse

Auf dieser Seite schreiben Mitmenschen ihre traumatischen Verschickungserlebnisse, die sie als Kind in Kinderkurheimen erlebt haben.

Diese Berichte dienen in erster Linie dazu das wir alle zusammen ein Zeitdokument erschaffen, das die Grausamkeiten und Misshandlungen von damals dokumentiert.

Durch die geschilderten Erlebnisse und der Preisgabe an die Öffentlichkeit wollen wir einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit gewinnen und unsere Schilderungen können nicht als “Einzelfall” dargestellt werden!

Die hier geschilderten Erlebnisse können auf Wunsch auch anonymisiert werden. D.h. ihr müsst keinen Realnamen preisgeben!
Eure Daten werden keinesfalls an Dritte ausgegeben!!! Sollte jemand mit euch Kontakt aufnehmen wollen, fragen wir bei euch zuerst an und geben die Kontaktdaten nur an euch weiter. Somit könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr Kontakt aufnehmen wollt oder nicht.



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191 Einträge
Dr. Dorothea Koch aus 69120 Heidelberg schrieb am 9. Oktober 2022 um 16:22
In Bad Herrenalb war ich 5 Wochen „zur Erholung", nachdem ich in der ersten Klasse des Gymnasium wohl in einem schlechten physischen und psychischen Zustand war. Die Atmosphäre in dem Erholungsheim war insgesamt Angst-besetzt. Kinder mussten essen bis zum Erbrechen, wurden in die Kälte gestellt nur mit Nachthemd bekleidet - bei winterlichen Temperaturen. Es gab absolute Redeverbote. Ich kann mich an ein Geschwisterpaar im Alter vor 4 und 6 Jahren erinnern, das getrennt wurde und sich nicht sehen durfte und bei Umgehen des Verbots streng betraft wurde. Vor allem der kleinere Junge war in einem verzweifelten Zustand, was zu dauerhafter Bestrafung führte.
Briefe nach Hause wurden diktiert. - Negatives durfte nicht berichtet werden.
Wenn man ein Päckchen geschickt bekam, wurde das erst einmal einbehalten. Nur wenn man „brav“ war, bekam man vielleicht etwas davon, oder die Süßigkeiten wurden an alle verteilt.
Unsere Schwester/Tante hieß Annerose. Eine junge Frau, ältere Schwestern haben aber auch mitgemischt. Einmal erzählte Annerose von einem Kind, das sich das Leben nehmen wollte, indem es sich auf die Gleise stellte. Es hat den Selbstmordversuch überlebt, aber beide Beine verloren. Annerose vertiefte intensiv die Folgerung, dass das die gerechte Strafe für das Kind gewesen sei. Kein Mitleid, kein Mitgefühl, nichts, das gibt genau die Haltung der Betreuer in dem Heim wieder.
An Vieles kann ich mich nicht mehr erinnern. Da ich selbst aus einem sehr strengen, gewalttätigen Elternhaus kam, war es für mich normal, dass Kinder schlecht behandelt wurden. Gehorsam, Angst und Strafe war ich von zu Hause gewöhnt. Deshalb war ich vielleicht angepasster, als Kinder mit liebevollen Eltern.
Ich erinnere mich, dass ich abends, wenn es dunkel war und man die vielen Lichter der Häuser draußen sah, geweint habe, weil ich mir vorstellte, dass hinter jedem Fenster mit warmen Licht, glückliche Menschen zusammensaßen.
Auch als ich nach Hause kam, habe ich geweint, weil es in dem Heim noch einmal schrecklicher war als zu Hause und ich dem jetzt entkommen war.
Keiner hat mich gefragt, warum ich weine oder wie es in dem Heim war. Ich war auch so geprägt, dass ich von mir aus lieber nichts erzählt habe, weil es im Zweifelsfall Prügel gab, da das Kind grundsätzlich erst einmal Schuld war.
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Anonym schrieb am 9. Oktober 2022 um 16:16
Den Namen des Heimes weiß ich nicht mehr. Es lag (vom Pudding ausgesehen) ganz rechts, hinter dem Ort, wo die Dünen anfingen.
Ich erinnere zwei Dinge:
Da ich sehr dünn war, musste ich schiere Butter essen. Was ich nicht hinunter bekam. Mich ekelte das. Daraufhin bekam ich die Butter auf ein Schälchen Haferbrei. Ich mußte das essen, nachdem alle anderen zu Ende gegessen hatten. D.h. ich blieb alleine im Ess-Saal zurück und durfte erst raus, wenn ich die Butter aufgegessen hatte. Dadurch konnte ich aber nicht mehr an die gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen. Das Zweite: Wir kamen in Bade-Zuber mit warmen bis heißen Salzwasser (aber es wurde schon darauf geachtet, dass es nicht zu heiß war). Gemein aber war es, als wir aus dem Zuber wieder rauskamen, wurden wir ohne Vorwarnung mit einem Schlauch eiskalt abgespritzt. Ich hab mich so sehr erschrocken und hielt den kalten Strahl nicht aus. Ich schrie und weinte. Aber die Frauen mit den Schläuchen lachten und hatten offensichtlich riesigen Spaß an meiner Verzweiflung.
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Stefan Herb aus Stuttgart schrieb am 30. September 2022 um 11:36
Zur „Erholung“ in Jagstfeld und Bad Imnau
Ich bin Jahrgang 1956, inzwischen im Ruhestand und wurde im Februar 1965 zur Kur nach Bad Imnau
verschickt. Aus dieser Zeit besitze ich zwei Fotos und ein paar wenige, bleibende Erinnerungen.
Zuvor nahm ich an einer Kinderkur in Jagstfeld teil. Leider habe ich dazu keine Dokumente mehr
gefunden, so dass ich auch das Jahr meines Aufenthaltes dort nicht mehr rekonstruieren kann. Ich
vermute, dass es zwischen 1962 und 1964 gewesen war, und zwar im Sommer. Die Erinnerungen an
Jagstfeld sind aber deutlich nachhaltiger als die an Bad Imnau und haben mich bis zum heutigen Tag
nicht losgelassen. Nachdem ich auf das Buch von Hilke Lorenz, Die Akte Verschickungskinder,
aufmerksam geworden bin, habe ich mir vorgenommen, meinen Erfahrungen und dem Erlittenen
noch näher auf die Spur zu kommen.
Dass die Erlebnisse in der sog. Erholung das genaue Gegenteil dessen waren, was der Begriff aussagt,
war mir von Anfang an (also von Kind auf) bewusst. Ich habe nur an keiner Stelle, auch nicht von den
Eltern, Hinweise erhalten, die mir geholfen hätten, sie irgendwie einzuordnen. Ich habe mich mit den
Irritationen, die diese Kuren bei mir auslösten, arrangiert. Daran, dass sie tiefe Spuren bei mir
hinterließen, erscheint mir heute nicht mehr zweifelhaft. Ich will versuchen, meine Erinnerungen in
Worte zu fassen und sie ein wenig zu ordnen.
Jagstfeld (Bad Friedrichshall)
Dunkel erinnere mich daran, dass eine ärztliche Untersuchung beim Gesundheitsamt Stuttgart zur
Verordnung der Kur in Jagstfeld führte. Meine Mutter hat die ärztliche Anweisung nicht wirklich
hinterfragt, auch wenn sie möglicherweise verunsichert war. Diese Verunsicherung bei ihr steigerte
sich, als die Aufforderung kam, sich da und da am Stuttgarter Hauptbahnhof einzufinden und mich
„abzugeben“. An die Umstände des Abschieds auf dem Bahnhof erinnere ich mich nicht mehr, auch
nicht an meine Gefühle dabei. Daran, dass es meiner Mutter sehr schwer fiel, mich in fremde Hände
zu geben, glaube ich mich, noch erinnern zu können. Es wurde zu Hause im Vorfeld wohl auch
darüber gesprochen, welche Gründe dazu geführt haben, mich in die Kur zu schicken. Hier sind
innerhalb der Familie Fragen geblieben , ohne ihnen aber weiter nachzugehen.
Aus der Zeit in Jagstfeld sind mir einige besonders abweisende, kinderfeindliche Aufsichtspersonen in
Erinnerung. Dies betrifft insbesondere das Nachtpersonal. Gab es z.B. in der Nacht Störungen durch
wach liegende, sich verzweifelt in den Schlaf schaukelnde Kinder, gab es gnadenlose Sanktionen: die
Kinder wurden aus den Betten geholt und in den Keller gesperrt. Dies habe ich mehrmals miterlebt.
Da ich selbst Schlafstörungen hatte, war die Angst vor der kommenden Nacht eine tägliche
Begleiterin. Ich erinnere mich auch an Strafmaßnahmen, die darin bestanden, den Tag im
abgedunkelten Zimmer und im Bett bei Essensentzug verbringen zu müssen. Mir selbst erging es
einmal so, als wir von einem kleinen Ausflug am Spätnachmittag nach Hause kamen – diszipliniert
„Zwei und Zwei“ am Haus eintreffend – und ich mich zusammen mit meinem Nachbarn in der Reihe
aus dem ankommenden Zug löste und auf eine Wippe (oder Karussell) zusprang. Dieses “Vergehen“
wurde, wie eben besc hrieben, sanktioniert.
Nur dunkle Erinnerungen habe ich an die regelmäßigen Solebäder, die mich aus irgendwelchen
Gründen ekelten und ich immer heilfroh war, wenn ich diesen unwirtlichen Ort wieder verlassen
konnte.
Die schlimmsten Erinnerungen verbinde ich mit den Mittagessenszeiten. Dabei ist es mir merkwürdig
ergangen: Ich sehe heute noch Berge von Griesbrei vor mir, die es täglich zu bewältigen galt. Ich
selbst hatte damit allerdings kein Problem und bin seltsamerweise auch heute noch Griesbrei-
Liebhaber! Was mich beelendete, war das, was ich bei den anderen Kindern sah: Viele saßen
verzweifelt vor ihren übervollen Tellern und würgten den Brei samt Nachschlag hinunter bis zum
Erbrechen. Einige erbrachen noch am Tisch, andere erst nach dem Aufstehen auf dem Weg in ihre
Zimmer. Dabei spielten sich regelmäßig erniedrigende Szenen ab. Die betroffenen Kinder wurden
beschuldigt und dazu angehalten und gezwungen, das Erbrochene selbst aufzuputzen. Ich sehe mich
dabei nur fassungslos und stumm dabei stehen. Wie oft sich solche Szenen in den sechs Kurwochen
abgespielt haben, kann ich natürlich nicht mehr sagen. Es handelte sich aber sicher nicht um bloße
Ausnahmen.
Und dann gab es auch positive Erlebnisse: An manchen Abenden wurde gesungen! Wir trafen uns
dazu im Speisesaal und nutzten eine Sitzecke am Fenster. Die Betreuerin sang mit uns ein Volkslied
nach dem anderen. Diese Stunden waren für mich ein Eintauchen in eine Welt der Geborgenheit,
eine echte Erholung von der „Erholung“! Da wir zu Hause auch viel gesungen haben und Musik ein
wesentlicher Bestandteil des Familienlebens war, verhalfen mir die abendlichen Singstunden zu
einem inneren Anschluss an das sonst schmerzlich Vermisste.
Besuche der Eltern gab es keine. In welcher Weise ich die Kontakte zu anderen Kindern erlebt habe,
ist mir nicht mehr erinnerlich. Ich kann auch nicht sagen, wie ich diese sechs Wochen überlebt habe.
Vielleicht befand ich mich in einer Art Schockzustand, der mich einerseits vor manchem abgeschirmt
und bewahrt hat, auf der anderen Seite aber die geschlagenen Wunden konserviert und mein
weiteres Leben mitgeprägt hat.
Die Zeit nach der Kur ist für mich im Dunkeln. Wie es dazu kam, dass ich kurz darauf ein zweites Mal
in eine ähnliche Kur geschickt wurde, bleibt für mich ein Rätsel. Offenbar habe ich über das Erlebte
geschwiegen, sonst hätte, zumindest meine Mutter, eine Wiederholung zu verhindern gewusst.
Bad Imnau
Mit 9 Jahren (1965) erwartete mich also die zweite Kinderverschickung, Erholung genannt. An die
Vorgeschichte erinnere ich mich nicht mehr. Mir ist auch nichts Atmosphärisches mehr präsent. Es
sind drei ganz unterschiedliche Bereiche bzw. Ereignisse, die sich mir eingeprägt haben. Einmal die
Sache mit der Post. Wir wurden angehalten, einmal pro Woche einen Brief oder Postkarte nach
Hause zu schreiben. Dies geschah unter Aufsicht; nach meiner heutigen Einschätzung, um zu
verhindern, dass die Kinder Negatives aus der Kur nach Haus berichten. Ob Post von zu Hause bei mir
ankam, weiß ich nicht mehr.
Ein einschneidendes Erlebnis war eine Schneewanderung durch den Wald. Wir waren mit einer
Jungengruppe unterwegs, an Aufsichtspersonen kann ich mich nicht mehr erinnern. Plötzlich waren
wir nur noch zu Zweit. Wie es dazu kam, dass wir uns von den anderen entfernten, weiß ich nicht
mehr. Schnell verloren wir die Orientierung und irrten umher. Dazu kamen die einsetzende
Dämmerung und die zunehmende Kälte. In unserer Angst liefen wir weiter, kopflos und mit lautem
Rufen nach Hilfe. Nach gefühlt unendlich langer Zeit trafen wir endlich wieder auf die anderen Jungs
unserer Gruppe. Es gab keinen Tadel oder Sanktionen. Mir ist nur noch im Gedächtnis, dass die
verantwortlichen Personen mindestens so erleichtert waren wie wir. In diesem Erlebnis spiegelt sich
für mich im Nachhinein die ganze Verlassenheit und die Ängste, die ich mit dem gesamten Aufenthalt
in der Kur verbinde.
Schließlich gehören für mich zu Bad Imnau die verordnete, wöchentliche Teilnahme an
Gottesdiensten in der örtlichen katholischen Kirche. Da ich es selbst von zu Hause her gewohnt war,
Gottesdienste zu besuchen, war diese Veranstaltung grundsätzlich nichts Ungewohntes für mich, nur
der Ablauf und die Formen waren mir fremd, bin ich doch freikirchlich-evangelisch aufgewachsen.
Worüber ich mich aber wunderte, war der Zwang, der hinter den Gottesdienstbesuchen stand. So
etwas kannte ich nicht. Er drückte sich für mich auch darin aus, dass es streng verboten war,
während des Gottesdienstes die Toilette aufzusuchen. So kam es, dass wir Jungs es öfters nicht mehr
aushielten und drauflos pinkelten. Ich wurde mit der Zeit – warum, weiß ich nicht mehr, aber ich
begrüßte es sehr – aus dem strengen Korsett befreit und durfte auf die Empore, um die Luftpumpe
für die Orgel zu bedienen. Dies hat mich abgelenkt, sogar ein bisschen Spaß gemacht und den
Gottesdienstbesuch erträglich gemacht.
Wie schon die Zeit nach Jagstfeld ist auch die Zeit nach Bad Imnau ein weißer Fleck auf meiner
inneren Landkarte. Ich habe später, aber noch im heranwachsenden Alter, meinen Eltern auch von
den schwierigen Erfahrungen in den Kuren erzählt. Vor allem meine Mutter war entsetzt darüber und
hat weitere Nachfragen vermieden. Sie hat meine Erzählungen auch nicht kommentiert. Das Einzige,
was sie immer wieder betonte, worunter die gelitten hat und was sie sich nicht vergab, war die
Tatsache, dass sie mich auf dem Bahnhof, wie gefordert, in den Zug gesetzt und mich allein gelassen
habe. Mit dem, was dann in den Kuren selbst geschah, wollte sie sich nicht befassen. Sie ahnte wohl,
wie schlimm die Wochen für mich waren.
Über die Folgen meiner Kur-Erfahrungen kann ich nur spekulieren. Ich unterlasse es hier und bemühe
mich lieber darum, noch mehr Licht ins Dunkel meiner Kinderverschickungen zu bringen, um auf
diese Weise angemessener damit leben zu können.
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And aus Bremen schrieb am 28. August 2022 um 12:02
Ca 1973 Werscherberg Sprachheilzentrum missbraucht, vergewaltigt vom Heimleiter oder vom Freund einer Mitarbeiterin.
Im Gemeinschafts Duschraum wurden die Kinder fotografiert,
wir mussten uns alle nach vorne bücken und dann hatte ich ein Blitzlicht gesehen, habe mich umgedreht, dann hatte er eine Kamera, da hatte er mich dann wahrscheinlich schon auf den Kieker. ….
Als ich ein Jahr dort war und nach Hause kam, wurden die dort WCs modernisiert .
Der Hinweis für das Zeitfenster. Falls irgendeiner sich noch daran erinnert, andere Kinder wurden auch missbraucht, die hatten sich über die Betäubungsmittel am nächsten Tag übergeben, einige wurden glaube ich auch nach Hause geholt.
Ich bin auch sicher dass P Filme Fotos existieren, da er fotografiert hat eventuell gefilmt.
Ich denke, das war quasi die Quelle für eine Kinder P Vermarktung.
Das war glaube ich ein Heim Arbeiterwohlfahrt.
Ich war quasi anti stotter 1 Jahr da gewesen. Ich wurde betäubt mit dem Herrn im Abstellraum auch für Fotos und Filme und er schrie immer ah das ist g.eil (“aufgewacht”von der Betäubung bin ich bei der Vergewaltigung) Hatte quasi schon diese Situationen wenn man seinen Körper verlassen hat und sich von oben quasi sieht …
Ich hörte Schritte als er gerade seinen … in meinen Mund , dann habe ich zugebissen und dann kam die Frau (seine Freundin?) rein und hat geschrieben was machst du hier.
Sie hatte das dann wohl mit gerafft und er irgendwie, so er könnte doch nichts dafür er wär die arme Sau und war am Mitleid erhaschen.
Ich glaube die haben den Wochenenddienst Nachtschicht gehabt . Ich glaube die Frau hat er umgebracht. Weil ich glaube ich fragte noch nach der Frau wo sie denn wäre,wo ich abgeholt wurde und da sagte man mir, sie hätte sich ein Bein gebrochen, ich glaube die Frau war das.
Er hat mich dann draußen wo das Schwimmbad ist, was man auch bei Google Maps sieht.
( am Werscherberg ) schräg nach unten gehalten das Schwimmbad war leer und hat mich mit dem Kopf 1-2m auf dem Beton aufschlagen lassen, sodass ich quasi eine Gedächtnislücke erlitten habe .
Ich hörte Sie noch sagen, was machst du denn da und er sagte, keine Sorge er wisse was er tut.
Dann habe ich noch hinter dem Sofa gelegen in der Wohnung direkt neben dem Schwimmbad, wo er mit seiner Freundin saß und sie es fassungslos sagte, sie würde zur Polizei gehen und dann hat er sie umgebracht ich hörte noch wie er hier den Hals die Luft abdreht röchelte und vermutlich Tod war .
Meine Verwirrtheit hat man quasi noch versucht zu unterstützen, beispielsweise wurden den anderen Kindern gesagt von meinem Teddy die Spieluhr mit einer Schere herauszuschneiden und hat mir dann den Teddy präsentiert, worauf ich quasi rum schrie das war dann quasi die Erklärung für meine Verwirrtheit für andere.
Und noch ein paar andere Sachen, die aber auch jetzt in keine Rolle spielen.
Der Missbrauch ist letztlich verjährt, wenn es um einen Mord gehen würde könnte man sich ja hier eventuell melden, falls irgendjemand noch dazu Information haben möchte.
Das wird zu der Zeit wahrscheinlich auch in der Zeitung gestanden haben…..
Also der Tod oder der Unfall oder der Mord einer jungen Frau dort gearbeitet hat.
Ob der Herr als Täter gefasst wurde, irgendwann mal keine Ahnung.
Das sind ja Leute die heute 70-80-90 Jahre alt sind tippe ich mal Andreas98576 ät web
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HoMueF aus Frankfurt schrieb am 24. August 2022 um 16:46
Wahrscheinlich bin ich hier im falschen Forum, aber dennoch möchte einen Beitrag loswerden, auch wenn er einigen nicht passt. Vorab, ich möchte nicht in Abrede stellen, dass es viele Betroffene gibt, die sehr traumatische Ereignisse in ihrer Zeit der Kinderverschickung erleben mussten. Es gab aber auch andere Heime. In den Jahren 1958/59/60 war ich jeweils 6 Wochen zur "Kur" am Ammersee, auf der Insel Föhr und in Kaufbeuren. Meine Erinnerungen an diese Zeiten sind durchweg positiv, es gab weder Schikanen, Prügel, Einzelhaft oder übergriffige BetreuerInnen. Waren meine Erlebnisse ein ungewöhnlicher Einzelfall? Der Umgang mit kleinen Kindern war zu dieser Zeit sicherlich ein anderer als heute, mit den damals zeitüblichen Regeln, aber Drill, Zwang oder gar Schlägen gab es nicht.
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Anonym schrieb am 31. Juli 2022 um 07:54
Nach dem plötzlichen Tod meines Vaters und der völligen Überforderung meines familiären Umfeldes kam ich 1961 für mehrere Wochen mit 2 Jahren, in meinem 3.Lebensjahr, zu Tante Lehner ins Hänsel und Gretel Heim in Bayrisch Gmain.
IDort war ich körperlich völlig überfordert z B. die Gewaltmärsche zu Fuß nach Reichenhall und wieder zurück zu Laufen.
Einen Kinderwagen gab es nicht und so habe ich mir schon früh einen Stampfschritt und Plattfüße antrainert.

Sauberkeit und Disziplin war extrem wichtig.
Wichtiger als Kindern Trinkwasser und einen Nachttopf zur Verfügung zu stellen.
Wer ins Bett bieselt bekommt nichts mehr zu trinken so die Ansage von Tante Lehner.
Als 2 jährige gelang es mir von der körperliche Reife her nicht den stundenlangen Mittagsschlaf und das frühzeitige zu Bett gehen abends kontinent durchzuhalten, also bekam ich als potentieller Bettbiesler zum Mittagessen und Abendessen nichts mehr zu trinken.
Getränke gab es damals nur zu den Mahlzeiten.
Ich kann mich nur an warme Ziegenmilch mit Haut zim Frühstück erinnern.
Dass ich diese Tortur des Trinkwasserentzugs überlebt habe verdanke ich meiner Schwester, die vierjährig schon auf Stühle klettern und heimlich ungesehen den Wasserhahn in der Heimküche öffnen konnte.
Meine Schwester hat alles riskiert um mich zu retten und ohne sie hätte ich dort nicht überlebt.

Ich kann mich an Schlafsäle und nach Luft ringenen bleichen Kindetn erinnern.
Bei Trauer,Kummer, Schmerz oder Wut,Weinen und Schreien wurde man eingesperrt bis man wieder lieb war. Lieb sein war für Tante Lehner sehr wichtig Ich hatte Todesangst vor ihr.
Eingesperrt wurde, wer irgendwie störend war.
Das war ein enger dunkler Raum in dem man als Asthmatiker rasch Luftnot bekam und wieder freigesetzt wurde.
Ich war kein Asthmatiker, so dauerte es bei mir oft Stunden bis ich dehydriert und orintierungslos lieb genug war.
In der NS Zeit war dies ein pädagogisches Erziehungsmittel der Umerziehung, und wurde zB.bei norwegischen Kindern angewendet um sie ihre Herkunft vergessen zu lassen. Tante Lehner hatte wohl diesbezüglich Fortbildungen besucht.
Ich erlebte dieses stundenlange in engem und dunklem Raum eingesperrt sein als schweres Trauma. Ich lernte wenn ich mich blutig biss war es leichter zu ertragen, da mein Blut die einzige Nahrung und Flüssigkeit war die ich hatte.

Eine Traumafolge von damals sind Flaschbacks die mich in meiner Lebensführung auch geute noch erheblich behindern. Flaschbacks passieren,wenn ich emotional oder körperlich überfordert bin.
Ich habe mehrere Stunden EMDR Trauma Therapie gebraucht um meine Gefühlsblindheit und diffuse Angstzustände sowie selbstzerstörerische Verhaltensweisen zu heilen.
Heute bin ich nicht mehr so schnell triggerbar.
Ich danke ich meiner Therapeutin von Herzen für Ihre Arbeit.
Euch Verschickungskindern danke ich für Eure Erfahrungsberichte.Man denk ja zunächst immer man ist ein Einzelschicksal,und es kostet soviel Überwindung Gefühle und Erinnerungen wieder zuzulassen,die aber letztlich zeigen, dass es noch Arbeit für ENDR Therapeuten gibt bis nan gänzlich geheilt ist von diesen Lebenserfahrungen.

Wir sind ein starker Jahrgang in jeder Hinsicht.

Ich bin sehr froh diese NS Heilmethoden im Hänsel und Gretel Heim überlebt zu haben.
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Silke Mikolajczyk aus Leipzig schrieb am 25. Juli 2022 um 20:49
hallo, 1985 wurde ich von der Schule aus zum zunehmen nach Schöneck zur Kur geschickt. Am ersten Tag fühlte ich mich da schon sehr unwohl ,alles war so streng und man fühlte sich nicht frei. Ich war erst 12 aber an was ich mich erinnere langt und begleitet mich bis heute ab und zu, Früh am morgen begann der Tag mit Heiß Kalt duschen mit beiden Geschlechtern wobei ich mich sehr unwohl fühlte. was unsere Briefe an Eltern betraf ,es wurde uns wie ein Diktat vorgelesen was wir zu schreiben haben.Ich kann mich erinnern das ich meiner Mutter schrieb sie soll mich da schleunigst abholen . Der Brief kam nie an und ich habe gewartet mit Tränen. Dann gab es dieses Punktesystem das aus roten und schwarzen Punkten bestand. Es gab einen großen Schlafsaal ,man durfte weder ab der Ruhezeit nicht auf Toilette ,nicht reden geschweige husten ,da gab es einen Punkt.Dann durfte ich einmal bis 15 Uhr im Speisesaal verbleiben ,weil ich das Fett vom Fleisch unter den Tisch schmiss ,das blieb natürlich nicht unbemerkt . Sofort kam die nächste Ladung was ich essen sollte ,was ich natürlich nicht tat. Es gab einen Punkt für unsere Gruppe. Am ende wurde irgendwie ein Preis oder keine Ahnung ein Lob für die Gruppe verteilt die die besten Punkte hatte ,meine war durch mich die schlechteste was mir von den anderen Kindern natürlich nicht gedankt wurde,man kann es den kindern nicht verübeln. AM Bahnhof sagte ich meiner Mutter warum sie mich nicht holte ,sie sagte wieso du hast doch geschrieben es ist schön. Erst nach ein paar Jahren erzählte ich es ihr noch mal ,da fing sie erstmal an zu verstehen und fing an zu weinen.

Seit diesem Zeitpunkt dort denke ich in meinem leben etwas falsch gemacht zu haben was sich bis heute durch mein ganzes leben gezogen hat in verschiedenen Situationen in meinem Leben.
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manne aus Neustadt schrieb am 22. Juli 2022 um 17:02
Hallo in die Runde ...
ich bin zufällig über eine Dokumentation der Verschickungskinder gestolpert und hatte sofort ein Deja Vu zu meiner Kindheit. Ich bin auch mit ca. 4 Jahren für 8 Wochen (also ca. 1965) nach Baltrum verschickt worden. Hört sich schön an, war aber für mich die HÖLLE. Es gab (völlig unschuldig) Schläge, meist auf den Rücken mit einem Teppichklopfer, oder Kleiderbügel. Auch jede Menge Backpfeifen gab es zwischendurch. Das Essen (ich konnte kein fettiges Fleisch, Fisch oder Spinat rubnterschlucken) wurde in mich reingeprügelt. Wenn ich dann erbrochen habe, musste ich den Teller trotzdem mit dem Erbrochenen aufessen, sonst wurde ich isoliert. Es gab Spritzen und Medikamente gratis ... Ein psychisch gestörter Junge ca. 10 J. alt, hatte mich jeden Tag im gefühlten 12-Bett-Zimmer gequält, geschlagen und u.a. meinen Teddy zerrissen. Als ich mich zur Wehr gesetzt habe, wurde ich von den Nonnen (oder was auch immer das für Monster waren) wieder mit einem Teppichklopfer bearbeitet.
Es war die Hölle, hatte Heimweh und wollte nach nur Hause. Sie sagten mir, dass ich niemals mehr nach Hause komme, wenn ich weiterhin so störrisch bin.
Nach ca. 8 Wochen zuhause angekommen, schien meine Mutter das Prügelkonzept mit dem Teppichklopfer direkt übernommen zu haben. Ich hatte (so wie ich mich jetzt wieder erinnern kann) nach der Kinderverschickung JEDE Woche 1x bis 3x starke Kopfschmerzen, die mich zum Weinen (vielleicht auch zum Schreien) brachten. Die Antwort dazu war oft der Teppichbesen oder Kleiderbügel, um mich ruhig zu stellen. Unzählige Kleiderbügel sind auf meinem Rücken zerschellt.
Woher meine Kopfschmerzen die immer so um die 24 Std. anhielten, kamen (ich hatte diese von ca. 4 Jahren bis 40 Jahren, min. 1-3x pro Woche) ist bis heute ungeklärt. Diese Kopfschmerzen waren immer so heftig, dass ich nur ruhig liegen konnte, teilweise so schlimm, dass ich mich übergeben musste und mehrfach im jugendlichen Alter an Suizid dachte. Seit ich mit 40 Jahren eine Chemotherapie bekam, gingen die Kopfschmerzen komischerweise weg. Ich will keinem etwas unterstellen, aber es ist schon komisch und ich werde recherchieren, was für einen Medikamentencocktail samt dem Fraß, ich damals bekommen habe. Ich habe nun schon von mehreren Fällen mit teilweise noch schlimmeren Verläufen auch mit Kopfschmerzen gehört. Zufall ???
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Oliver Mende schrieb am 21. Juli 2022 um 10:01
Ich wurde als ein Hamburger Hinterhof Kind mit Atemwegsproblemen zusammen mit meinem 1 3/4 Jahre älteren Bruder in ein Kinderkurheim in Lüneburg verschickt, wo wir -altersbedingt- getrennt wurden und ich über den Zeitraum von 6 Wochen verschiedenen Anwendungen unterzogen wurde, dazu gehören Nackt unter der Höhensonne liegen, heiße Wannenbäder (zu denen man durch die Stadt geführt wurde) und lange Wanderungen (an andere Behandlungen, etwa mit Medikamenten kann ich mich nicht (mehr) erinnern). Da die Kur im Winter statt fand, habe ich diese Zeit natürlich als kalt und dunkel in Erinnerung (und der Zeit entsprechend vorwiegend in Schwarz/Weiß erinnert). Ich kann mich an keine selbsterfahrenen Misshandlungen erinnern, entweder weil diese nicht statt gefunden haben oder von mir verdrängt worden sind. Die Atmosphäre dort erinnere ich als totalitär und unempathisch. Das Heimweh und Getrennt-Sein wurde allenfalls höhnisch begleitet. An einen partnerschaftlichen Tonfall seitens der Betreuung kann ich mich nicht erinnern (den hat es am Ende des Jahres bei einer weiteren, erlebten Kur in Sprötze/Niedersachen aber gegeben, er wäre also möglich gewesen).Meine Cousine, die zwei Jahre nach uns dort hingeschickt wurde (dem selben Ursprungshaushalt entstammend) erlebte dort, das Kinder gezwungen wurden, ihr Erbrochenes wieder aufzuessen. Bald danach (wegen vermehrter Beschreibungen der Betroffenen) wurde diese Einrichtung geschlossen und es kam zur strafverfolgung einzelner Personen (wurde mir jedenfalls von meiner Mutter erzählt, ich hab das nie mehr weiter verfolgt). Es müssen eine Menge Kinder aus Hamburg und Umgebung diese Einrichtung durchlaufen haben, daher wundert es mich, dass sie hier noch nicht aufgeführt wurde.
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walterix aus Berlar Kinderkurheim Caritas - Sauerland schrieb am 13. Juli 2022 um 09:06
Ich bin derzeit 56 und dabei, Traumata unter anderem aus der Kindheit zu verarbeiten. Ich war ca. 1971 mit 5 Jahren dort. Den Grund und wie ich dort hin kam, weiß ich nicht. Es war mindestens einer meiner beiden größeren Brüder dabei, aber die Erinnerung fehlt, weil wir von Anfang an voneinander getrennt worden sind. Ich kann mich an keinen Kontakt mit ihnen erinnern. Ich habe nur sehr wenige Erinnerungen, die aber bedrückend sind und mich vermuten lassen, dass dort beiweitem mehr Mißhandlung stattfand, als ich bislang dachte. Ich war einsam, hatte keine für mich sprechende Person. Liebe und Zuneigung sind mir - insbesondere im Zusammenhang mit der Kinderkur - fremd.
Die Tage waren langweilig und endlos: Erzwungene gefühlt lange Mittagsschlafzeiten im Schlafsaal; ein täglicher viel zu kurzer Spaziergang, der nach meinem heutigem Gefühl niemals länger, als 15 Minuten war, immer die gleiche Runde "um das Haus". Es gab langweilige Lieder und Bastelarbeiten, pampiges Essen. Ich war weder "sauber" noch "trocken" und erinnere mich schemenhaft an "Vorführungen", Isolation, "Ohren langziehen", Entblößung und Beschimpfung vor und von erwachsenen (zum Teil männlichen) Personen. Das Kinderkurheim wurde von strengen (bösen) Nonnen geführt. Eine der Nonnen war nett, allerdings kann ich mich an keinen Wortwechsel erinnern. Ich weiß von Einsamkeit, unterdrückten und verbotenen Tränen, zensierten und diktierten Postkarten (konnte selber nicht schreiben). Mir fehlen die Erinnerungen an Hin- und Rückweg. An sexuellen Mißbrauch kann ich mich nicht erinnern, sehr wohl aber an körperlicher und vor allem emotionaler Bestrafung.

Ich habe heute noch massive Probleme mit Klinik-Umfeldern, großen Gebäuden, Behörden und ähnliches. Ich bekomme in einer Klinik (sei es Reha, Augenklinik oder sonstiges) Angstzustände und Blutdrucksteigerungen bis zu 200 zu 110, die oft nur mit Notfallmedikamente auszugleichen sind.
In einer Traumatherapie konnte ich einen Teil der Erinnerungen an das Berlar Caritas Kinderheim "entmachten", aber vieles ist noch "im Dunkeln" und unverarbeitet.

Gibt es hier Teilnehmer, die ebenfalls Erfahrungen mit o.g. Einrichtung habenf?
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Anonyma aus Wuppertal schrieb am 12. Juli 2022 um 18:37
Das "Haus Waldfriede" war eine schlimme Kinderkuranstalt im Schwarzwald. Dort wurden Kinder psychisch und physisch misshandelt unter den Augen der katholischen Kirche. Unter anderem wurden die Kurkinder gezwungen, widerliche Nahrung zu sich zu nehmen. Der Wille der Kinder wurde von den strengen "Tanten" permanent gebrochen.
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Birgit schrieb am 22. Juni 2022 um 18:07
Ich war 1975 März- April für 6 Wochen als neunjährige in dieser Einrichtung.
Ich war untergewichtig, sehr blass und litt an allgemeiner Konstitutionsschwäche.
Der Kinderarzt stellte einen Antrag auf eine Kinderkur bei der LVA.
Dieser wurde genehmigt und so wurde ich nach Schillig verschickt.
Erster Eindruck: Barackenbau, dunkel, muffiger Geruch, herunter gekommene sanitäre Anlagen.
Die Erzieher:innen waren sehr streng, ihnen rutschte häufiger mal die Hand aus!
Die Zivis waren ganz ok, konnten sich aber gegen diese "Drachen/ Furien" nicht durchsetzen.
Da ich auf Gedeih und Verderb zunehmen musste, zwang man mich den Teller leer zu essen.
6 Wochen- Tag für Tag!
Das Essen war meistens pampfig und fett. Gemüse und Salat gab es kaum. Bei mir wollte der Zeiger der Waage einfach nicht nach rechts gehen.
35kg waren das Ziel, es wurden aber nur 33. Ständig gab es Drohungen und Strafen wie z.B.: Keine Bücher ausleihen, Nichtteilnahme an der Wattwanderung, keinen Nachtisch, Termin beim Heimleiter, der dann aufgrund des "Ungehorsams" die Eltern kontaktierte, etc.
Ich fühlte mich insgesamt sehr einsam und nicht ernst genommen.
Wirklich schöne Momente gab es kaum. Spontan fallen mir da nur die Wanderungen ein. Aber wirklich geborgen fühlte ich mich zu keiner Zeit.
Aber resümierend betrachtet, waren wir dort lauter Kinder, die von Ihren Eltern gerne mal ein paar Wochen abgeschoben wurden.
Eltern die Ihre Kinder wertschätzen und lieben, geben sie nicht in derartige Einrichtungen. Auch damals nicht!
Das habe ich meinen Eltern nie wirklich verziehen.
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Anonym schrieb am 19. Juni 2022 um 16:57
Ich war 1975 (Januar/Februar ?) als 5 jährige auf Amrum Wittdün.
Ich wurde mit anderen Verschickungskinder in Hamburg in den Zug gesetzt. Eine ältere Dame begleitete uns während der Zugfahrt.
Mein Vater hatte vor der Abfahrt noch Fotos gemacht…das sind die einzigen Bilder die ich aus der Zeit kenne.
Ich kann mich nicht mehr an die Zugfahrt erinnern noch wie ich auf Amrum angekommen oder in welchem Kurheim ich gewesen bin.
Ich weiss, dass ich in der ersten Nacht furchtbares Heimweh hatte und elendig geweint habe. Eine Erwachsene war bei mir und sagte mir, jetzt könnte ich nicht nach Hause, da in der Nacht keine Fähren mehr fahren.
Ich habe keinerlei Erinnerungen an Gesichter, Personen oder Kurkindern.
Erinnerung Speisesaal ein großer lichtdurchfluteter Raum. Es gab Kaiserschmarrn oder warmer Kuchen mit Vanillesauce als Nachtisch.
Obwohl ich nur bruchstückhafte Erinnerungen habe, war das Gefühl von eingesperrt sein und Einsamkeit gegenwärtig.

Ein Ausflug zum Strand verstärkte das Gefühl, wir mussten zu zweit Hand in Hand in einer Reihe gehen. Als uns eine Reiterin entgegenritt war mein verzweifelter Wunsch ich würde dort auf dem Pferd sitzen und einfach von dieser schrecklichen Insel davonreiten.

Meine letzte Erinnerung, ich bin mit einigen Mädchen beim Umziehen. Der Raum wirkt klein, eine schmale Treppe führt nach oben, vielleicht eine Art Kleiderzimmer im Keller, wo unsere Kleidung aufbewahrt wird. Wir fangen an uns gegenseitig durch zu kitzeln, lachen und sind ausgelassen. Die Tür oben geht auf und ein Schäferhund rennt die Treppe hinunter dahinter eine Frau. Sie ist wütend und gibt mir eine Ohrfeige.
Das ist alles woran ich mich erinnern kann. Die Rückreise und das Wiedersehen mit meiner Mutter liegt im Dunkeln. Meine Mutter hat mir sehr viel später einmal erzählt, dass ich total verändert wieder gekommen bin, habe nichts erzählt und war auch meiner Mutter gegenüber verschlossen.
Bis heute habe ich mit Ängsten zu tun…

Wie ich erfahren habe, wurden viele Heime auch privat geführt. Die Kur bei mir wurde aufgrund vieler Kinderkrankheiten, die ich im Sommer hatte, von einer Ärztin aus Hamburg veranlasst. Die Krankenkasse war derzeit die DAK.

Vielleicht war ja jemand auch in dem Jahr dort und kann sich an eine Heimleiterin/Personal mit Hund erinnern.
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Anonym schrieb am 9. Juni 2022 um 10:08
Ich war als 10jähriger Junge 1973 für 6 Wochen im Lindenhof, zum Gewichtsaufbau. Ich wurde dort einerseits gemästet, andererseits bei geringsten Vergehen wurde mir die Nahrung entzogen. Ganz schlimm, oft musste ich mich wiederholt vor versammelter Schwesternschaft im Turnraum nackt ausziehen, ich wurde mit Sprungseilen an ein Gestell gefesselt. Und mußte entwürdigende Berührungen sowie Spötteleien über mich ergehen lassen. Ich schrieb das meinen Eltern, der Brief wurde vor meinen Augen zerrissen. Mit der Androhung, ich würde irgend was weitererzählen, wolle man mich an meinem "Schwänzchen" aufhängen.
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Groschopp schrieb am 29. Mai 2022 um 18:10
Ich hatte über Jahre chronische Bronchitis und daher wurde ich erstmals 1984 mit 9 Jahren für 6 Wochen in eine Kinderkur nach Bad Sulza in das Sanatorium August Fröhlich geschickt. Ein zweites Mal 1986, auch wieder für 6 Wochen. Beide Kinderkuren haben langfristig keine gesundheitlichen Verbesserungen gebracht, aus der Bronchitis entwickelte sich später letztlich ein allergisches Asthma.
Die Erinnerungen an diese Zeit sind für mich immer sehr bedrückend gewesen und doch habe ich große Gedächtnislücken, die ich bisher leider noch nicht schließen konnte. Auch nicht als ich vor zirka 25 Jahren nochmal in Bad Sulza gewesen bin, um mir die Umgebung und das Heim anzusehen, wo ich insgesamt ein viertel Jahr meines Lebens verbracht habe.
Viele Jahre habe ich nicht mehr an diese unschöne Zeit gedacht, bis ich Anfang diesen Jahres in meiner Tageszeitung einen Bericht über Verschickungskinder las, der mich innerlich so sehr berührt und getroffen hat, daß mir die Tränen kamen. Warum ? Nach und nach kamen vereinzelte Erinnerungen zurück die sich sehr traurig angefühlt haben.
Das unendliche Heimweh nach meiner Familie, das abendliche Beten für meine Eltern und meine kleine Schwester und das tiefe Weinen unter der Bettdecke. Der riesige Schlafraum und der Waschraum. ….täglich gründlich auszuführende Bürstenmassagen am eigenen Körper und auf dem Rücken anderer Kinder und Wechselduschen die sicherlich als gesundheitsfördernd gelten, waren an der Tagesordnung. Schuhe putzen, Ordnung halten und körperliche Sauberkeit wurden sehr streng genommen.
Briefe durften wir an unsere Familie schreiben, aber es durften keine Telefonate oder Besuche stattfinden. Zum Sole inhalieren mussten wir in das Inhalatorium gehen und dort mit Gummimänteln bekleidet im Kreis laufen, das empfand ich als gruselig mitten im Solenebel. Unterrichtet wurden wir in einem Nebengebäude oberhalb des Heimes, Spaziergänge machten wir im Park und Umgebung. Ich kann mich nur an 2 Erzieherinnen erinnern. Eine war nett, die Andere sehr streng und unfreundlich. Ich kann mich erinnern, daß mich meine Eltern 1987 nochmals zu einer Kur schicken wollten, ich habe mich extrem geweigert und die Ärztin empfahl ihnen es zu akzeptieren, damals war ich etwa 13 Jahre alt.
Ich denke ich hatte Scham und Angst als Jugendliche vor fehlender Privatsphäre.
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Manfred Voss schrieb am 25. Mai 2022 um 18:59
Ich war dort als 6 jähriger zur Erholung. Ich war dort sehr unglücklich und habe dort eine Nudelantipathie bekommen die bis heute angehalten hat. Der Aufenthalt war absolut keine Erholung. Ich war dort auch zum Bettnässer geworden. Ich hätte gerne nähere Informationen zu diesem Heim und eventuel ähnliche Erlebnisse
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Christina Debüser aus Köln schrieb am 22. Mai 2022 um 17:44
Ich war nach dem Tod meines Vaters über die Barmer in einem Kinderheim in Furtwangen/Schwarzwald. Ich war 6 Jahre alt. Ich habe traumatische Erinnerungen an diese Zeit:
- Ich wurde zum Essen gezwungen; wenn der Teller leer war, wurde dieser nochmals vollgeladen und ich musste diesen ebenfalls aufessen (Ziel war Gewichtszunahme).
- Postkarten nach Hause wurden vom Klinikpersonal für mich geschrieben mit fingierten Texten, wie gut es mir gehe und wie wohl ich mich fühle.
- Mittagsruhe: wenn ich oder andere Kinder nicht sofort ruhig waren, wurde uns unser Kopfkissen auf das Gesicht gelegt und wir durften es nicht wegnehmen. Ich erinnere mich, dass ich kaum Luft bekam.
-schlimmstes Erlebnis: ich hatte mir beim Mittagessen aus Stress und Angst in die Hose gemacht und wurde dazu genötigt, mit nasser Strumpfhose unter aller Augen und dem Spott aller durch den ganzen Speisesaal zu gehen, um diesen zu verlassen. Ich weinte und schämte mich fürchterlich, es war ein "Spießrutenlauf"!
- Die Kur war im Winter: Spaziergang über einen höhergelegenen, sehr schmalen, vereisten Pfad am Waldrand entlang. Wir hatten Angst, dort entlang zu gehen und abzurutschen, wurden aber gezwungen, weiterzugehen.
Insgesamt: die Kur war ein Horrorerlebnis für mich. Meine Großmutter erzählte mir später, dass ich meine Großeltern nach meiner Rückkehr angefleht hätte, sie sollten mir versprechen, dass ich NIE wieder weggeschickt würde. (Meine Mutter hatte die Kur über die Barmer für mich veranlasst).
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sabineausrems schrieb am 22. Mai 2022 um 12:16
Hallo zusammen. Ich war, bevor ich eingeschult wurde, in Norderney zur Kinderkur. Ich war immer sehr dünn, ich denke, man schickte mich zum aufpäppeln . Ich habe kaum Erinnerungen daran. Ich weiß aber noch genau, wie der Schlafsaal aussah. Wir wurden gezwungen, uns zum einschlafen auf die rechte Seite zu legen, und wir durften uns auch nicht mehr umdrehen. Samstags gab es eine komische Suppe, wie Milch mit einigen Hörnchennudeln. Ich mochte sie nicht und habe sie nicht gegessen. Das gab beim ersten mal Ärger. Meine Tischnachbarin hat sie geliebt, und so konnte ich ihr immer meinen Teller rüber schieben. Sonntags gab es einen langen Fußmarsch in die Kirche. Da ich nicht wusste, welcher Religion ich angehörte, schleppte man mich mit in irgend eine Kirche. Ohne Socken in den Schuhen. Ich hatte dicke Blasen die auf gingen. Aber ich hab mich nicht getraut, zu jammern. Meine Bettnachbarin hatte den Namen Eva. Sie und ich bekamen einen Tag vor Abfahrt nach hause, die Masern. Wir mussten in einen Raum, ich glaube wir waren sogar getrennt, zur Isolation. Es kam immer nur eine Nonne und brachte uns Essen. Sonst gab es nichts. Kein Spiel, keine Bilderbücher und aufstehen durfte man erst recht nicht. Ich bin heute 60 Jahre alt und habe erst vor kurzem , rein zufällig, von den Verschickungskindern gehört. Nun interessiere ich mich dafür, was denn da wohl los war, in den Jahren. Leider kenne ich nicht den Namen des Heimes. Aber es war ein altes Steinhaus, mit dicken Mauern. An vieles kann ich mich nicht mehr erinnern. Vielleicht habe ich es auch verdrängt. Aber an Eva denke ich immer noch. Sie tat mir sehr leid, sie hatte viel geweint.
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Anonym schrieb am 21. Mai 2022 um 22:43
Ich bin 1978 mit 5 Jahren als jüngstes Kind einer Gruppe vom Bahnhof Frankfurt-West für 6 Wochen nach Klappholtal auf Sylt verschickt worden. Für eine schwere Neurodermitis-Erkrankung erschien das Reizklima an der Nordsee als willkommene Therapie.

Meine Erlebnisse an die Zeit sind verschwommen und für sich wohl wenig stichhaltig. In dem gemeinsamen Schlafsaal war ich der mit Abstand jüngste, der unter Hänseleien zu leiden hatte, weil ihh nächtens das Bett einnässte und unter schrecklicjem Heimweh litt. Die Briefe indessen, die für mich hach Hause geschrieben wurden, liessen meine Eltern im Glauben, es gehe mif gut. Das war allerdings zu keinem Zeitpunkt der Fall.
Ich erinnere mich an einige Ausflüge barfuß durch die Dünen und das Wattenmeer, sowie einen Ausflug ins Legoland.
Bei meiner Rückkunft war ich ein verstörtes, verängstigtes Kind, das meine Eltern nicht wieder erkannten. Als ein solches Kknd wurde ich auch eingeschult und blieb es die Schulzeit hindurch. Ob es neben der deutlich zu früh erfolgten sechs-wöchigen Trennung von zu Hause, die insbesondere meine Mutter sich vorwarf, weitere traumatische Erlebnisse gegeben hat, die diese von jedermann bemerkte Veränderung hervorriefen, kann ich nicht sagen. Ich erlebte die sechs Wochen jedoch als ein Martyrium, was auch den Betreuerinnen nicht hat entgehen können.
Trotz der erkennbaren Symptome von Einnässen über häufigem Weinen, Heimweh und Traurigkeit, die über eine vorzeitige Heimreise zumindest Nachdenken hätte hervorrufen müssen ... unter Einschluss der davon nichts ahnenden Eltern, wurden diese statt dessen in den Briefen informiert, alles sei in bester Ordnung.
Wer hat ebenfalls Erfahrungen in Klappholtal gemacht ?
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Roy aus Berlin schrieb am 11. Mai 2022 um 11:42
An das an was ich mich erinnern kann ist das ich im Zug saß bei einer Fremden Frau die mir erzählte das meine Mutter mit kommt und im anderen Abteil sitzt. Als der Zug los Rollte und ich meine Mutter draußen stehen sah und zu mir Winkte war meine letzte Erinnerung. Keine Erinnerung an die Zugfahrt bzw. Ankunft. Ich wurde wahrscheinlich so oft ruhig gestellt das ich nur noch weiß :Ärztliche Untersuchen grundsätzlich Nackt und ich wurde unten angefasst. Dass andere Kinder mit im Raum waren kann ich ausschließen, zumindest habe ich keine Erinnerung das mehrere gleichzeitig untersucht wurden.
Außerdem weiß ich das ich damals noch viel in die Hose gemacht habe und man mich vor anderen Kindern so vorgeführt wurde mit dem Satz der Roy hat wieder in die Hose gemacht. Ich stand auch in irgendeinem Keller und hab aus dem Fenster gekuckt und ich war auf der Suche nach einem WC im Schlafanzug und alle anderen Kinder waren komplett angezogen mit Bommel Mütze und sind raus gegangen.
ich habe gefühlt jede Nacht Erbrochen. 1 mal Sauna und ein Eiskaltes Wasserbecken ..... ich bin der Meinung das Wasser war Salzig. Wir haben Nackt an irgend einem Licht sitzen müssen und man mußte sich gegenseitig mit einer Büste den Rücken bürsten. Dafür das ich 6 Jahre war kann ich mich an viel zu wenig erinnern kein Essen keine Zimmer kein Draußen sein, aber das was ich im Kopf habe war alles, nur nicht schön. Ich kam von der Kur mit 40 Grad Fieber und man hat mich vom Zug aus mit der MSH ins Krankenhaus gefahren wurde
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