Verschickungserlebnisse

Auf dieser Seite schreiben Mitmenschen ihre traumatischen Verschickungserlebnisse, die sie als Kind in Kinderkurheimen erlebt haben.

Diese Berichte dienen in erster Linie dazu das wir alle zusammen ein Zeitdokument erschaffen, das die Grausamkeiten und Misshandlungen von damals dokumentiert.

Durch die geschilderten Erlebnisse und der Preisgabe an die Öffentlichkeit wollen wir einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit gewinnen und unsere Schilderungen können nicht als “Einzelfall” dargestellt werden!

Die hier geschilderten Erlebnisse können auf Wunsch auch anonymisiert werden. D.h. ihr müsst keinen Realnamen preisgeben!
Eure Daten werden keinesfalls an Dritte ausgegeben!!! Sollte jemand mit euch Kontakt aufnehmen wollen, fragen wir bei euch zuerst an und geben die Kontaktdaten nur an euch weiter. Somit könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr Kontakt aufnehmen wollt oder nicht.



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Christoph Kaup aus 74343 Sachsenheim schrieb am 19. Januar 2022
Ich war mit gerade 7 Jahren über 5 Wochen in diesem Kinderheim. Wir hatten abends 3 Minuten Zeit uns zu waschen. Jeden Tag gab es ca. 1,5 Stunden Mittagsschlaf. In meinem Schlafsaal waren 3 sadistische ältere Jungen, die alle Kinder zwangen, sich während des Mittagsschlafs nicht zu bewegen. Ich habe einmal die Zehen bewegt, darauf schlugen sie mit einem Bügel mehrmals auf meine Beine. Es gab einen lernbehinderten Jungen, der besondes gequält wurde. Er musste während jeden Mittagsschlaf zig Kniebeugen machen, bis er nicht mehr konnte. Die Erzieherinnen praktizierten "Gruppenkeile". Mindestens einmal wurde ein Kind während eines Spaziergangs von den Erzieherinnen über einen Balken gelegt und festgehalten. Alle Kinder der Gruppe (32 Kinder) mussten ihm mit einem Bügel einen Schlag auf den Hintern geben. Wir wussten nicht, was er eigentlich getan hatte. Zum Glück hatte ich Mitleid und habe nur sehr leicht geschlagen. Es gab zum Frühstück oft angebrannte Kakaosuppe, zum Mittagessen halb gekochte Kartoffeln und zum Abendessen angebrannte Tomatensuppe oder Ähnliches. Wir mussten aufessen, sonst durften wir nicht aufstehen. Beschwerdebriefe an die Eltern wurden von den Erzieherinnen vor allen Kindern vorgelesen und zerrissen. Einmal in der Woche musste man vor einem großen Regal antreten und bekam eine neue Unterhose und ein neues Unterhemd. Die Erzieherinnen nahmen die Hände wie in einem Schraubstock und schnitten die Nägel. Meine Mutter hat sich nach meiner Heimkehr bei der Organisation, ein privater Träger beschwert. Die Erlebnisse hatten schwere Traumatisierungen zur Folge. Ich habe ein Foto von der Gruppe und den Erzieherinnen.
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Anonym schrieb am 19. Januar 2022
Ich war 1964 als 7jähriger 6 Wochen zur Kindererholung im Adolfinenheim in Borkum.
Auf der Hinfahrt von Köln war ich noch frohen Mutes, weil mein 6 Jahre älterer
Bruder vorher schon in Borkum zur Kindererholung war und nichts negatives
erzählt hatte. --- er war aber nicht im Adolfinenheim, er war im “Kinderkurheim
Santa Maria“ .
Ich kann auch nichts positives vom Adolfinenheim berichten, das Essen war
“ungewöhnlich“ , (bähhh)
Milchsuppe in allen Variationen und auch oft zerkochten Kochfisch ; bis heute hab‘
ich ein Grauen vor beidem…..
Beim Essen durfte man nicht aufstehen, auch nicht zur Toilette. Wenn sich einer
der Kinder dann am Tisch übergeben hatte, musste er das unter Zwang wieder in
sich „reinstopfen“. –Aufessen musste man sowieso, sonst gab‘ Ohrfeigen--
An zwei Namen der Betreuerinnen kann ich mich noch erinnern, “Tante Eva“ , sie war schon etwas älter und lief fast immer mit Mundorgel/Gesangbuch durchs Haus.
Dann “Tante Ute“ , noch relativ jung, sie hatte eine sadistische Freude daran, wegen
unbedeutender Nichtigkeiten kleinen Jungs den nackten Po zu versohlen.
Alle anderen mussten sich dann umdrehen, wer erwischt wurde, dass er dorthin schaute,
war das nächste Opfer.
Nach 5 Wochen wurden wir untersucht und gewogen, ich hatte nicht zugenommen, was
dort ja das oberste Ziel war ; im Gegenteil ich hatte ein halbes Pfund abgenommen.
Man “drohte“ mir 4 Wochen Nachkur an, weil ich nicht zugenommen hatte.
Die nächsten Nächte hab‘ ich nicht geschlafen, nur geweint. -Und beim
Essen dann, trotz Ekel, versucht, so viel wie möglich in mich reinzustopfen, um zuzunehmen.
Bin dann zum Glück ohne Nachkur nach 6 Wochen nach Hause gekommen.
Nach der Rückkehr konnte ich mich über die Zeit in Borkum bei meinen Eltern
leider auch nicht beklagen, sie waren zwar liebevolle fürsorgliche Eltern aber noch vom
“alten Schlag“ mit der Einstellung “ein bisschen Zucht und Ordnung hat noch niemandem
geschadet“.

Ich war danach noch 2 mal in Kindererholung , in Bayern.

1966 in Bühl/Alpsee im “Jugendkurheim St.Michael“,
das war OK, wir wurden ordentlich behandelt und das Essen war OK,
es war Sommer und wir durften oft im Alpsee baden/schwimmen gehen.

1971 war ich in Murnau/Staffelsee im “Jugendkurheim Hochried“ ,
das war auch OK, wir wurden gut behandelt und das Essen war gut.
Es war ein strammer kalter Winter mit sehr viel Schnee, wir sind fast jeden
Tag Schlitten gefahren, -- für ein Stadtkind aus Köln ein Traum--!
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Kritzler schrieb am 19. Januar 2022
Ich war dort als 5 / 6 jähriger - Ich kann mich noch heute an viele Dinge dort erinnern. Es war in jeder Beziehung lieblos, freudlos etc. Es war dort extrem
streng. Obwohl ich neben einer Lungen TBC Erkrankung auch noch oft starke Magen / Darm Beschwerden hatte, durfte ich nachts nicht aufstehen um evtl zur Toilette zu gehen ! Folglich habe ich 2 x nachts in die Hose gemacht. Zur Strafe durfte ich am nächsten Tag nicht mit zum Strandspaziergang !!!
Danach hatte ICH die Erlaubnis nachts aufzustehen.
Nach diesen Vorfällen ‚ hatte ich es dort noch schwerer. Uli Kritzler
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Heinz Cosse aus 48485 Neuenkirchen schrieb am 18. Januar 2022
Ich habe keine guten Erinnerungen an dieses Heim (Haus 2), in dem ich im Frühjahr 1958 für 5 Monate untergebracht war, weil ich einen “Schatten auf der Lunge” hatte. Auch zwei weitere gute Bekannte waren in dem Heim für längere Zeit untergebracht, die ebenfalls meine Erinnerungen stützen.
Wir können uns noch gut erinnern, dass Kinder, die erbrochen hatten, dieses wieder essen mussten.
Mir wurden Pappmanschetten angelegt, weil ich mal in der “Nase gebohrt” hatte.
Bei der Entlassung wurden mir sämtliche Spielzeuge und Bücher abgenommen, weil diese infektiös sein konnten.
Nach 5 Monaten hat meine Mutter mich auf eigene Verantwortung “herausgeholt”.
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Anonym schrieb am 18. Januar 2022
Im Alter von 6 Jahren erkrankte ich schwer an Keuchhusten und wurde zur Erholung alleine in das Hochgebirgs-Kinderheim Haldenhöhe nach Hirschegg im Kleinwalsertal verschickt.
Ich war in einem Zimmer mit ca. 6 Kindern untergebracht. Gegessen wurde gemeinsam in einem Essensraum und mittags mussten wir auf der Terrasse, im Winter mit Decken warm und fest eingepackt, ruhig liegen und eine kalte, süße, rote Flüssigkeit trinken. Ich weiß bis heute nicht was das war. Tagsüber durfte ich an einem Kinder-Skikurs teilnehmen. Das fand ich alles zunächst viel schöner als bei meinen Eltern, denn zuhause gab es sehr oft Streit und ich wurde geschlagen, angeschrien oder in der Toilette eingesperrt. Im Kinderheim war erst einmal alles freundlich und neu. Das änderte sich aber schon bald. Ein Kind hatte im Schlaf ein großes "Geschäft" ins Bett gemacht und es stank fürchterlich. Das Bett des Kindes und sogar die Wand war voll verschmiert. Es herrschte eine große Aufregung und Anspannung im ganzen Haus. Den ganzen Tag war mir übel und mein Bauch verkrampfte sich. Trotzdem sollte ich auch an diesem Tag alles aufessen und mittags gab es auch noch gekochten Fisch, an dem die blausilbrige Haut noch dran war. Ich wollte das nicht essen, weil ich alles nur noch eklig empfand. Bei dem Fischgeruch wurde mir noch mehr übel, aber die Betreuerin zwang mich zum Essen...Suppe, Fisch mit Kartoffeln und als Nachtisch Rote Grütze. Das rieche ich noch heute, wenn ich mich daran erinnere. Natürlich ging das nicht gut und ich musste mich übergeben. Fast jeden Tag gab es irgendeinen Zwischenfall mit Aufregung und ich lebte in Angst oder Anspannung...wie zuhause auch. Die Mahlzeiten wurden meist zur Qual für mich und ich war froh, wenn ich in Ruhe gelassen wurde auf der Winter-Terrasse mit dem roten Getränk.
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Fieke aus Bremen schrieb am 17. Januar 2022
IIch wurde mit gerade 6 Jahren ins Adolfinenheim verschickt, um für die Einschulung ins Winterkurzschuljahr "aufgepäppelt" zu werden. Ich habe diese Zeit in grausamer Erinnerung. Niemand war da, mich bei meinem entsetzlichen Heimweh zu trösten. Zuwendung bekam ich keine - ich erinnere mich daran, dass ich mich morgens zum Kämmen in die Reihe stellte und von der Erzieherin nur ein verächtliches "ach du mit deinen 5 Haaren" zu hören bekam. Ich hab's heute noch im Ohr. Für alle möglichen "Vergehen" musste ich am helllichten Tag zur Strafe ins
Bett und durfte noch nicht mal meine Puppe, das einzig vertraute, was ich hatte, mitnehmen. Ich sehe sie noch auf der Fensterbank sitzen. Die Betten waren mit durchgelegenen dünnen Matratzen ausgestattet. Viele meiner Zimmergenossinnen haben eingenässt, mir ist es nur einmal passiert, was ich irgendwie vertuschen konnte. Das Essen war grauenhaft. Wie oft habe ich in einem düsteren Essensraum vor vollen Tellern mit süßlicher Milchsuppe, in der Nudeln schwammen, sitzen müssen, bis ich sie irgendwie heruntergewürgt habe. Noch heute wird mir beim Geruch von warmer Milch schlecht. Ich kann mich daran erinnern, dass es mal eine Kugel Vanilleeis zum Nachtisch gab, das war ein absolutes Highlight. An Spiele mit anderen Kindern oder Basteleien habe ich keine Erinnerung. Irgendwie sehe ich mich immer nur herumstehen oder -sitzen. Ob wir oft an den Strand gegangen sind? Ich weiß es nicht...
Eine der Erzieherinnen hieß Tante Barbara. Sie betreute eine Jungengruppe und ich habe einmal gesehen, dass die Jungs abends gesungen haben und einen Becher Tee zu trinken bekamen. So etwas gab es bei uns Mädchen nicht.
Als endlich die verordneten 6 Wochen herum waren, erkrankte ich an Windpocken und musste noch 2 Wochen länger bleiben. Auf der Krankenstation war es etwas besser, ich glaube, es waren nur vier Betten in einem Zimmer. Außerdem gab es hier etwas Spielzeug und wir durften Weißbrot essen. Ich bekam während meiner Windpockenzeit einmal ein Paket von meinen Eltern, darin befanden sich nur 2 selbstgenähte Blusen "aus kühlendem Stoff". Keine Schokolade, kein Bonbon, keine Kleinigkeit zum Spielen, über das sich ein 6-jähriges Mädchen gefreut hätte... Das war eben von vornherein verboten und die Eltern hielten sich, autoritätshörig wie sie waren, daran. Das habe ich ihnen irgendwie übel genommen. Als diese ganz Zeit überstanden war, gingen wir in einen Andenkenladen und ich habe einen drehbaren Leuchtturm, eine große Muschel und einen stinkenden Seestern ausgesucht.
Ich war nie ganz sicher, ob ich auf Borkum tatsächlich im Adolfinenheim gewesen bin, bis ich vor einigen Jahren ein paar Tage im November auf der Insel verbracht habe, um mein Trauma zu verarbeiten. Im kleinen Heimatmuseum ließ man mir sehr viel Zeit, viele Ordner über dieses Heim zu durchforsten. Anhand der Fotos war mich mir dann ganz sicher, dass ich im Adolfinenheim war.
Das Haus existierte schon lange nicht mehr, das Grundstück wurde zu einem Teil mit einem Kindergarten bebaut. Da dort die Freiwillige Feuerwehr einen Bau plante, wurde neben dem Kindergarten das ganze Grundstück ausgebaggert. Schutt und Scherben des alten Adolfinenheims kamen wieder zu Vorschein und ein Stück einer gelben Waschsaal-Fliese ging als "Trophäe" mit nach Hause.... Nach Borkum werde ich sicher nie wieder zurückkehren.
Ich bin interessiert an Erinnerungen von LeidensgenossInnen, die vielleicht auch Mitte der 60er Jahre ins Adolfinenheim verschickt wurden.
Gräßlich, was man damals uns Kindern angetan hat.
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Anonym schrieb am 15. Januar 2022
Ich war 1979 in Wenningstedt über das BSW.
Suche eine Esther die mit mir ab München dort hin fuhr.
Zu diesem Zeitraum war ich zarte 5 Jahre
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Stephanie aus Remagen schrieb am 11. Januar 2022
Hallo, ich war ca 1970/72 mit meinem Bruder in Onstmettingen. Wir waren etwa 8 bzw 10 Jahre alt, und der Veranstalter war die Arbeiterwohlfahrt.
Ich kann mich nicht an Schläge oder so erinnern, aber was ich noch genau weiß, ist, dass man unsere Pakete aus der Heimat vorenthielt. Sogar die 5 Mark, die uns die Eltern mühsam für uns als Taschengeld verschickt hatten, verschwand!
Die Leiterin trank TriTop, und wir durften zusehen! Naja, es gab aber auch für mich unvergessliche, schöne Erinnerungen...
Leider gab es nie einen Austausch mit den anderen Kindern, aber vllt finde ich ja hier liebe Mitbewohner von damals wieder...
Liebe Grüße
Stephanie
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Anonym schrieb am 7. Januar 2022
6 Wochen im "Haus Sonnenschein" der Caritas
Erinnerung an eine Kinderkur auf der Insel Langeoog im Jahr 1963

1: Damalige Gegebenheiten

Im Sommer 1963 war ich 10 Jahre alt, besuchte seit den Osterferien die 5. Klasse des Knabengymnasiums Josephinum in Hildesheim und wurde für die Länge der kompletten Sommerferien in eine von der Caritas angebotene Kinderkur nach Langeoog geschickt.

Ich galt für den damaligen Zeitgeschmack als zu dünn und sollte mal so richtig aufgepäppelt werden. Meine Mutter hatte sich wahrscheinlich etwas zu oft anhören müssen, dass ihr kleiner Junge wohl zu Hause nicht genug zu essen kriegte.
Wenn ich heute Fotos von mir aus meiner Grundschulzeit sehe, finde ich mich zwar schlank, aber doch eher so, wie ein gesundes Kind in dem Alter aussehen sollte.

Jedenfalls ging es für mich damals dann für 6 Wochen auf die Insel Langeoog, in die Obhut von Frauen, die wir "Tante..." oder meistens "Fräulein..." nannten und die für die Zeit der Kur für unser Wohl und das Erreichen des Kurziels, in meinem Fall "ordentlich zunehmen", verantwortlich waren.

Wir Jungen aus der Gruppe, der ich zugeordnet war, schliefen in mehreren 6-Bett Zimmern im Erdgeschoss des Hauses. Von unserem Flur aus erreichte man auch ein Gruppenzimmer, das Zimmer der für uns zuständigen Betreuerin und einen Abstellraum. Wo sich die Waschräume und Toiletten befanden, weiß ich heute nicht mehr.

In der ersten Etage über uns waren die Mädchen untergebracht.
Jungen und Mädchen waren so im Haus verteilt, dass wir, außer zum Essen in einem
Speisesaal, praktisch nie aufeinander trafen.

Heute kann ich mit dem großen Abstand von 59 Jahren nicht mehr mit Sicherheit sagen,
welche Atmosphäre und welcher Geist im "Haus Sonnenschein" herrschte.

In Erinnerung habe ich allerdings, dass sich praktisch alle der zeitgleich mit mir anwesenden Kinder wohl fühlten.

Ich kann mich nicht erinnern, dass es in den Gruppen irgendwelche Vorfälle gab, die ich damals als schlimme Übergriffe der Erziehenden und Betreuenden empfunden hätte und von denen ich heute noch wüsste.

Dazu muss ich aber sagen, dass viel von dem, was heute als übergriffig gilt, damals von vielen Kindern (so auch von mir) als ganz normale Erziehungsmaßnahme wahrgenommen wurde und wohl deshalb im Langzeitgedächtnis im Detail gar nicht abgespeichert ist.

Dazu zählten Maßnahmen wie:
- im Gruppenraum für 1 bis 2 Stunden in der Ecke stehen, wenn beim Reden während der
2-stündigen Mittagsruhe oder bei der Nachtruhe beim Reden mit Zimmergenossen
erwischt wurde
- der Zwang beim Mittagessen aufzuessen, auch wenn man satt war oder das Essen nicht
mochte
- von Gemeinschaftsveranstaltungen schon aus nichtigem Anlass ausgeschlossen werde

2: Erzieherinnen

An Namen der im Heim tätigen Erzieherinnen kann ich mich, mit Ausnahme des Namens unserer Gruppenbetreuerin, nicht mehr erinnern.
Ich kann auch nicht mehr sagen, wie viele es waren.
Es fühlt sich allerdings so an, als seien es sehr viele und als seien sie allgegenwärtig gewesen.


Mit den Frauen des Betreuungspersonals, die andere Gruppen aus dem Heim leiteten, hatte man nur zu tun, wenn sie als "Wache" beim 2-stündigen Mittagsschlaf oder vor dem abendlichen Einschlafen durch Flure und Zimmer streiften. Streng achteten sie darauf, dass von uns niemand sprach.
Zuwiderhandlungen wurden in der Regel mit Ermahnungen, ganz häufig aber auch mit "In der Ecke stehen" im Gruppenraum bestraft.
Im schlechtesten Fall, konnten das dann schon einmal zwei Stunden werden. Eben die gesamte Länge der Mittagsruhe.

Genau erinnere ich mich noch an 2 Mitarbeiterinnen des Heims. Ich habe noch deutlich vor Augen, wie diese zwei Frauen aussahen. .

Da war einmal unsere Gruppenbetreuerin, "Fräulein Heidi S.". Eine junge Frau, die damals bestimmt noch keine 30 Jahre alt war.

Sie war für mich in den 6 Wochen die engste Bezugsperson. Sie war durchgängig für die tägliche Betreuung unserer Gruppe zuständig und wohnte in dem Betreuerinnenzimmer auf unserem Flur, genau am Gangende, dem Zimmer in dem ich anfangs schlief gegenüber.

Fräulein S. war anders, als all die anderen "Fräulein", an die ich mich erinnern kann.

Ich habe sie als immer freundlich und sehr lieb in Erinnerung.

In ihrer Rolle als Leiterin unserer Gruppe musste sie allerdings im Verlauf der 6 Wochen die von der Heimleitung mir gegenüber angeordneten Strafaktionen umsetzen. Und das tat sie konsequent.

Die zweite Frau an die ich mich genau erinnere war die Heimleiterin. Eine dunkelhaarige Frau, die ich damals als alt wahrnahm. Vielleicht war sie aber noch nicht einmal 40. Ihr Name ist mir entfallen.

Mit ihr hatte ich insgesamt dreimal zu tun. Und an diese Begegnungen erinnere ich mich noch ganz genau.

Ich wurde ihr "vorgeführt", sie redete dann auf mich ein und verkündete anschließend die Konsequenzen, die mein unartiges, böses Verhalten für mich haben sollte.
Dabei vermittelte sie mir vor allem, dass ich eigentlich "ein Klotz am Bein" des gesamten Heims sei, den man am liebsten nach Hause schicken würde. Aber das ginge ja nicht, denn dann würde mein böses Verhalten (weiter unten werde ich schildern, was jeweils passiert war) ja sogar noch belohnt.

Sie machte mich richtig klein und gab mir das Gefühl, Verständnis und Zuwendung nicht wert zu sein.

Das Schlimme war, dass ich damals glaubte, sie sagte das zu Recht.
Ich war sicher, dass mit mir etwas nicht stimmte.


3: 3 Vorfälle und ihre Konsequenzen für mich

Ich erinnere mich noch sehr genau an 3 Vorfälle und ihre Konsequenzen:

Der erste Vorfall

Wir waren an einem Donnerstag im Juni oder Juli 1963 angekommen.

Bereits nach 2 Tagen, am Samstag, wurde ich von heftigem Heimweh geplagt.

Ich weiß heute noch, wie es mich von der einen Sekunde zur anderen während des Mittagessens im Speisesaal überfiel.

Ein Gefühl, plötzlich nicht mehr in dem Speisesaal, sondern in und mit mir selbst in einer Gefühlsblase eingesperrt zu sein.
Ich fühlte mich plötzlich wie in Trance.
Übermächtig und beherrschend war die sofort eintretende Angst, dass ich meine Eltern und meinen Bruder nie wieder sehen würde. Die Angst, alle drei würden sterben, bevor ich wieder zu Hause sein würde.
Einer der an unserem Tisch sitzenden Betreuerinnen sagte ich, dass mir sehr übel und schwindelig sei.
Von Heimweh sagte ich nichts. Damals wusste ich wahrscheinlich noch nicht einmal, dass man meinen
Gefühlszustand "Heimweh" nannte.
Sie bemühte sich sehr um mich und brachte mich in den Schlafraum, der mir und 5 anderen Jungen 2 Tage vorher zugewiesen worden war.

Ich legte mich zu Bett und die Betreuerin ließ mich allein, ging sicherlich zum Essen zurück.

Es dauerte nur wenige Minuten und ich hatte den Entschluss gefasst wegzulaufen.

Ich zog mich an, steckte die zehn Mark Taschengeld, die ich für die 6 Wochen von meinen Eltern mitbekommen hatte, in die Hosentasche und kletterte aus dem ebenerdigen Fenster und machte mich auf den Weg zum Hafen.
Ich orientierte mich an den Gleisen der Inselbahn und fand den Anleger ohne große Probleme.

Als ich dann bei einem Schiffer eine Fahrkarte zum Festland kaufen wollte, fand mein Fluchtversuch ein rasches Ende. Ich sehe ihn heute noch vor mir stehen und sagen: "Wo bist du denn abgehauen?"

Ich lief sofort vor ihm weg. Den Steg entlang. Richtung Land zurück.

Und da stand schon Fräulein S. mit einem Fahrrad und "kassierte" mich wieder ein.

Auf ihrem Gepäckträger fuhr ich mit ihr zurück.

Die Konsequenzen aus dem ersten Vorfall

Im Heim angekommen wurde ich zur Heimleiterin gebracht.

Die hielt mir eine ordentliche Strafpredigt. Ich weiß noch genau, dass ich mich danach wie ein kleiner Verbrecher gefühlt habe. An irgendwelchen positiven Zuspruch kann ich mich erinnern.

Strafmaßnahmen gab es aber erst einmal nicht.

Man passte nun aber genau auf mich auf. Solch eine Aktion sollte mir nicht noch einmal in den Sinn kommen!


Der zweite Vorfall

Am ersten Montag des Aufenthalts, also nur 2 Tage nach meinem "Fluchtversuch" durften wir dann vormittags Briefe nach Hause schreiben.

Das war für mich die erste Gelegenheit, meinen Eltern mitzuteilen, wie es um mich stand.
Das Heimweh bestand mit gleicher Heftigkeit wie zur ersten Sekunde.

Ich weiß nicht mehr genau, was ich damals schrieb. Aber sicher weiß ich noch, dass mein Brief von vorne bis hinten ein Betteln war, doch sofort nach Hause geholt zu werden.

Dass mein Brief vom Betreuungspersonal gelesen und zensiert werden würde, war mir überhaupt nicht klar.

Die Konsequenzen aus dem zweiten Vorfall

Am Nachmittag wurde ich dann erneut zur Heimleiterin gerufen.

Dieses Mal verängstigte sie mich richtig. Ich sehe sie heute noch vor mir:

Ich glaubte doch wohl nicht, dass Sie das Gejammer von einer "Memme" wie mir an meine Eltern weiterschicken würde. Die müssten sich ja dann für mich schämen.

Sie erklärte mir, dass ein Kind wie ich, dass erst wegläuft und dann auch noch solch einen Brief schreibt,
ja wirklich böse und ganz hinterlistig sei.

Dann wurde mir aufgetragen, einen völlig neuen Brief zu schreiben. Und darin solle ich meinen Eltern gefälligst schreiben, dass es mir gut ginge. Sonst würde auch der gar nicht erst abgeschickt.

Das traf mich wie ein Schlag: Der Kontakt zu meinen Eltern war ja jetzt völlig abgeschnitten. Ich würde ihnen erst in mehr als 5 Wochen, in fast 40 Tagen mitteilen können, wie schlecht es mir ging.

Ich fühlte mich allein auf der Welt und dem Heimpersonal völlig ausgeliefert.

Dabei glaubte ich, diese lange Zeit gar nicht überstehen zu können. Denn zu meinen dunklen Gedanken
gesellte sich sofort ein Gefühl vollkommener körperlicher Schwäche.

Dazu kamen mir Zweifel an der Haltung meiner Eltern.

Mein Gedanken waren: "Würden deine Eltern dich überhaupt verstehen? Würden sie dir helfen, wenn sie wüssten wie schlecht es dir geht? Oder würden sie sich vielleicht sogar wirklich für dich schämen?

Natürlich schrieb ich dann mit dem Zwang im Nacken einen neuen Brief.
Von dessen Inhalt und Zustandekommen weiß ich aber heute gar nichts mehr.
Nicht einmal wann oder an welchem Ort im Kurheim ich ihn geschrieben habe.

Die vor mir liegende Zeit auf der Insel kam mir unendlich vor. Das würde ich nicht aushalten, glaubte ich.


Der dritte Vorfall

Am folgenden Sonntag, also dem zweiten Sonntag des geplanten Aufenthalts, ergriff ich erneut die Initiative.
Wir waren vom Heim aus mit allen Gruppen zum Besuch eines Gottesdienstes zur ziemlich in der Mitte der Inselortschaft liegenden Kirche gewandert.

Ich weiß es heute nicht mehr, aber ich bin mir doch ziemlich sicher, dass ich nach dem Vorfall mit der Briefzensur ständig nach einer neue Möglichkeit zur "Flucht" gesucht hatte.

Diese bot mir jetzt unser Kirchenbesuch.

Als wir mit unseren Gruppen die Kirche betraten, entstand durch die Enge im Eingang eine für die Betreuerinnen wohl ziemlich unübersichtliche Situation.
So konnte ich mich gleich im hinteren Bereich des Gebäudes unter die anderen Gläubigen mit ihren Kinder mischen, während die Aufmerksamkeit unserer Betreuerinnen den Kurkindern galt, die durch den Mittelgang auf vordere Plätze geführt wurden.

Nachdem alle Platz genommen hatten, war die Kirche voll und niemand hatte mein Ausscheren aus der Gruppe bemerkt.
Als dann der Gottesdienst begann, konnte ich die Kirche durch den Hinterausgang verlassen. Dabei fühlte ich mich von niemandem beachtet oder gar beobachtet. Aller Aufmerksamkeit war ja Richtung Altar gerichtet.

Sofort lief ich, wie schon eine Woche zuvor, zum Hafen.

Meine Abwesenheit würde frühestens nach dem Gottesdienst bemerkt werden. Ich hätte also etwas zeitlichen Vorsprung, dachte ich.

Am Hafen angekommen, suchte ich zuerst nach einem Boot mit dem ich selbst zum scheinbar greifbar nahe liegenden Festland rudern könnte. Die vorhandenen Boote waren alle zu groß.

Hätte ich ein kleines Ruderboot, von der Art wie ich Ruderboote damals von kleinen Ausflugsseen her kannte, gefunden, wäre die ganze Geschichte möglicherweise böse ausgegangen.

So ging ich trotz der schlechten Erfahrung, die ich eine Woche zuvor gemacht hatte, wieder auf den Steg, um zu versuchen, vielleicht von einem anderen "Schipper" auf einem der Passagierschiffe mitgenommen zu werden.

Aber ich war kaum auf dem Steg, da trafen schon 2 Betreuerinnen auf ihren Fahrrädern ein und auch meine zweite "Flucht" war zu Ende.

Die Konsequenzen aus dem dritten Vorfall

Wieder ging es sofort zur Heimleiterin.

Die machte mich erst verbal ganz klein und sprach dann eine harte Strafe aus:

Im Schlaftrakt, am Flur von dem aus wir unsere Schlafräume erreichten, gab es einen kleinen Abstellraum.

Da passten so gerade ein Bett und ein Nachtschrank hinein. Es gab keine richtigen Fenster, sondern nur zwei Oberlichter. Die aber mit Klarglas versehen waren, so dass man den Himmel und die Wolken unverzerrt sehen konnte.

In diesem Zimmer musste ich von nun an auf unbestimmte Zeit mittags und nachts schlafen. Die Tür wurde zu den Ruhezeiten zwar nicht verschlossen, aber grundsätzlich geschlossen.

Ich weiß heute nicht mehr, wie viele Tage ich dort von allen anderen Kindern abgesondert verbringen musste. Es sind aber so viele gewesen, dass sie in meiner Erinnerung ganz schwer wiegen.

Am schlimmsten waren in dieser Zeit für mich die jeweils 2 Stunden Mittagsruhe, in denen ich grundsätzlich nie schlafen konnte.
Sie kamen mir jeden Tag aufs Neue wie eine Ewigkeit vor und mein Heimweh bohrte besonders in mir.
Noch heute kann ich mich genau daran erinnern, wie ich mittags im Bett liegend durch die Oberlichter den Wolkenzug beobachtet habe.

Während es in den Gruppenräumen Vorhängegardinen gab, waren vor den Oberlichtern im Abstellraum keine angebracht.
Im Zimmer war es also zur abendlichen Schlafenszeit immer sehr hell.
So fiel mir auch abends das Einschlafen schwer. Oft lag ich lange wach, von meinem Heimweh gequält.

Täglich graute mir vor den Ruhezeiten.

Irgendwann durfte ich dann wieder in einem Gruppenschlafraum schlafen.



4: Was ich noch schreiben möchte

Für die Erzieherinnen im "Haus Sonnenschein" war ich als kleiner Junge, der die Energie aufbrachte zweimal wegzulaufen, sicher ein großes Problem.
Aber ich war ein 10-jähriges Kind.
Wie konnte man das über einen Zeitraum von 40 Tagen in großer seelischer Not so mit sich allein lassen?

In meiner Erinnerung habe ich die 5 bis 6 Wochen wie in Trance gelebt.
Ich fühlte mich wie in einer Blase.

Als ich 1963 nach Hause kam, habe ich meinen Eltern nichts von meinen "Fluchten" und deren Folgen erzählt.
Sie sollten ja nicht wissen, was für ein Schwächling und wie böse ich war.

Erst viele Jahre später habe ich meinen Eltern von den Ereignissen während der Kur berichtet.
Sie waren wie vor den Kopf gestoßen und versicherten mir, nicht das Geringste über meine Nöte erfahren zu haben.
Im Gegenteil: Von der Caritas hatten sie sogar nach Kurende eine Art Protokoll, in dem mir ein guter Kurerfolg und eine Gewichtszunahme von 3kg attestiert wurden, erhalten.
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Anonym schrieb am 30. Dezember 2021
suche Betroffene die in dieser













Suche Betroffene, die im gleichen Heim waren , und den Heimleiter "kennengelernt haben".
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Anonym schrieb am 27. Dezember 2021
Unterbringung wegen Heilbehandlung im Bäderhaus Bad Wildungen. Bloßstellen, psych.Druck
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Anonym schrieb am 18. Dezember 2021
Ich bin im Jahr 1977 in Allerheiligen im Schwarzwald gewesen. Ich habe nicht mehr allzu viele Erinnerungen daran. Vermutlich weil ich das meiste verdrängt habe. Ich wurde auf Anraten des Schularztes dort hingeschickt weil ich "untergewichtig" war. An die zensierten Postkarten kann ich mich noch erinneren. Wo ich mich aber besonders dran erinnere ist die Tatsache das ich einen halben Schneidezahn durch eine Betreuungskraft dort verloren habe. Was ist passiert ? Ich konnte als KInd keinen Porree in Suppen essen. Insbesondere nicht in klaren Suppen. In der Kur gabe es dann eine solche Suppe mit viel Porree drin. Ich habe dann den Porree an den Rand gelegt und die Suppe gegesssen. Die Betreuerin kam dann zu mir und hat mir den Porree mit dem Löffel in den Mund gestopft. Nachdem ich diesen wieder ausgespuckt habe hat sie mir mit dem Löffel genau auf die Schneidezähne gehauen, wodurch an einem Schneidzahl ein große Ecke abgebrochen ist. Meine Eltern haben dann eine Bestätigung bekommen, das die Gemeinde wenn ich 16 bin für eine Krone aufkommt. Leider sind durch den Tod meiner Eltern die Unterlagen verschütt gegangen.
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Anonym schrieb am 18. Dezember 2021
Auf Anraten unseres Hausarztes sollte ich (11 Jahre) zur Gewichtszunahme in ein Kinder-Erholungsheim. Ich fuhr also für 6 Wochen in Oberlinhaus nach Freudenstadt. Vom ersten Tag an hatte ich großes Heimweh, dies durfte nicht geäußert werden. Alle meine Briefe die ich nachhause schrieb wurden gelesen. Nichts durfte von Heimweh darin stehen; also wurde ich gezwungen, die Unwahrheit zu schreiben, dass es mir gut gehe! Zum Frühstück gab es immer Müsli mit einer Laugenbrezel, da ich die Brezel nicht mochte, bekam ich sie zu jeder Mahlzeit wieder, bis ich sie aufgegessen hatte. Nachts durften wir nicht zur Toilette. Die meisten Kinder weinten sich in den Schlaf. Einmal mussten wir im Regen Tannenzapfen sammeln - barfuß - ! Danach bekam ich eine schwere Halsentzündung. Sonntags durften die Eltern anrufen. Da ich aufgrund der Krankheit nicht ans Telefon gehen konnte und auch meiner Mutter nichts darüber gesagt wurde, hieß es einfach, dass ich draußen unterwegs sei! Morgens hatten wir nur ganz kurz Zeit, uns zu waschen und zu kämmen. Ich hatte dicke, krause Zöpfe, die eigentlich sorgfältig gekämmt werden mussten. Entsprechend verfilzt waren sie nach den 6 Wochen ; genau am letzten Tag fiel es einer "Tante" auf und sie versuchte, die Verfilzung durch ruppiges Bürsten zu lösen, was natürlich furchtbar weh tat! Sie meinte, dass meine Mutter schimpfen würde, wenn ich so nachhause käme. Erst nach tränenreicher Beteuerung, dass meine Mutter auf keinen Fall schimpfen würde, ließ sie mich dann in Ruhe!
Zuhause habe ich das garnicht zum Thema gemacht; ich war nur unendlich froh, wieder daheim zu sein!
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Anonym schrieb am 17. Dezember 2021
Hallo, ich weiß nicht genau, in welchem Haus auf Langeoog ich als 10-jährige für sechs Wochen war. Ich hatte Probleme mit den Bronchien, aber im Haus bei der ärztlichen Untersuchung fand man dann noch mehr: Senk-Spreiz-Plattfuß, schadhaftes Milchgebiss, zu fett! Ich habe meinen Eltern damals voller Empörung davon geschrieben.
Das bedeutete Schlechtes und Gutes: keine Süßigkeiten, kein Nachtisch, Konfiszierung der Pakete von Zuhause, der gesamte Inhalt wurde an alle verteilt. Ich musste aber auch keinen Mittagsschlaf halten, sondern durfte mit den anderen fetten Kindern mit der Heimleiterin und ihrem Hund spazieren gehen. Abends wurde inhaliert, während die anderen Kinder gesungen haben.
In den Zimmern herrschte ab halb acht absolute Ruhe, wer dagegen verstieß, musste mit dem Bettzeug mindestens eine halbe Stunde auf dem Dachboden stehen. Alle waren sehr streng, der einzige Lichtblick war ein Erzieher(?) namens Tarzan, er kann auch Zivi gewesen sein.
Ich hatte vor allem Heimweh, ich fühlte mich ungerecht behandelt, ich habe nicht verstanden, warum meine Eltern mich so lange weggeschickt haben. Aber andere Kinder taten mir noch mehr leid, ich erinnere mich an ein Kind, dessen Eltern auf einer anderen Nordseeinsel in Sichtweite Urlaub machten und nicht einmal zu Besuch kamen. Das Kind vermutete, dass ihre Eltern das neue Geschwisterkind lieber hatten, denn das durfte mit in den Urlaub fahren.
Die ganze Atmosphäre war eher unangenehm und restriktiv, vor allem für mich in der Rückschau unverständlich, wie Eltern ihre Kinder so lange allein wegschickten. Das zeigt den Blick, den man zu dieser Zeit immer noch auf Kinder hatte, kleine Erwachsene, die zu gehorchen hatten und deren Rechte oft nicht wahrgenommen wurden, nicht nur in diesen Heimen, sondern auch in anderen Institutionen wie Kindergärten und Schulen.
In meinen Briefen nach Hause habe ich meinen Eltern schon geschrieben, was los war, aber sie haben es als kindliche Übertreibung fast lustig gefunden, was ich schrieb. An vieles habe ich gar keine Erinnerung, die Reise etc. Aber ich erinnere mich sehr gut an das Gefühl der Unterdrückung und Angst und daran, dass ich in der Zeit das erste und einzige Mal etwas geklaut habe- Süßkram!
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Anonym schrieb am 15. Dezember 2021
Ich kann mich ans Essen erinnern , es wurde der Teller vollgemacht, seit dem kommt mir bei Graupensuppe und Schokoladenpudding mit Haut alles hoch. Der Heimleiter Onkel liess immer Jungen in seinem Bett schlafen. Bei mir ist er regelmässig im Dunkeln ans Bett gekommen ,hat meine Hand genommem und ich habe seine Brustwarzen gerieben. Zur Belohnung gab es Bonbon. ich hatte das alles vergessen aber durch Berichte hier in meiner Zeitung über ein Waisenhaus hab ich wieder daran erinnert.
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Anonym schrieb am 15. Dezember 2021
Ich war 6 Jahre alt, als ich für 6 Wochen zur Kur nach Mittenwald geschickt wurde. Ich war damals untergewichtig und neigte zu Bronchitis und anderen Erkältungserkrankungen. Wie ich nach Mittenwald kam, daran kann ich mich nicht erinnern. Ich weiß nicht, ob mich meine Eltern zum Bahnhof gebracht haben,, ob ich geweint habe oder sonst etwas. Ich weiß aber, dass ich mit anderen Kindern im Zug gefahren bin. Das habe ich mir gemerkt, weil ich auf der Fahrt von einem Jungen gebissen wurde, der eventuell Robert hieß. Der gleiche Junge ist auch mit mir zurück gefahren, sechs Wochen später.
Die Zeit in Mittenwald war für mich ein Alptraum. Das Allerschlimmste für mich war, dass ich immer und immer wieder alles essen musste. Man durfte den Platz erst verlassen, wenn man aufgegessen hatte. Und es gab immer sehr eklige Sachen, die ich nicht essen konnte. Es gab ganz oft glibberiges Essen, wie Spiegeleier oder auch Hering in Aspick, dass für mich ungenießbar war. Einmal gab es Spiegeleier und Kartoffeln. Ich konnte die Eier nicht essen, weil ich damals dachte, dass dariin das Eigelb irgend welche toten Küken seien. Genau wie die anderen Tage auch, war ich die letzte, die vor ihrem Teller saß. Und ich wusste, dass ich wieder Spülen oder des Speisesaal putzen muss, wenn ich da fertig bin. Irgend wann ging jemand mit etwas Salz herum. Ich bat darum etwas Salz zu bekommen, weil ich das mochte. Ich bekam kein Salz. Nachdem ich das Spiegelei gegessen hatte, was Stunden dauerte, in denen ich unter Druck gesetzt wurde, wo mit dem Liebesentzug meiner Eltern gedroht wurde, damit, dass ich länger in Kur bleiben müsse, wenn ich das nicht äße usw. Ich habe das Spiegelei gerade runtergewürgt, und war echt erleichtert, dass ich es geschafft habe, als mir noch ein Ei auf den Teller gelegt wurde. Ich habe auch dieses Ei gegessen. Als ich dann aufstehen durfte, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen, musste ich mich übergeben. Dafür wurde ich extrem ausgeschimpft und ich musste mein erbrochenes selbst wegwischen. Außerdem wurde mir gesagt, dass ich nicht mit zum Ausflug dürfe, da ich ja auch nicht gegessen habe. Und so lange ich nicht essen würde könne ich dann auch keine Ausflüge mitmachen. Tatsächlich kann ich mich nur an zwei Situationen außerhalb des Gebäudes erinnern. Einmal sind wir in eine Stadt gefahren. Ich dachte es sei ein Ausflug. Aber tatsächlich war es der Besuch bei einem Zahnarzt, der mit, ohne auf mein Nein zu achten, einen Wackelzahn entfernte. Und die zweite Erinnerung war tatsächlich ein Ausflug ins Grüne. Ich kann mich an einen alten Panzer erinnern, der da am Waldrand stand und auf dem die Kinder gespielt haben. Außerdem haben wir uns einen Hügel herunter rollen lassen. Das war der einzige spaßige Moment im Freien dort an den ich mich erinnern kann. Die wenigen Erinnerungen, an die ich mich erinnern kann, waren in dem Gebäude. Ich konnte mittags nicht schlafen. Und in dem Zimmer dort waren noch zwei Zwillingsmädchen, die auch nicht gut schlafen konnten. Ich kann mich an eine Situation erinnern, wo ich mit den beiden geflüstert habe. Die anderen haben geschlafen und wir waren auch nicht laut. dennoch wurde ich aus dem Bett und dem Zimmer geschleift und in einen Raum gebracht, der mit Matten ausgefüllt war. Ich konnte nicht aus dem Raum raus. Und ehrlich gesagt kann ich nicht sagen, wie ich aus diesem Raum, in den ich mehrmals gebracht wurde, raus gekommen war. Darüber hinaus, kann ich mich daran erinnern, dass während meines Aufenthalts ein Kind Geburtstag hatte. Er bekam ein Geschenk von zu Hause geschickt. Darin waren Süßigkeiten. Ihm wurden die zwar gezeigt, dann aber wurden die Süßigkeiten an die anderen Kinder verteilt, mit dem Hinweis, er würde dann ja dicker werden. Das war so unfair, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Der Kontakt zu meinen Eltern war sehr schwierig während dieser Zeit. Ich konnte noch nicht Lesen und Schreiben. Meine Eltern hatte Blankopostkarten besorgt, die Adressiert und Frankiert hatten. Auch an Oma Opa Tanten. Ich wollte dann auf der Rückseite ein Bild malen. Ich wollte meinen Eltern und vor allem meinem Lieblingsonkel eine Karte malen und ihm damit sagen, wie schlimm es dort ist. Aber keiner der Erwachsenen dort hat mir sagen können, wo die Karte für meine Eltern und meinen Onkel waren. So konnte ich an die für mich wichtigsten Personen nicht "schreiben". Außerdem wurde meine Karte nicht angenommen, wenn nicht die Sonne schien oder irgendwo der Regenbogen zu sehen war.
Was mir auch sehr schlimm in Erinnerung war, waren die ärztlichen Untersuchungen, die ständig stattfanden. Das Ausziehen, das Nacktsein vor den anderen, das Schimpfen, wenn ich nicht ausreichend zugenommen hatte. Ich glaube, es gab auch stellvertretendes Schlagen, vor dem ich so Angst hatte. Und ich wollte das Kind nicht schlagen. Aber für diese Erinnerung ist das Erinnerungsfragment zu ungenau. Deshalb möchte ich nichts dazu sagen. Aber was ich nicht verstehe: Ich war sechs Wochen da. Und ich kann mich nur an Essenssituationen, Schlafenszeiten und Ärztliche Untersuchungen erinnern... Wo war das Spiel? Wo das Erleben???
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Elke G. schrieb am 15. Dezember 2021
Nach Weilmünster wurde ich für 6 Wochen verschickt als Stadtkind. Es war meine erste Trennung von meinen Eltern und die erste Reise. Zur Erholung nach mehreren überstandenen Kinderkrankheiten, jedoch ohne ein spezielles Leiden. Eine enge Schulfreundin wurde ebenfalls verschickt, wir blieben gemeinsam in einer Gruppe. Das war ein kleiner Trost. Als geliebtes Einzelkind war die Gewöhnung an große Schlaf- und Esssäle nicht einfach. Wäschewechsel war nur 1x wöchentlich, wer verschmutzt war, hatte Pech. Spaziergang nur 1x täglich ca 30 Min. um das Sanatorium in Zweierreihe, schweigend . Das Essen war sehr eintönig und nicht wohlschmeckende. Es musste aufgegessen werden. Täglich erbrachen sich Kinder schon am Tisch, in den Räumen oder im Bett. Für mich ist das Thema "Erbrechen" sehr mit üblem Geruch, Geräuch und Ekel verbunden. In den Schlafräumen musste Ruhe sein, Toilettengang wurde sehr streng untersagt. Eine "Tante" bewachte an einem kleinen Pult den Flur. Da ich schon lesen und etwas schreiben konnte, wollte ich auf der wöchentlichen vorfrankierten und adressieren Postkarte an die Eltern mein Heimweh kundtun. Ohne Begründung wurde die Post mehrmals zerrissen. Dann konnte ich nicht mehr nach Hause schreiben, was meine Eltern sehr verwunderte. Meine Freundin erkranktewährend des Aufenthalts und kam für einige Zeit zu Nonnen in ein Krankenhaus, was sie auch in sehr schlechter Erinnerung hat. Nur bei einigen Betreuerin en durften wir kurze Zeit am Tag etwas spielen, auch eine Art Gymnastik wurde gemacht. Die Zeit erschien unendlich lang bis zur Rückreise mit dem Bus. Abgewickelt wurde die Verschickung durch das Bezirksamt Berlin Spandau. Ich vermute, dass unsere Eltern sich dort nachträglich beschwerten, ob darauf eine Reaktion erfolgte, ist nicht bekannt.
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burk schrieb am 15. Dezember 2021
Ich war wohl recht "alt", mit gerade 13 Jahren damals dort. Ich erinnere mich an die absolut strikte Trennung von Mädchen und Jungs in unterschiedlichen Häusern, und dem komplett fehlenden Kontakt zu den Mädchen. Das mich das damals nicht so interessiert hat, war vielleicht noch ganz nett, jedoch da wir in "Altersklassen" unterteilt waren in dem Heim (9-12, 13-16) und ich dementsprechcend von lauter bereits wesentlich stärker pubertierenden Jungs umgeben war fiel ich damit aus dem Raster.

Und das war der Anfang vom Übel: In dem Zimmer in dem ich war, waren wir, ich glaube zumindest, 6 oder 8 Jungs. Und die haben mich dann gehänselt. Und aufgezogen. Und ich glaube auch, dass "man" sich halt auch alles mögliche gezeigt hat, aber ich kann mich nicht mehr dran erinnern, ich habe dies wohl völlig verdrängt.
Es gabe einen Jungen, ich weiß den Namen nicht mehr, er hatte den Spitznamen "Professor" weil er auch durch eben sein Allgemeinwissen auffiel zwischen den Fussball und sonst was favorisierenden anderen. Jemand mit Hirn mit dem man sich unterhalten konnte, der mich nciht als "Baby" sah. Von der Erzieherin wurde mir mal gesagt "das ist kein guter Umgang für dich, spiel nicht mit ihm, häng dich nicht so an ihn dran". Toll, dem Einzigen der mich nicht hänselte, dem sollte ich fern bleiben. EIngegriffen ins Hänseln und Mobbing im Zimmer hat von den Erzieherinnen niemand wirklich nachhaltig. Aber ich muss wohl so ausgerastet sein irgendwann dass sie da was ändern mussten.

Jedenfalls war ich todunglücklich und es war so schlimm, dass irgendwann die Leitung beschloß mich in die Gruppe 9-12 umzuziehen. Dafür bin ich dankbar gewesen und ich glaube auch noch heute

.
Dort war es dann viel besser und ich war in einem 4er Zimmer und die Zimmerkameraden waren zwischen 9 und 12. Der 12 jährige hat dann mal eines Tags sowas wie "Wahrheit oder Pflicht" als Spiel ins Zimmer gebracht, abends, nach der Bettruhe und wir haben das leise gespielt. Na in dem Zusammenhang erinnere ich mich dran, dass er sowohl von mir als auch von dem 9 jährigen wollte, dass wir seinen Penis küssen als "Pflicht". Dies ist aber nicht der Fehler vom Heim, und war auch nicht wirklcih schrecklich traumatisierend für mich. Denke ich mal. Ansonsten war die Zeit dort okay dann. Die "wanderungen durch den Wald" waren okay, und ich erinnere mich nicht an Schläge oder schreckliches Essen, das man aufuessen musste (oder sogar Erbrochenes essen, was ja woanders wohl vorkam). Ich glaube sogar man konnte EIN Essen als "unakzeptabel" nennen, dann bekam man etwas anderes (Johurt oder was anderes ungekochtes) statt dessen. Die Erzieherinnen halfen uns beim Karten schreiben, da ich nicht sehr kreativ war, war ich dankbar, und es war soweit ich mich erinnere auch nur leicht geschummelt, nicht gelogen. Es ging mir ja nicht (mehr) schlecht.

Wie gesagt, die ersten 1 1/2 Wochen waren Horror, danach waren es 4 1/2 wochen trennung von der Familie, teils in den Sommerferien, teils davor.

In die Kleidung wurde damals noch von meiner Mutter im Vorfeld der Name mit so einem weißen Namensbändchen mit roter Schrift drin überall eingenäht, Im Heim kam dann für "mein Haus", es waren ja mehrere, ein "Lila Kreuz " oben drüber aufgestickt. Ich habe tatsächlich noch ein Handtuch von damals das beides noch trägt. 🙂

An Restriktionen erinnere ich mich halt "kein Kontakt zu den Mädchen" "telefonieren nach Hause" war schwierig, aber zumindest zum Gruppenwechsel hab ich das mal geschafft. Unser Taschengeld wurde eingesammelt und ausgegeben nach "Bedarfsbegründung" und es wurde genau Buch geführt. Das ist aber eigentlich korrekt finde ich jetzt. Zunmindest in der "kleinen Gruppe". Die Briefe aus dem Heim in der Zeit (ja ich glaube echt 1x die Woche) wurden angeleitet, ob da leitende Zensur stattfand kann ich nicht mehr sagen, ich glaube aber schon dass es mal hieß "schreib das doch so und nicht so". Und natürlich das "Nachts rausgeh-Verbot" aber ob das auch für die Toilette galt weiß ich nicht mehr. Aber die Treppe anch unten war streng verboten. Unten (1.OG) waren auch die "Großen" (13-16) und zu denen wollte ich auf gar keinen Fall mehr, ich hatte echt Angst, Und auch davor dass die hoch zu uns ins 2.OG, so halb unters Dach kommen. So ging es uns allen im Zimmer übrigens.

Im Haus war auch gleichzeitig eine gruppe Jugendlicher (im EG), die Dialyse brauchten. Aber wie alt die genau waren weiß ich auch nicht mehr, ich erinnere mich nur deshalb daran, weil ich da lernte was es so an "schlimmeren Krankheiten" als meine gab. Das haben uns auch unsere Erzieher mehrmals gesagt.

Zum Thema "Gewaltauswahl" hier: Nun ich erinnere mich nicht an echte Gewalt seitens der Leitung/Erzieherinnen), aber es wurde schon sehr auf Disziplin geachtet. VIelleicht gabs auch mal eine "Kopfnuss", aber wenn, ich kann es nciht mehr beschwörden.
Und zum Erhalt der Disziplin wurde auch ein psychischer Druck ausgeübt der bis hin zur Gewalt nach heutiger Definition geht. Ich habe trotzdem "keine Gewalt" ausgewählt, da ich in einem "Prozess" nichts konkretes berichten könnte, vielleicht ist es auch zu erfolgreich verdrängt. Dass diese Einrichtung aber 1982 geschlossen wurde, stimmt mich im nachhinein bedenklich, ob die Verdrängung nicht vielleicht zu erfolgreich war.

Wer so ähnliches erlebt hat oder vielleicht gar selbst zu der Zeit dort war, bitte GERNE Kontakt über die Seite hier aufnehmen.
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Stefan aus Kassel schrieb am 13. Dezember 2021
Ich war 1972 im Taunus bei Wiesbaden. Ich glaube Haus Taunusfreude. Ich habe ein Bild vom Forsthaus gesehen und meine mich daran zu erinnern. Außerdem ging es auch ums Quarzsammeln. Ich war zu der Zeit 9 Jahre alt.
Wie bei vielen anderen, was ich las, habe ich 50 Jahre gedacht dies Thema wäre ein Gespinst oder ich zu labil, zu empfindlich...wie auch immer. Erinnerungen habe ich all die Jahre an strenge Mittagsruhe, Schläge, wenn man ins Bett gemacht hatte (Was vor der Kur nie vorkam). Sitzen bleiben bis in die Nacht am Tisch wenn man nicht aufgegessen hatte. 6 Wochen Angst und Heimweh. Das ,so glaube ich ,in Resignation endete. Pakete die geöffnet wurden und Obst welches mit Kerngehäuse und Stiel gegessen werden musste. Sterile sanitäre Einrichtungen und kaltes Wasser bleiben in Erinnerung. Härte und Strenge ebenso. Mir wird jetzt erst bewusst, dass die Albträume die ich danach bekam einen Grund hatten. Gefühlt ging das ein Jahr. jede Nacht der gleiche Traum und schweißgebadet. Auch das wurde einfach abgetan. Vielleicht kommen noch mehr Erinnerungen je mehr ich lese oder sehe. Der erste Erfolg für mich wäre schon zu wissen in welchem Heim ich 1972 war. Haus Taunusfreude ist für mich immer noch ein wenig „nebulös „.
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peter päpenmöller schrieb am 12. Dezember 2021
hallo ihr
ich war Anfang der 70 iger in Schwarzwald, weiß aber nicht mehr wo genau vor dem Gebäude stand ein großer Baum, auf dem ich rauf geklettert bin, um mich zu verstecken, vor den Tanten hinder dem Haus war ein kleiner Abhang
kann mich noch gut erinner wo es Grießbrei gab und das sah echt nicht appetitlich aus habe mich geweigert das zu essen wurde aber gezwungen und habe es wider ausgebrochen auch das sollte ich essen habe den Teller voller Wut von Tisch geworfen ich wurde in einem dunklen Raum eingesperrt die Tante wollte mir mit seife den Schmutz aus dem Mund waschen da ich damals schon ein kräftiges Kind war habe ich mich gewährt, was ein Fehler war, bin dann mit nassen Handtüchern gehauen worden auch durften wir Nacht nicht auf der toilete habe dann aus den Fenster gemacht beim essen durfte nich geschmatzt werden die kinder die es machten bekamen ein pflaster auf den Mund
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