Verschickungserlebnisse

Auf dieser Seite schreiben Mitmenschen ihre traumatischen Verschickungserlebnisse, die sie als Kind in Kinderkurheimen erlebt haben.

Diese Berichte dienen in erster Linie dazu das wir alle zusammen ein Zeitdokument erschaffen, das die Grausamkeiten und Misshandlungen von damals dokumentiert.

Durch die geschilderten Erlebnisse und der Preisgabe an die Öffentlichkeit wollen wir einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit gewinnen und unsere Schilderungen können nicht als “Einzelfall” dargestellt werden!

Die hier geschilderten Erlebnisse können auf Wunsch auch anonymisiert werden. D.h. ihr müsst keinen Realnamen preisgeben!
Eure Daten werden keinesfalls an Dritte ausgegeben!!! Sollte jemand mit euch Kontakt aufnehmen wollen, fragen wir bei euch zuerst an und geben die Kontaktdaten nur an euch weiter. Somit könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr Kontakt aufnehmen wollt oder nicht.



Einen neuen Eintrag schreiben

 
 
 
 
 
 
 


 



 
 
 
 
Mit * gekennzeichnete Felder sind erforderlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Es ist möglich, dass dein Eintrag erst sichtbar ist, nachdem wir ihn überprüft haben.
Wir behalten uns vor, Einträge zu bearbeiten, zu löschen oder nicht zu veröffentlichen.
169 Einträge
Katharina aus Karlsruhe schrieb am 21. Februar 2021
Hallo Zusammen,
seit gestern weiß ich, dass ich ein Verschickungskind bin. Ich muss vorweg sagen, dass ich 1981 mit sechs Jahren am Feldberg im Haus Schuppenhörnle war, zwar keinerlei positive Erinnerungen daran habe, aber an den Erinnerungen auch nicht leide.
Ich kam im Januar für sechs Wochen dorthin, da ich im November eine Mandelentfernung hatte und meinen Eltern eingeredet wurde, ich müsse mich dort erholen. Auch ich wurde in Karlsruhe am Bahnhof von meinen Eltern abgegeben. Dort lernte ich ein ein anderes Mädchen kennen: Astrid.
Mit dem Zug wurden wir an den Feldberg gebracht. Noch nie in meinem Leben, hatte ich mich so verlassen gefühlt!
Meine schlimmsten Erinnerungen sind das Duschen: wir mussten uns alle nackt ausziehen (Jungen wie Mädchen) und mussten in eine Großraumdusche - ich habe mich geschämt, es gehasst, mich erniedrigt gefühlt. Als ich später in der Schule etwas über Vergasung und KZ gelernt habe, habe ich mir immer diese Dusche vorgestellt.
Ich glaube das damalige Erziehungskonzept war: "kein Eigentum!", das heisst eine Zahnpasta wurde erstmal für alle Kinder aufgebraucht und dann die nächste. Ich hatte einen tollen Nicki Schlafanzug, den ein anderes Mädchen so kuschelig fand, also durfte sie ihn eine Nacht hat anziehen. Pakete von den Eltern wurden an alle Kinder aufgeteilt. Meine Mutter hatte mir ein selbst genähtes Kissen geschickt. Weil ein Junge dies toll fand, bekam er es in der ersten Nacht. Meine Schneehose, auf die ich extra aufpasste, weil ich es so eklig fand am nächsten Tag in eine noch nasse Hose zu steigen, bekam Astrid, da Astrids nass war! Mittags haben wir immer gebastel. Das Gebastelte durften wir aber nicht behalten, sondern mussten es immer einem anderen Kind schenken. Irgendwann gab ich mir keine Mühe mehr.
Beim Essen war ich schwierig. Ich wollte keinen Honig, das trockene Brötchen hätte mir gereicht. Aber ich wurde gezwungen den Honig zu essen. Nachdem ich regelmäßig würgte und mich auch leicht erbrach, haben sie es nach zwei Wochen sein lassen mich zum, Essen zu zwingen. Ungewollt kam ich mit 18 kg nach Hause und war mit 23 kg dorthin verschickt worden. Mittags gab es Studentenfutter. Da ich keine Rosinen mag, habe ich sie immer in Pflanzenkübeln in der Erde versteckt, denn einfach nur zu sagen "ich will die nicht essen" wäre inakzeptabel gewesen.
Mittags mussten auch wir schlafen. Jedes Kind, das nicht schlief hat Minusstriche in einem Schlafpass bekommen. Mein Pass war voller Minusstriche und so bekam ich am Ende der Woche keine Süßigkeit. Telefonate waren ab der dritten Woche einmal wöchentlich am Sonntag für drei Minuten erlaubt. Ich habe nur geweint und konnte garnicht sprechen. Meine Mutter wollte mich abholen, aber die DAK sagte ihr, sie müsse dann die kompletten Kurkosten bezahlen. Genau, bis gestern habe ich jedem erzählt, dass ich mit sechs auf Kur war und es schrecklich war - jetzt weiss ich, ich wurde verschickt. Die Erzieherinnen waren alle kalt und das Motto war Kinder zu brechen bis sie ruhig und still sind. Körperliche Gewalt gab es keine und ich trage auch kein Trauma davon, jedoch hasse ich noch heute autoritäre Personen und Ungerechtigkeit! Niemals würde ich meine Kinder (mein Sohn ist jetzt 9 und meine Tochter 6 Jahre) sechs Wochen in eine Heim verschicken! Was hat unsere Eltern da nur getrieben so etwas zu tun? Ich bin froh, dass es wohl ab der 80iger Jahre etwas humaner in den Heimen zuging und ich nicht zu viel grausames erlebt habe.
War noch jemand im Schuüppenhörnle und wie sind eure Erinnerungen daran?
... Diese Metabox ein-/ausblenden.
Anonym schrieb am 21. Februar 2021
Guten Tag,

Ich möchte mal meine Einnerungen an eine Kur kurz schildern:

Sicher gibt es die unterschiedlichsten Erlebnisse und Erinnerungen an die früheren Erholungsheime. Ich war 1956 als 10-jähriger drei Wochen in einem Heim bei Niederschmalkalden und habe die Zeit auschließlich als eine wunderschöne Zeit in Erinnerung. Das Heim lag mitten im Wald, weit ab von den nächsten Ortschaften, so habe ich es jedenfalls in Erinnerung, denn wohin wir auch gingen es waren immer längere Fußwege über die Felder. Ich könnte aber nicht sagen daß das belastend gewesen wäre, wir hatten immer unsere Freude z.B. mit den gerade im Juni blühenden Lupinen zu spielen und aus heutiger Sicht die Natur zu genießen. Wir konnten an einem Bach Staudämme bauen, wir gingen ins Nachbardorf ins Kino, wir machten eine Busfahrt zur Wachsenburg/Thüringen, fuhren also durch den halben Thüringer Wald und am Trusetaler Wasserfall waren wir auch, das waren alles unvergesslich schöne Erlebnisse. Auch die Betreuer habe ich ausschließlich als nett in Erinnerung. Es stimmt natürlich auch daß wir Mittagsschlaf machen mußten, das hat mich aber nicht weiter gestört. An ein Erlebnis erinnere ich mich besonders, als wir im Heizungskeller den Erzählungen des Heizers lauschten, der ehemals Bergmann im Ruhrgebiet war und uns von seiner Arbeit berichtete. Und last but not least ich fand dort als 10 Jähriger meine erste Freundin, mit einem Bonbonangebot hatte sie mich überzeugt...lach. Ich kann also nur sagen es war eine wunderschöne Zeit für mich.
... Diese Metabox ein-/ausblenden.
Anonym schrieb am 20. Februar 2021
hallo verschickungskinder

ich kann den meisten Schilderungen die ich
gelesen habe, absolut zustimmen.
ich war in Bad Buchau.für mich war es
die Hölle.wegen Kinderspass wurde ich
über Nacht in einen sehr grossen, leeren
Schlafsaal eingesperrt. kein Licht und keine Toilette
so das ich in ein Handwaschbecken pinkeln musste,
obwohl ich laut klopfte und mein Anliegen mitteilte.
ich musste auf unbezogener Matratze ohne Zudecke
und Kissen "schlafen" meine Mutter glaubte das alles nicht.
diese Leute die wirklich noch NS lebten , soll falls sie noch
leben der Teufel holen... ein Verschickungskind
... Diese Metabox ein-/ausblenden.
Vera Frankenberger aus Landsberg am Lech schrieb am 18. Februar 2021
Hallo ,
ich kann leider nicht so gut schreiben ,aber es gibt einen tollen Bericht von Schönau im Traunsteiner Anzeiger von Dez 2020 in den meine Erlebnisse und anderer Betroffender Kurkinder auch von Anderen Häusern sehr gut Erfasst wurden.
Lg
Administrator-Antwort von: Jens
Hallo Vera,

hast du den Bericht zufällig da und kannst ihn mir an : webmaster@verschickungskind.de senden?
... Diese Metabox ein-/ausblenden.
Anonym schrieb am 12. Februar 2021
Hallo,

1961 war ich im Kinderheim Frohe Jugend des FDGB für 5 Wochen.
Ich kann mich zwar nicht mehr an alles erinnern, aber an die vielen, regelrechten Züchtigungen vor den anderen Kindern.

Heute habe ich noch eine Narbe über der Augenbraue, als eine Mitarbeiterin meinen Kopf und den eines anderen Mädchen nahm und zusammenschlug. Mein Auge war sehr schnell zugeschwollen und das andere Mädchen hatte eine dicke Beule über dem Ohr. Meinem Vater wurde berichtet, dass das beim Spielen passiert sei und er glaubte mir auch nicht als ich ihm die wahre Geschichte erzählte!

Ich finde eure Arbeit gut und freue mich besonders, das ihr auch uns DDR-Kindern ein Sprachrohr gebt!
... Diese Metabox ein-/ausblenden.
Anonym schrieb am 11. Februar 2021
1969 wurde ich zum Gewichtzulegen in diese Mastanstalt geschickt. Ich war eigentlich schon immer "klapperdürr" wie alle in meiner Familie. Doch in der Poliklinik war man der Meinung, das ich zunehmen müsse. (Dabei bin ich heute immer sehr schlank)

Was soll ich sagen? Vier Wochen lang die ekligsten Dinge zum Frühstück, angefangen mit warmer Haferschleimsuppe und dicken Kanten Brot mit viel Butter und Marmelade. Doch es half nichts, ich legte nur wenig zu, was ich bei den Untersuchungen auch zu spüren bekam. "Du musst besser essen!" dekoriert mit einer Ohrfeige.

Leider weiß ich die Namen der Ärzte nicht mehr, nur eine Betreuerin kenne ich noch. Schwester Birgit, zu der ich auch sehr viel Vertrauen hatte, da sie anders war als der Rest dieser Speichellecker der Partei. Manchmal nahm sie Kinder einfach in den Arm und tröstete.

Was mich heute immer noch verfolgt sind die ständige Unterdrückung und die vielen Schläge, die man immer bekam. Egal für was, du standest nur in der Nähe und bekamst auch eine mit. Meistens mit der flachen Hand ins Gesicht.
Doch das war nicht das Schlimmste, am meisten fürchteten sich die Mädchen vor den Untersuchungen vor dem Wochenende. Wir standen im Hauptgebäude in einer Schlange im Flur und mussten einzeln ins Untersuchungszimmer, wo nur ein Arzt saß. Wir mussten uns komplett ausziehen und wurden regelrecht befummelt. Dabei versuchte der Arzt auch bei mir mit dem Finger einzudringen. Es tat höllisch weh und er hörte erst auf, wenn man laut weinte. Manche Mädchen blieben länger im Untersuchungszimmer und da wussten wir alle schon was da passierte. Wir hatten alle panische Angst vor diesen Untersuchungen.

Ich habe die Jahre danach viel verdrängt und erst später gemerkt, das mich etwas immer noch belastet. Etliche Therapien haben mir geholfen, das wichtigste zu verarbeiten, der Grund, warum ich auch so offen darüber berichten kann.

Selbst heute würde ich meine Kinder niemals in eine Kureinrichtung schicken, da man als Elternteil keinerlei Sicherheit hat, das sich so etwas in heutigen Zeiten wiederholt.
... Diese Metabox ein-/ausblenden.
Gudrun Hinz-Warnke aus 22559 Hamburg schrieb am 29. Januar 2021
.

Als ich auf Anraten des Schularztes verschickt wurde, war ich 10 Jahre alt. Wir fuhren mit dem Bus aus Wedel und dem Kreis Pinneberg an die Nordsee nach St. Peter Ording.
Unsere Eltern hatten uns Brottaschen mit Proviant und Süßigkeiten mitgegeben. Als wir ankamen, mussten wir unsere Taschen abgeben. In einem Nebenraum sah ich einen Berg von kleinen Brottaschen. Welche Bilder das hervorruft, kann sich jeder denken. Ich war zwar erst 10, aber ich wusste sofort, dass hier nichts Gutes zu erwarten war.

Beim Frühstück gab es grauenhafte Szenen, wenn ein Geschwisterpaar (ca.4 und 10 Jahre alt) mit Gewalt auseinandergerissen wurde, weil sie in verschiedene Gruppen gehörten und nicht zusammen sitzen durften. Beim Essen durfte nicht gesprochen oder gelacht werden. Als ich einmal lachte, musste ich mein Abendbrot unterbrechen und wurde sofort ins Bett geschickt. Nach jedem Essen wurden wir auf die Toiletten abkommandiert. Diese hatten keine Türen. Während man auf der Toilette saß, standen die anderen davor und warteten. Dass man auf diese Art seiner Privatsphäre beraubt wurde, war für mich das Schlimmste und ist bis heute ein Trauma. Nach dem Mittagessen mussten wir Mittagsschlaf machen, was in dem Alter fast unmöglich war. Eine Betreuerin fand großes Vergnügen daran, uns Ohrfeigen zu geben, wenn wir die Augen nicht geschlossen hatten oder blinzelten.Wenn wir abends nicht sofort ruhig waren und lachten oder rumalberten, wurden wir auch schon mal mit unseren Hausschuhe versohlt. Die Betreuer mussten wir Tante nennen. Mit unserer Gruppenbetreuerin hatten wir Glück, sie war sehr nett.

Die Heimleiterin, Tante Gudrun, wurde gefürchtet. Sie führte auch schon mal einzelne Kinder vor, wie einen Jungen, der die harten Schwarzbrotrinden nicht essen mochte und in seiner Hemdtasche versteckt hatte. Er wurde dann vor allen verächtlich gemacht und musste die harten Rinden essen. Es herrschte insgesamt ein Klima der Angst und Unterdrückung. Als ich am Ende der 6 Wochen krank wurde, war ich in einem Einzelzimmer im Dachgeschoss untergebracht. Dort wohnten auch die Betreuer. Ich bekam mit, dass sie sich an den Süßigkeiten, die uns unsere Eltern zum Trost eingepackt hatten, gütlich taten. Wenn Kinder Geburtstag hatten, bekamen sie etwas von den konfiszierten Sachen.
An unser Taschengeld kamen wir nicht, das durften wir nur für Souvenirs bei einem Händler ausgeben, der zu diesem Zweck ins Heim kam. Obwohl das Haus fast direkt an der Nordsee liegt, waren wir nur ein einziges Mal am Strand. Es gibt ein Foto von unserer Gruppe in den Dünen. Ich würde das gerne zur Verfügung stellen, vielleicht erkennt sich ja jemand und meldet sich. Auch liegt mir daran, zu meinen früheren Leidensgenossinen Kontakt aufzunehmen. Ich bitte um Vermittlung, falls das möglich ist. Von einigen weiß ich noch den Vornamen.
... Diese Metabox ein-/ausblenden.
Anonym schrieb am 27. Januar 2021
.

Ich (Jahrgang 1949) gehöre ebenfalls zu den sogenannten Verschickungskindern der 1950er und 1960er Jahre.

Ich wurde von Eschwege in Nordhessen gemeinsam mit andern nach Immenstadt am Alpsee im Allgäu verschickt, vermutlich für die gesamte Dauer der Sommerferien.

Ich wurde 1956 eingeschult und besuchte ab 1960 das Gymnasium, die Verschickung könnte vor dem Schulwechsel stattgefunden haben. Es war das erste Mal, dass ich allein für eine so lange Dauer von zuhause weg musste. Die übrigen Kinder von hier kannte ich überhaupt nicht. Ich wüsste auch heute niemanden, den ich hier ansprechen könnte.

Die Erinnerung an den Aufenthalt im Kinderheim ist aber eher verschüttet oder verdrängt.
Besonders traumatisch ist mir jedoch der beinahe tägliche Gurkensalat zum Abendessen im Gedächtnis geblieben, ich sehe mich immer noch über der Kloschüssel hängen und ohne Ende kotzen. Trost, Rücksicht und Alternativen gab es nicht. Salatgurken und die mit ihnen verwandten Melonen vertrage ich bis heute nicht.

Allergien und Unverträglichkeiten wurden damals nicht ernst genommen, die seit dem Säuglingsalter bestehende Abneigung gegen Milchprodukte wurde ebenfalls ignoriert.
Wahrscheinlich sollte ich im Süden ein besserer Esser werden. Am Ende kam ich aber überhaupt nicht erholt und noch dünner zurück, meine Eltern waren entsetzt, hatten eine Einsicht und sagten: Nie wieder!

Ich erinnere mich an eine Cousine, die aus Gesundheitsgründen wohl sogar zwischendrin nach Hause geschickt oder geholt wurde.

Zur Linderung meiner wiederholten Atemwegserkrankungen wurde ich dann wiederholt in das private Kinderheim "Schwalbenheim" im benachbarten Bad Sooden-Allendorf (15 km) geschickt, Inhalationen und Solebäder standen auf dem Programm.

Und es sollte noch bis zum 20. Lebensjahr dauern, bis tatsächlich eine Allergie auf Gräser, Pollen und Hausstaub diagnostiziert wurde, nachdem mich ein Schulfreund mit ähnlichen Beschwerden zum Besuch beim HNO-Arzt ermuntert hatte.
... Diese Metabox ein-/ausblenden.
jens schrieb am 19. Januar 2021
.

1968 wurde ich mit einem Sammeltransport per Bahn von Wilhelmshaven dorthin verschickt. Ohne Vorgespräch mit den Eltern…

Ein tiefsitzender Schock, der durch die 6 Wochen dort entstand.

Angefangen von der “Ernährung” (Morgends ein Käsebrot mit Kamillentee, Mittags Haferschleim und ein Apfel, Abends wieder Käsebrot), die mich dermaßen abmagern ließen, das ich bei meiner Rückkehr von meiner Mutter und meiner Oma nicht wiedererkannt wurde.
Bestrafungen waren an der Tagesordnung, egal was das “Vergehen” war. Meistens Schläge auf den Hinterkopf oder mit dem Stielende eines Teppichklopfers auf den blanken Hintern. Danach wurde man neben dem Waschraum oder im Keller in einen halbdunklen Raum OHNE Toilette, ohne Essen/Getränke den Rest des Tages eingesperrt.
Post der Verwandtschaft oder der Eltern wurde grundsätzlich erst einmal durchsucht. Das Geld (meist 5 DM) wurde durch das Personal einbehalten mit der Begründung “das ist für die Wäsche”. Als ich mich dagegen wehrte, setzte es die heftigste Tracht Prügel in meinem Leben. Anschließend wurde ich ins Bett gesteckt und musste einen Ziegelstein auf meiner Brust festhalten. Die Tage danach wurde ich in jedem Bereich isoliert. Alleine am Tisch etc.

Die Rückkehr nach 6 Wochen brachten den nächsten Schock für meine Eltern. Aufgrund der Mangelernährung war ich kränker als zu Beginn der “Kur”. Abgemagert bis auf die Knochen….

Die Bäderbehandlung war auch eine Tortur. Wir wurden in Bad Wildungen in die eiskalten Mineralbäder gesteckt, ob wir wollten oder nicht. Teilweise regelrecht “reingeschmissen”. Ein Junge in der Wanne nebenan wurde dabei Ohnmächtig und die “Bademeisterinnen” holten ihn mit massiven Ohrfeigen zurück.

Es waren für mich die massivsten Erfahrungen in meinem jungen Leben, so das ich selbst nach Jahrzehnten noch manchmal davon träume….
... Diese Metabox ein-/ausblenden.

Aufrufe: 37562